Deutschlands Handballerinnen haben einen großen Schritt Richtung EM-Endrunde in den Niederlanden gemacht.
Die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen gewann das EM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn in Trier mit 26:18 (13:9) und peilt damit den Gruppensieg an. Zudem revanchierte sich die Auswahl des DHB für die 23:25-Hinspielniederlage am Donnerstag in Nyiregyhaza.
Mit dem 16. Sieg im 73. Vergleich gegen die Ungarinnen holte sich die deutsche Auswahl die Tabellenführung in der Gruppe eins zurück und kann mit zwei Siegen am 30. Mai in Weißrussland und am 2. /3. Juni gegen Aserbaidschan den Gruppensieg perfekt machen.
Zur endgültigen EM-Teilnahme fehlt den deutschen Damen noch ein Punkt.
"Für uns waren diese zwei Punkte sehr wichtig. Wir haben einen großen Schritt Richtung EM gemacht, und ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft", sagte Jensen.
Matchwinnerin war die nachnominierte Friederike Lütz. Die 23 Jahre alte Rechtsaußen war erst wegen der schweren Verletzung von Spielführerin Isabell Klein (Kreuzbandriss) ins Team gerückt und bedankte sich mit acht Treffern.
Jensen war zum Umbauen gezwungen: Neben Klein musste der 35 Jahre alte Däne auch auf Nadja Nadgornaja, im Hinspiel mit elf Toren beste deutsche Werferin, und Kerstin Wohlbold (beide Thüringer HC) verzichten. Nadgornaja hatte Probleme mit der Leiste, Spielmacherin Wohlbold lag mit einem Infekt flach.
Unter den Augen von DHB-Manager Heiner Brand machte die deutsche Mannschaft aber dennoch von Beginn an deutlich, dass sie Revanche für die Niederlage in Ungarn nehmen wollte und überzeugte diesmal auch in der Offensive.
Ein Hattrick von Lütz brachte die Jensen-Sieben in der 14. Minute erstmals mit drei Toren in Führung (6:3). Bis zur Halbzeit arbeitete sich das deutsche Team eine Vier-Tore-Führung heraus (13:9).
Nach der Pause baute das deutsche Team, auch dank einer starken Katja Schülke im Tor, die Führung kontinuierlich aus. Deutschland geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, die Partie aus den Händen zu geben - Ungarn konnte den verletzungsbedingten Ausfall von Anita Görbicz nicht kompensieren.
Kim Birke (VfL Oldenburg) setzte mit einem verwandelten Kempa vor 2017 Zuschauern den Schlusspunkt zum deutlichen 26:18-Sieg. Neben Lütz überzeugte auch die Leverkusenerin Laura Steinbach mit sieben Toren.
