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Nadine Krause, Mandy Hering, und Anja Althaus (v. l.) sind geknickt © imago

Bitterer EM-Abschluss für die deutschen Handballerinnen: Gegen Russland geht auch Bronze verloren. Den Titel holt Norwegen gegen Spanien.

Skopje - Kopflos und völlig verunsichert haben die deutschen Handballerinnen ein bronzenes Happyend bei der EM in Mazedonien verspielt.

Einen Tag nach dem bitteren 29:32 im Halbfinale gegen Spanien verlor die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich auch das "kleine Finale" gegen Weltmeister Russland 21: 24 (11:17) und musste sich wie schon bei der EM 2006 mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Norwegen gelingt dagegen der Titel-Hattrick geschafft: Mit einem 34:21 (13:12) im Finale über das Überraschungsteam aus Spanien sicherte sich der Olympiasieger das dritte Gold in Serie nach 2004 und 2006.

Zudem standen die Skandinavierinnen 1998 bei einer Europameisterschaft ganz oben.

Phasenweise Auflösungserscheinungen

Statt Jubel über die nächste Medaille nach WM-Bronze 2007 in Frankreich gab es vier Monate nach dem desolaten elften Platz bei den Olympischen Spielen in Peking im deutschen Team phasenweise fast schon Auflösungserscheinungen und wieder nur Tränen.

Silber von der Turnierpremiere 1994 im eigenen Land bleibt damit die einzige Medaille einer Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) bei Europameisterschaften.

Gegen die neu formierte russische Mannschaft steckte Deutschland zum Turnierabschluss die Spanien-Pleite (Gold-Traum wieder weggeworfen) sichtlich noch in Köpfen und Knochen.

Melbeck beste Werferin

Einzig Stefanie Melbeck, die für die verletzte Rekord-Torschützin Grit Jurack von Rechtsaußen auf Halbrechts rückte, übernahm trotz eines Nasenbeinbruchs Verantwortung und war mit sechs Toren beste deutsche Werferin.

Jurack hatte gegen Spanien einen Fingerbruch erlitten und war schon wieder daheim in Dänemark, als ihre Teamkolleginnen auch noch die Bronzemedaille verpassten.

Geschlagene 13 Minuten blieb die deutsche Mannschaft ab der 15. Minute ohne eigenen Treffer - und aus einem 8:9-Rückstand wurde ein 8:17, ehe Melbeck endlich wieder einen Ball im Tor unterbringen konnte.

Wechsel ohne Wirkung

Auch viele Wechsel von Emrich brachten in dieser Phase nicht die gewünschte Wirkung.

Immerhin war Clara Woltering, die im Tor Ende der ersten Hälfte für die schwache Sabine Englert kam, wieder ein guter Rückhalt. Auf der anderen Seite scheiterten ihre Vorderleute aber auch immer wieder an der russischen Torfrau Anna Sedojkina.

Im zweiten Durchgang erwachte zumindest der Kampfgeist wieder, doch entscheidend heran kam die deutsche Mannschaft gegen die freilich nicht übermächtigen Russinnen nicht mehr.

Zum Abschluss der Hauptrunde hatte Deutschland das Duell noch mit 27:22 für sich entschieden.

Emrich den Tränen nahe

Schon am Samstag war selbst Bundestrainer Emrich den Tränen nahe gewesen. Mit flatternden Nerven hatten seine Spielerinnen die nächste große Chance auf einen Titel verspielt.

"Alle haben vorher schon gesagt, dass es ein Finale Deutschland gegen Norwegen gibt. Vielleicht hatte sich das zu sehr in unseren Köpfen festgesetzt", sagte Kapitän Grit Jurack.

Spielmacherin Anna Loerper meinte nach der ersten Niederlage überhaupt gegen eine spanische Mannschaft: "Die Spanierinnen wollten es vielleicht auch einen Tick mehr."

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