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Auch Grit Jurack erleidet gegen Spanien einen Fingerbruch © imago

Mit flatternden Nerven haben die deutschen Handballerinnen das Finale bei der EM in Mazedonien verspielt. Spanien ist zu stark.

Skopje - Es ist wieder dasselbe Lied: Mit flatternden Nerven haben die deutschen Handballerinnen das Finale bei der EM in Mazedonien verspielt.

Im Halbfinale verlor die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich 29:32 (13:12) gegen das Überraschungsteam aus Spanien und musste sich zum dritten Mal nach dem vierten Platz bei der EM 2006 und Bronze bei der WM 2007 in der Runde der letzten Vier geschlagen geben.

Im Spiel um Bronze trifft die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nun am Sonntag (ab 14 Uhr LIVESCORES und live im DSF) auf auf Weltmeister Russland, der im zweiten Halbfinale Olympiasieger und Titelverteidiger Norwegen 18:24 (7:12) unterlag.

Die Silbermedaille bei der EM-Premiere 1994 im eigenen Land bleibt das beste Ergebnis einer deutschen Mannschaft bei Europameisterschaften.

Zuvor ungeschlagen

Nach zuvor 17 Siegen und nur einem Unentschieden in 18 Spielen gegen Spanien waren die deutschen Frauen als Favorit in das erste Halbfinale von Mazedonien gegangen.

Wie schon beim desolaten elften Platz bei den Olympischen Spielen in Peking versagten aber trotz zwischenzeitlicher Vier-Tore-Führung die Nerven. Grit Jurack war mit neun Toren beste Werferin für die immerhin kämpferisch überzeugende deutsche Mannschaft.

Grit Jurack mit Fingerbruch

Im Gegensatz zu den letzten Hauptrunden-Partien konnte Emrich pünktlich zum Halbfinale wieder auf den gesamten Kader zurückgreifen.

"Alle haben vorher schon gesagt, dass es ein Finale Deutschland gegen Norwegen gibt. Vielleicht hatte sich das zu sehr in unseren Köpfen festgesetzt", sagte Kapitän Grit Jurack, die mit neun Toren erneut beste deutsche Werferin war, mit Verdacht auf einen Fingerbruch aber für das Bronzespiel auszufallen droht. "Die Spanierinnen wollten es vielleicht auch einen Tick mehr", sagte Spielmacherin Anna Loerper.

Verletzte wieder dabei

Die abwehrstarke Rechtsaußen Stefanie Melbeck (Nasenbeinbruch) und Kreisläuferin Anne Müller (Bänderabriss im linken Ringfinger) gehörten ebenso wieder zum Team, wie Nadine Krause, die zwischenzeitlich wegen einer Schädelprellung hatte pausieren müssen.

Vor 1500 Zuschauern war dann aber beiden Teams die Nervosität in den Anfangsminuten deutlich anzumerken.

Erst in der vierten Minute gelang den Spanierinnen das erste Tore, danach war es dann die deutsche Mannschaft, die aus einer erneut starken Abwehr heraus das Spiel bestimmte und in der 16. Minute erstmals sogar mit vier Toren in Führung lag (8.).

Sicherheit im Abschluss fehlte

Im von Emrich vor der Partie geforderten schnellen Spiel nach vorne hakte es bei der DHB-Auswahl freilich noch, die nötige Konsequenz und Sicherheit im Abschluss fehlten.

So war es der starken Clara Woltering im Tor und einer guten Portion Glück zu verdanken, dass die Spanierinnen nicht vorbeizogen. Zudem rettete einige Male der Pfosten für die deutsche Mannschaft.

Dank eines Treffers der früheren Welthandballerin Krause ging es dann gerade noch mit einer Ein-Tore-Führung im Rücken in die Halbzeit.

Spanierinnen in der zweiten Hälfte besser

Im zweiten Durchgang erwischte Spanien den wesentlich besseren Start, Grit Jurack und Co. agierten dagegen zunehmend verunsichert. Die Quittung war bei 15:16 in der 37. Minute der erste Rückstand für die deutsche Mannschaft - und die Spanierinnen wurden immer selbstbewusster (DHB-Frauen als Gruppenerste ins Halbfinale).

Nur durch gelungene Einzelaktionen kam die deutsche Mannschaft immer wieder ein wenig heran, doch die überraschend abgeklärten Spanierinnen nutzten nun ihren Lauf.

Emrich nahm in der Schlussphase sogar seine beiden besten Rückraum-Schützinnen Krause und Jurack phasenweise vom Feld und brachte Sabine Englert für Woltering im Tor. Von Nutzen waren die Maßnahmen aber nicht mehr.

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