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Kreisläuferin Anne Müller gab ihr DHB-Debüt 2005 gegen Kroatien © imago

Die DHB-Spielerinnen wollen sich in Ungarn für die WM qualifizieren. Der Hinspiel-Vorsprung ist knapp, ein hartes Spiel wartet.

München - Ist das Glas nun halbvoll oder halbleer?

Diese Frage können die deutschen Handballerinnen und ihr Bundestrainer Heine Jensen vor dem Rückspiel der WM-Qualifikation am Samstag in Györ gegen Ungarn (17.30) nicht so genau beantworten. (Bericht: Mit dünnem Polster in die Hölle von Györ)

Immerhin haben sie das Hinspiel gewonnen, aber das Zwei-Tore-Polster nach dem 26:24 ist recht dünn. "Im Endeffekt fangen wir wieder bei 0:0 an. Aber ich bin optimistisch", sagt Kreisläuferin Anja Althaus. (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!)

Spiel des Jahres

Der im März inthronisierte und noch ungeschlagene Bundestrainer Jensen hatte seinen Spielerinnen nach dem dritten Sieg im vierten Spiel seiner Amtszeit erstmal zwei Tage frei gegeben, "um den Kopf freizukriegen". (Bericht)

Seit Dienstagabend hatte der Däne seine Mannschaft dann wieder in der Sportschule Hennef versammelt, um sie auf das wichtigste Spiel seit Jahren optimal vorzubereiten.

"Bin gutes Mutes"

Am Freitag startete der Flieger von Köln nach Wien. Von dort aus ging es mit dem Bus ins 120 km entfernte westungarische Györ, wo vor der Partie am Samstag noch drei Trainingseinheiten anstehen.

"Ich bin guten Mutes, besonders wenn ich an unsere Steigerung in der zweiten Hälfte des Hinspiels denke. Aber entschieden ist noch nichts, unsere Feuerlöschermission ist noch nicht beendet", sagt Jensen.

Er weiß um die Schwere der Aufgabe beim Olympiavierten von Peking: "Es wird eine heiße Schlacht in einem echten Hexenkessel, aber wir haben auch schon mit dem HC Leipzig im Europapokal dort gewonnen. Cool bleiben ist die Devise." Kreisläuferin Anne Müller sieht das ähnlich: "Wir müssen ganz klar im Kopf sein."

Olympia auf dem Spiel

Für die Deutschen, die sich das Hammerlos in der WM-Qualifikation durch den 13. Platz bei der EM 2010 selbst eingebrockt hatten, geht es in Györ um nicht weniger als um die mittelfristige sportliche Zukunft.

Verlieren sie mit mehr als zwei Toren Unterschied, findet nicht nur die Weltmeisterschaft in Brasilien (3. bis 18. Dezember) ohne sie statt, sondern auch Olympia 2012 in London. Nur bei der WM kann die deutsche Mannschaft das Ticket für eine der drei Olympia-Qualifikationen lösen.

Teamgeist als Schlüssel

"Wir sind uns der großen Bedeutung der Partie für den deutschen Handball bewusst. Der Druck ist groß", gibt Jensen zu.

Er wird bis zum Anpriff vor allem an einem Punkt arbeiten: "Wir müssen den Teamgeist weiter verbessern, das ist der Schlüssel zum Erfolg." Reicht das nicht für die WM, wird er an seinem ersten offiziellen Arbeitstag am 1. Juli einen kompletten Neuaufbau starten und im Oktober die ersten Spiele der EM-Qualifikation bestreiten.

Viel lieber aber würde der sympathische junge Däne in Brasilien das verwirklichen, was er von seinem Team hält: "Wir gehören zu den acht besten Mannschaften der Welt."

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