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Kraftpakete im Duell: Kiels Marcus Ahlm (l.) gegen Löwe Oliver Roggisch © getty

Der Meister ist auch beim Pokal-Final-Four der große Favorit. Die Löwen wollen Revanche, ein Außenseiter wittert seine Chance.

München/Hamburg - Alle jagen den alten und neuen Meister: Beim Finalwochenende des DHB-Pokals in Hamburg ist der THW Kiel einmal mehr der Top-Favorit.

Der Cupverteidiger trifft im Halbfinale des traditionellen Final-Four-Turniers in der ausverkauften ColorLine-Arena am Samstag (15.15 Uhr) auf die Rhein-Neckar Löwen.

Nach den Manipulations-Vorwürfen aus dem Löwen-Lager in den vergangenen Wochen sind die Kieler heiß auf das nächste Duell mit den Mannheimern ("Bei ihren Namen kocht alles").

Das erste Halbfinale bestreiten zuvor um 13.15 Uhr der HSV Hamburg und der VfL Gummersbach (DATENCENTER: DHB-Pokal).

"Ich erhoffe mir von der Endrunde Handball wie er sein sollte", sagt THW-Trainer Alfred Gislason (Kiel hat "Selbstvertrauen ohne Ende") .

"Leistung viel zu wenig gewürdigt"

Den Isländer ärgert es schon seit Wochen, dass sein Arbeitgeber fast nur noch mit undurchsichtigen finanziellen Transaktionen und kaum mit dem phänomenalen sportlichen Erfolg der vergangenen Monate in Verbindung gebracht wird: "Die Leistung meiner Mannschaft wird von den Medien viel zu wenig gewürdigt."

Sollte dem Rekordmeister der dritte Pokalgewinn in Folge glücken, wäre dieser sportliche Triumph kaum weniger wert als der Gewinn der Champions League.

Kiel, Hamburg (Hens im Sport1.de-Interview) und die Löwen standen auch in der Königsklasse in der Vorschlussrunde, nur Spaniens Topklub Ciudad Real wird in der Hansestadt durch Final-Four-Neuling VfL Gummersbach "ersetzt".

Underdog macht sich Hoffnungen

Dessen Coach Sead Hasanefendic will sich aber gegen die drei Topvereine der Liga tapfer behaupten: "Vielleicht können wir ja 120 Prozent geben und eine Überraschung landen. Jedes Spiel beginnt wieder bei 0:0, und in 60 Minuten kann viel passieren."

Linksaußen Adrian Wagner spekuliert mit dem Überraschungsmoment: "Viele aus unserer Mannschaft sind zum ersten Mal dabei und kennen die Atmosphäre noch nicht. Vielleicht mobilisiert uns gerade das."

Spiel um Platz drei möglich

In der Bundesliga als Tabellenneunter nur Mittelmaß, ist das Final Four für Altmeister Gummersbach auch eine große Chance, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.

Dafür würde sogar schon ein Sieg im Match um den dritten Platz reichen, das am Sonntag (11.15 Uhr) ausgetragen wird, wenn sich Kiel und Hamburg (So., 14.15 Uhr) im Finale gegenüberstehen sollten.

Zudem stehen die Gummersbacher im Finale des EHF-Cups gegen RK Gorenje Velenje und könnte sich bei einem Titelgewinn einen erneuten Startplatz sichern (Deutsche Klubs dominieren Europa) .

Oldies mit Ambitionen

THW-Kapitän Stefan Lövgren möchte sein Team mit dem sechsten Pokalgewinn auch in dieser Sparte noch zum alleinigen Rekordtitelträger machen, ehe er seine lange Laufbahn beendet.

Einen Sieg zum Abschied wünscht sich bei den Rhein-Neckar Löwen aber auch der 319-malige Nationalspieler Christian Schwarzer.

Für den fast 40 Jahre alten Kreisläufer wäre es der zweite Triumph nach einem Pokalsieg 2002 mit dem TBV Lemgo.

Letzte Chance für den HSV

Die letzte Chance in dieser Saison auf einen Titel bietet sich dem "Gastgeber": Der HSV hat nach dem Aus in Bundesliga und Champions League verständlicherweise hohe Ambitionen.

HSV-Coach Martin Schwalb sagt: "Wir sind stolz, zum vierten Mal in Folge dabei zu sein und werden alles rausholen. Die Fans können sich auf ein ganz spannendes Final-Four-Wochenende freuen."

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