vergrößernverkleinern
Armin Emrich zeichnet sich seit 2005 für die deutsche Damen-Nationalmannschaft verantwortlich © getty

Nach dem vorzeitigen Halbfinaleinzug mahnt der Bundestrainer die deutschen Frauen zur Konzentration. Doch es gibt auch viel Lob.

München - Das Halbfinale haben sie in Rekordgeschwindigkeit erreicht, nun setzen die deutschen Handballerinnen bei der EM in Mazedonien zum ganz großen Wurf an.

"Mit der Leistung von gestern können wir jeden schlagen", sagte Kapitän Grit Jurack nach dem bärenstarken 33:22 zum Hauptrundenauftakt gegen Schweden (zum Spielbericht) und träumte schon mal von der nächsten Medaille nach WM-Bronze 2007.

Zwei Jahre nach dem vierten Platz bei der EM in Schweden und vier Monate nach dem desolaten elften Rang bei Olympia ist die Ausgangslage glänzend.

Seit Einführung der Europameisterschaft 1994 war es noch nie einer Mannschaft gelungen, schon am ersten Hauptrundenspieltag den Einzug in die Vorschlussrunde perfektzumachen.

"Auf dem Weg bleiben"

Doch dass nach den holprigen drei Vorrundensiegen noch nicht alles golden glänzte, wusste auch Bundestrainer Armin Emrich.

Er war deshalb bemüht, die aufkommende Euphorie zu dämpfen: "Ich verschwende noch keinen Gedanken an das Halbfinale. Es ist wichtig, dass wir jetzt ganz normal auf unserem Weg bleiben."

Der führt in den abschließenden Hauptrundenpartien am Mittwoch gegen Weißrussland (20.15 Uhr) und einen Tag später im voraussichtlichen Duell um den Gruppensieg gegen Weltmeister Russland (18.15 Uhr, jeweils LIVE im DSF).

Keine Experimente

Taktisches Geplänkel soll es nicht geben, um den Rhythmus vor dem gebuchten Halbfinale bloß nicht zu gefährden.

Dort traut auch DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier dem deutschen Team alles zu: "Die deutschen Frauen sind in der Weltspitze angekommen und haben die Olympischen Spiele mit aller Kritik sehr gut weggesteckt. Wir haben eine gute Chance, im Halbfinale für eine Überraschung zu sorgen."

Nur vor 14 Jahren hatten die Deutschen im eigenen Land mit Silber bisher eine EM-Medaille geholt.

Kraus bald wieder dabei

In Mazedonien soll auch die frühere Welthandballerin Nadine Krause nach ihrer Schädelprellung bald wieder mit von der Partie sein. Über ihren Einsatz in den beiden letzten Hauptrundenspielen ist allerdings noch nicht entschieden.

Aber auch ohne die Dänemark-Legionärin glänzten bei der Olympia-Revanche gegen Schweden diesmal alle gemeinsam. Auch Grit Jurack füllt nach ihrem persönlich enttäuschenden Auftritt von Peking endlich wieder die ihr zugedachte Führungsrolle ganz und gar aus und führte gegen Schweden mit zehn Treffern wieder mal die Torschützenliste an.

Unbekannter Gegner

"Sie ist mein verlängerter Arm auf dem Feld. Da reichen wenige Blickkontakte oder wenige Worte, um sich zu verständigen", sagt Armin Emrich. Jurack versucht derweil einfach, "Ruhe in die Mannschaft zu bringen, wenn es stressig wird".

Zum nächsten Gegner Weißrussland weiß freilich auch die erfahrene Jurack nichts zu berichten, weshalb Coach Emrich die Videoanalyse wieder ganz oben auf die Tagesordnung setzte: "Das Gerät läuft seit Samstagabend auf Hochtouren."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel