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Katja Schülke gab 2005 ihr Debüt im Nationaltrikot © getty

Die deutschen Torhüterinnen bestechen durch unterschiedlichste Qualitäten. Vergleiche mit Oliver Kahn werden nicht gescheut.

München/Santos - Deutschland ist ein Torhüterland. Das gilt auch für die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen.

Bundestrainer Heine Jensen hat vor dem WM-Auftaktspiel am Samstag gegen Olympiasieger Norwegen (Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Qual der Wahl.

Katja Schülke (HC Leipzig), Sabine Englert (FC Midtjylland) und Clara Woltering (Buducnost Podgorica) streiten um die Vormachtstellung im deutschen Tor, ohne dabei das Wesentliche aus den Augen zu verlieren.

"Als Einzelkämpfer gewinnt man im Handball keine Titel. Der Erfolg der Mannschaft steht im Vordergrund, und es kann nur ein Vorteil sein, wenn Deutschland drei starke Torfrauen hat", sagt Englert.

Schülke hat die besten Karten

Sie ist die erfahrenste aus dem Trio und steht gegen Norwegen vor ihrem 200. Länderspiel in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB).

Die besten Karten, im ersten WM-Spiel von Anfang an im Kasten zu stehen, scheint allerdings Schülke zu haben.

Lange war die 27-jährige so etwas wie die ewige Nummer drei, mit überragenden Leistungen in der Bundesliga und der Champions League konnte sich die Torfrau des HC Leipzig jedoch zuletzt aus dem Schatten ihrer Kontrahentinnen spielen.

"Ich versuche immer, mein Bestes zu geben. Die Entscheidung trifft aber allein der Trainer. Wenn ich nicht spiele, muss ich das akzeptieren", sagte Schülke.

Konkurrenzkampf soll beflügeln

Der Respekt untereinander ist riesig, den Status als klare Nummer eins will keine der drei Torfrauen für sich beanspruchen.

Vielmehr wollen Englert und Co. den internen Konkurrenzkampf nutzen, um sich gegenseitig zu Höchstleistungen zu treiben.

Auf der anderen Seite sieht sich die deutsche Mannschaft im Vergleich zu anderen Nationen in der Torhüterfrage klar im Vorteil.

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"Sehr, sehr unterschiedliche Typen"

"Wir alle drei sind sehr, sehr unterschiedliche Typen. Jede von uns hat ihren eigenen Stil, sodass wir die gegnerischen Werferinnen immer wieder vor neue Herausforderungen stellen können", sagt Woltering.

Während Woltering wegen ihrer oft fußballähnlichen Paraden und ihrer kurzen hellblonden Haare schon mal scherzhaft mit Oliver Kahn verglichen wird, besticht Schülke durch ihre unglaublichen Reflexe.

Englert bringt die Gegenspielerinnen mit ihrer stoischen Ruhe und ihrem Pokerface oftmals an den Rand der Verzweiflung.

Bauchgefühl entscheidet

Letztlich werden Tagesform, Gegner und wohl auch das Bauchgefühl von Bundestrainer Heine Jensen entscheiden, wer wann und in welchem Spiel das deutsche Tor hütet.

Um das primäre Ziel, die Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele 2012 in London, zu erreichen, wird Deutschland drei starke Torfrauen brauchen.

"Wir wollen Deutschland bei dieser WM wieder nach vorne und vor allem Richtung Olympia bringen. Dafür müssen wir als Team agieren und uns gegenseitig unterstützen, egal, wer am Ende spielt", sagt Schülke.

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