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Isabell Klein ist seit 2008, Dominik Klein seit 2003 im Nationalteam © getty

Isabell und Dominik Klein träumen von der Teilnahme an den Olympischen Spielen. Die deutschen Frauen seien seit 2007 in der Bringschuld.

München - "Endlich geht es los, jetzt geht's um die Wurst" - Dominik Klein wird in den kommenden zwei Monaten kaum Zeit mit seiner Frau verbringen, doch das ist ihm herzlich egal.

Während Isabell ab Samstag mit der deutschen Mannschaft bei der WM in Brasilien (3. bis 18. Dezember, LIVE im TV auf SPORT1) um einen Platz in der Weltspitze kämpft, beginnt im Anschluss für Ehemann Dominik die Vorbereitung auf die EM im Januar in Serbien.

Angetrieben wird das deutsche Handball-Traumpaar von einem gemeinsamen Ziel: Die Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Sommer in London.

"Das wichtigste Turnier der Welt gemeinsam erleben"

"Wir leben und lieben beide den Handball. Das größte und wichtigste Turnier der Welt gemeinsam zu erleben - das wär's", sagt Dominik Klein.

Der deutsche Nationalspieler und Linksaußen des THW Kiel fiebert den Spielen der Frauen-WM fast so sehr entgegen, als wenn es seine eigenen wären.

"Er ist teilweise besser informiert als ich", sagt Isabell Klein.

Isabell holt sich Tipps vom Ehemann

Die Spielführerin der Frauen-Nationalmannschaft holt sich schon mal den einen oder anderen Tipp bei ihrem Ehemann.

"Vor allem, was die offensive Deckung angeht", sagt Rückraumspielerin Klein und ergänzt: "Manchmal sitzen wir zusammen vor dem Fernseher und analysieren den nächsten Gegner. Unser Handball-Verständnis ist ziemlich ähnlich."

Auch Dominik kann sich "noch einiges abschauen"

Dominik guckt bei seiner Frau ganz genau hin.

"Sie hat ein sehr gutes Spielverständnis. Und bei ihrer Abwehrarbeit auf der halben Position - da kann ich mir noch einiges abschauen", sagt Klein.

"Isi macht viel mit dem Kopf, ich komme eher über die Emotionen."

Dominik rechnet mit "Einzug ins Viertelfinale"

Köpfchen wird auch bei der WM in Brasilien gefragt sein.

Um sich ein Ticket für eines der drei Olympia-Qualifikationsturniere im Frühjahr zu sichern, muss das deutsche Team unter die ersten sieben Mannschaften kommen. Sogar ein neunter Platz könnte unter Umständen reichen.

"Das werden die Mädels schaffen", sagt Dominik: "Ich rechne fest mit dem Einzug ins Viertelfinale. Was danach kommt, ist Zugabe."

[kaltura id="0_mfetq2zg" class="full_size" title="Ehepaar Klein Handball ist unser Leben "]

"Unglaubliche Qualität in der Mannschaft"

Zuversicht herrscht auch bei Isabell Klein: "Ich denke, dass wir über unser Kollektiv einiges erreichen können. Wir haben eine unglaubliche Qualität in der Mannschaft. Vor allem unsere Abwehr ist stark. Sie ist die Grundlage für alles weitere."

"Ein ganzes Stück weiter" als bei der EM

An das Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr verschwendet die Linkshänderin keine Gedanken: "Wir sind ein ganzes Stück weiter. Die Atmosphäre im Team ist super. Wir haben in der Mannschaft bestimmte Werte wie Teamgeist, Kampf, Einsatz und gegenseitiges Vertrauen geschaffen, an die wir uns halten." Ehemann Dominik quittiert die Aussage mit einem Kopfnicken: "Nur wenn man diese Werte verinnerlicht, ist Erfolg machbar. Das ist bei uns Männern - ob in der Nationalmannschaft oder beim THW Kiel - genauso. "

"Wir Frauen sind in der Bringschuld"

Bleibt noch die Frage nach der ungleich verteilten Popularität.

Kommt angesichts des deutlich höheren Medieninteresses des Männerhandballs im Hause Klein auch mal Neid auf? "Überhaupt nicht", sagt Isabell Klein: "Die Männer sind 2007 im eigenen Land Weltmeister geworden - da sind wir Frauen in der Bringschuld."

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