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Heine Jensen trainiert seit März 2011 die deutschen Handball-Frauen © imago

Die deutschen Handballerinnen setzen sich gegen Spanien durch. Bundestrainer Heine Jensen zieht insgesamt ein positives Fazit.

Stavanger/München - Die deutschen Handballerinnen sind gerüstet für die Weltmeisterschaft in Brasilien (3. bis 18. Dezember, LIVE im TV auf SPORT1).

Die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen bezwang zum Abschluss des Vier-Nationen-Turniers in Norwegen die Vertretung Spaniens mit 25:22 (9:8) und überzeugte vor allem in der Defensive.

In der Offensive hingegen muss sich die deutsche Mannschaft bis zum WM-Auftakt am 3. Dezember in Santos (20.15 Uhr MEZ) gegen Olympiasieger Norwegen deutlich steigern.

Jensen insgesamt zufrieden

Bei dem hochkarätig besetzten Turnier präsentierte sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) bis auf die erste Halbzeit am Freitag gegen die Gastgeberinnen in guter Form.

Der Auftaktniederlage gegen Norwegen (Bericht), folgten zwei Siege gegen Vizeeuropameister Schweden (Bericht) und Spanien.

Jensen zog insgesamt ein positives Fazit: "Wir sind zufrieden mit dem Start in die WM-Vorbereitung. Dass wir bei diesem Turnier zwei Spiele gewonnen haben, ist sehr positiv. Jetzt geht es im Training knallhart weiter, damit wir noch besser werden."

Großer Kampf wird belohnt

Die Partie gegen den WM-Vierten Spanien wurde von beiden Abwehrreihen dominiert, Torhüterin Katja Schülke (HC Leipzig) glänzte mit 18 Paraden (darunter zwei Siebenmeter) und machte so die Schwächen der deutschen Offensive wett.

Vor dem gegnerischen Tor zeigte sich Deutschland alles andere als WM-tauglich - technische Fehler en masse und schwache Abschlüsse prägten das Spiel der DHB-Auswahl.

Aber, und das ist neu unter Jensen: Deutschland kämpfte, präsentierte sich als Einheit und ließ sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. Einen 17:20-Rückstand gegen Spanien zehn Minuten vor Spielende drehte die deutsche Mannschaft mit einem 6:0-Lauf und belohnte sich so für ihren großen Kampf.

An der Abstimmung fehlt es noch

Auch drei vergebene Strafwürfe konnte die deutsche Auswahl kompensieren, allerdings weiß Jensen auch, dass die schwache Angriffsleistung bis zur WM verbessert werden muss.

"Wir decken sehr gut, aber wir belohnen uns nicht mit einfachen Toren. Da müssen wir eine höhere Effektivität erreichen", sagte der Däne: "Wir müssen an der Abstimmung im Angriff arbeiten - individuell und miteinander."

Keine zweite Jurack in Sicht

Personell kann der 34-Jährige auf eine in dieser Form wohl noch nie da gewesene Homogenität zurückgreifen.

Eine echte Goalgetterin wie einst Rekordnationalspielerin Grit Jurack (Viborg HK) gibt es im aktuellen DHB-Team nicht - Jensen baut auf das Mannschaftsgefüge und rotierte kräftig durch: "Bei mir ist die gerade die Nummer eins, die auf der Platte steht. Ich brauche bei der WM alle Spielerinnen."

Olympia-Ticket ist das Ziel

Die WM-Generalprobe bestreitet die deutsche Mannschaft um Spielführerin Isabell Klein am 22. November (18.30 Uhr) im dänischen Horsens gegen Rekord-Olympiasieger Dänemark.

Sechs Tage später reist der Tross zur WM nach Brasilien. Dort geht es für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London.

Nur wenn Deutschland zu den sieben besten europäischen Mannschaften gehört, sichert man sich ein Ticket für eines der drei Qualifikationsturniere im Frühjahr.

Neben Norwegen treffen die DHB-Damen in der Gruppe A noch auf Montenegro, China, Island und Angola.

Das Spiel im Stenogramm

Deutschland - Spanien 25:22 (9:8)Tore: Richter (7/2), Wohlbold (4), Müller, Augsburg (beide 3), Klein (2/1), Loerper (2/2), Mietzner, Krause, Melbeck (alle 1), Nadgornaja (1/1) für DeutschlandBeste Werferinnen für Spanien: Mangue (4), Aguilar (3), Pena (3/1)Zuschauer: 3000 in Stavanger

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