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Anna Loerper gab 2005 ihr Debüt in der Nationalmannschaft © getty

Anna Loerper spricht vor dem EM-Halbfinale gegen Spanien bei Sport1.de über ihr Länderspiel-Jubiläum und essbare Maskottchen.

Von Liane Killmann

München - Die Nationalmannschaft der Frauen setzt bei der Europameisterschaft in Mazedonien zum großen Wurf an. Im Halbfinale (Sa., 14 Uhr LIVESCORES und live im DSF) trifft das Team von Bundestrainer Armin Emrich auf Spanien.

Beim überzeugenden Sieg gegen Weltmeister Russland (27:22) (DHB-Frauen als Gruppenerste ins Halbfinale) zum Abschluss der Hauptrunde war Linksaußen Anna Loerper beste Werferin (7/5).

"Wenn wir unsere Leistung, wie gegen Schweden oder Russland, abrufen, können wir Spanien auf jeden Fall schlagen", sagt die Leverkusenerin bei Sport1.de.

"Der Sieg muss drin sein"

Der Sieg im Halbfinale "muss auf jeden Fall drin sein", so die 24-Jährige, die am Samstag ihr 100. Länderspiel absolviert.

Im Interview mit Sport1.de spricht Loerper über das besondere Kribbeln vor ihrem Jubiläum, Kabinen-Rituale und Emrichs essbares Maskottchen.

Sport1.de: Frau Loerper, am Samstag bestreiten Sie ihr 100. Länderspiel. War Ihnen das bewusst, oder hat Sie jemand daran erinnert?

Anna Loerper: Ich wusste, dass das mein 100. Länderspiel ist. Sicherlich ist das etwas Besonderes, weil es ein EM-Halbfinale sein wird. Es geht aber vor allem um den Sieg und die 100 spielt eine nebensächliche Rolle.

Sport1.de: Bei der EM 2006 in Schweden ging das Halbfinale verloren. Was wird diesmal anders gemacht?

Loerper: Jetzt sind wir besser. In den letzten Jahren waren wir in solchen Spielen oft in der Außenseiterrolle und spielten auch im Turnier nicht so stark wie diesmal. Das ist unsere große Chance, ins Finale einzuziehen.

Sport1.de: Zwischen dem Auftritt in Peking und der EM liegen nur vier Monate. Dennoch ist ein großer Unterschied zu sehen, spielerisch und mental. Wie kommt es zu diesem Wandel?

Loerper: Wir haben uns sehr genau mit den Problemen, die bei Olympia aufgetreten sind, auseinandergesetzt. Jetzt spielen wir einen schnelleren Handball. Die Mannschaft bringt hier eine geschlossene Leistung. Jeder hat mal einen guten Tag. Es macht richtig Spaß.

Sport1.de: Was ist das Besondere an dem Team?

Loerper: Es passt einfach. Ich finde es klasse, dass der eine für den anderen einsteht. Das sagen Mannschaftssportler zwar immer gern, aber hier ist es wirklich so. Die Stimmung ist super. Und bisher läuft es ja sportlich auch richtig gut.

Sport1.de: Sie gehen sich noch nicht auf die Nerven?

Loerper: So ein bisschen Gezicke gibt es sonst schon mal, oder einen kleinen Lagerkoller, wenn man wochenlang zusammen ist. Aber diesmal gar nicht, wir haben einfach gute Laune.

Sport1.de: Gibt es ein Erfolgsgeheimnis, kleine Rituale vielleicht?

Loerper: Klar, unseren Powercake. Frau Emrich (die Ehefrau des Bundestrainers, Anm. der Red.) hat den für uns gebacken. Davon gibt es immer ein kleines Stückchen vor dem Spiel.

Sport1.de: Und der Power-Kuchen reicht für das ganze Turnier?

Loerper: Naja, für die zwei Spiele dürfte er gerade noch reichen. Langsam wird es eng.

Sport1.de: Ein XXL-Powercake also.

Loerper: Genau, so groß wie eine Familienpizza und ganz flach. Viele Kohlenhydrate sollen da drin. Man bekommt wirklich immer nur einen Quadratzentimeter-Krümel ab. Das reicht dann. Und er schmeckt immer noch.

Sport1.de: Bei der WM in Paris 2007 hat Ihr Physiotherapeut in der Kabine Motivationstänze aufgeführt. Da gab es die Bronzemedaille. Was ist aus dem "tanzenden Physio" geworden?

Loerper: Ah ja natürlich, der ist jetzt auch wieder ganz weit vorne (lacht). Vor jedem Spiel in der Kabine. Das hätte ich jetzt glatt vergessen.

Sport1.de: Und wie tanzt er so?

Loerper: (Zögert.) Er steigert sich von Spiel zu Spiel. Je weiter wir kommen, desto besser wird er. Eine kleine Verbesserung ist schon noch drin.

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