Dicke Luft zwischen dem Deutschen Handballbund (DHB) und dem Thüringer HC:
Bundestrainer Heine Jensen muss beim Sommerlehrgang der Frauen-Nationalmannschaft auf ein Quartett vom deutschen Meister verzichten.
Die Thüringer verweigerten Nadja Nadgornaja, Kerstin Wohlbold, Anja Althaus und Shenia Minevskaja die Freigabe für den am Sonntag in Barsinghausen beginnenden Trainingslehrgang.
"Unsere Vorbereitungsphase beginnt am 9. Juli, das ist schon ewig geplant. Für uns ist diese Zeit ganz ganz wichtig und wir können nicht auf die Spielerinnen verzichten", sagte THC-Trainer Herbert Müller.
Außerdem seien seit einem Dreivierteljahr wichtige Sponsorentermine geplant, ein Verzicht auf die Leistungsträgerinnen wäre nicht denkbar.
"Es stehen außerdem Tests und Leistungsdiagnostik auf dem Programm. Auch das Teambuilding soll in dieser Zeit vorangetrieben werden", sagte Müller.
Bundestrainer Jensen reagierte wenig begeistert auf die ungewöhnliche Maßnahme des Meisters der vergangenen beiden Jahre.
"Es ist schade, dass den Spielerinnen eine wichtige Möglichkeit genommen wird", sagte der 35-Jährige, der auf Nachnominierungen verzichten wird.
Die vier Spielerinnen werden auch bei den Länderspielen gegen Brasilien in Bremen (13. Juli) und Minden (14. Juli) fehlen. Müller zeigte immerhin Verständnis für seinen Trainerkollegen.
"Natürlich kann ich die Enttäuschung verstehen, aber wir müssen im Verein eine ordentliche Vorbereitung gewährleisten", sagte Müller, der mit den Thüringerinnen in der kommenden Saison erneut in der Champions League antreten wird.
Als Höhepunkt des Jahres steht für die DHB-Frauen die EM in Serbien (4. bis 16. Dezember) auf dem Programm. "Ich freue mich, dass fast alle Spielerinnen der Einladung folgen konnten", sagte Jensen:
"Sie waren bereit, auch ihren Urlaub zu Gunsten der sportlichen Karriere zu investieren und haben sich langfristig auf diesen Termin Mitte Juli eingerichtet. Das gilt auch für das Gros der Vereine."
