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DHB-Kapitänin Isabell Klein wurde 2006 Beachhandball-Europameisterin © getty

Zum Ende der WM-Vorbereitung retten sich die DHB-Frauen zum Remis gegen Dänemark. Doch im Angriff ist noch Luft nach oben.

Horsens - Als die deutschen Handballerinnen längst in der Kabine verschwunden waren, hatte Heine Jensen noch alle Hände voll zu tun.

Interview hier, Autogramm da - der Bundestrainer durfte nach dem Remis bei Rekord-Olympiasieger Dänemark Überstunden verrichten.

Ganz zufrieden war der dänische Coach auf der deutschen Bank aber trotz des Prestige-Erfolgs in seiner Heimat nicht - er weiß: Soll es bei der WM in Brasilien (3. bis 18. Dezember, LIVE im TV auf SPORT1) für die Olympia-Qualifikation langen, muss sein Team noch eine Schippe drauflegen.

Deutschland hat den Kontakt zur Weltspitze wieder hergestellt - das ist die gute Nachricht nach den vier Testspielen der vergangenen Woche.

Auf die Defensive ist Verlass

Einer knappen Niederlage nach starker zweiter Halbzeit gegen Olympiasieger Norwegen (24:27 / Bericht) folgten Siege gegen Vize-Europameister Schweden (26:22/ Bericht) und den WM-Vierten Spanien (25:22 / Bericht) sowie zum Abschluss der WM-Vorbereitung das Unentschieden gegen die Däninnen (22:22 / Bericht).

Vor allem in der Defensive zeigte das neu formierte Team große Fortschritte. Auf die aggressive 6:0-Deckungsformation mit drei starken Torhüterinnen dahinter ist Verlass.

"Müssen die Bremse lösen"

Offenkundige Mängel gibt es dagegen in der Offensive.

Allein beim abschließenden Spiel am Dienstag in Horsens brachte es die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) auf knapp 20 technische Fehler. Um sich mit den Besten zu messen, ist das zu viel.

"Wir müssen die Bremse lösen und Gas geben", sagte Heine Jensen: "Die Fehler sollten wir schleunigst abstellen."

Auch die zahlreichen vergebenen Chancen wurmten Jensen, der seit dem Frühjahr die Geschicke der deutschen Frauen leitet.

Kapitänin Klein selbstkritisch

Dennoch zog die deutsche Mannschaft ein positives Fazit ihrer Skandinavien-Tour.

"Klar ist die Angriffsleistung noch verbesserungswürdig", sagte Spielführerin Isabell Klein, "aber wir haben eine tolle Moral in der Truppe, sind auch nach Rückständen wieder zurückgekommen."

Lob für Coach Jensen

Bestes Beispiel war das Spiel in Dänemark, als das DHB-Team kurz vor dem Ende mit zwei Toren zurückgelegen hatte, sich dank eines Treffers von Rechtsaußen Sabrina Richter zehn Sekunden vor dem Ende aber doch noch das Remis erkämpfte.

"Das ist eine neue Qualität, die auch viel mit dem Trainer zu tun hat", sagt Klein.

Die Rückraumspielerin weiß um die Qualität des deutschen Kaders: "Wenn wir unsere Fehler in der Offensive in den Griff bekommen, ist mit dieser Mannschaft vieles möglich."

Auftakt gegen Norwegen

Vieles heißt bei der WM erst einmal, sich das Ticket für eines der drei Olympia-Qualifikationsturniere im Frühjahr zu sichern.

Dafür muss Deutschland unter die sieben besten europäischen Mannschaften kommen. Schon die Vorrunde wird zum Gradmesser. Erster Gegner ist am 3. Dezember Top-Favorit Norwegen.

Danach treffen die DHB-Damen in der Gruppe A noch auf Mitfavorit Montenegro, China, Island und Angola.

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