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In seinen ersten drei Profijahren spielte Filip Jicha für Dukla Prag © imago

Im emotionsgeladenen Pokal-Halbfinale hat THW gegen die Rhein-Neckar Löwen das letzte Wort. Der rechte Flügel ragt hervor.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg ? Der THW Kiel steuert nach einer Nervenschlacht auf den dritten Pokalsieg in Folge zu.

Der Deutsche Meister und Champions-League-Finalist trifft nach einem am Ende glücklichen 36:35 (21:18)-Sieg im Halbfinale gegen den Süd-Rivalen Rhein-Neckar Löwen im Endspiel am Sonntag auf den VfL Gummersbach.

Der Altmeister hatte im ersten Halbfinale am Samstagmittag überraschend den HSV Hamburg am Ende deutlich bezwungen. (HSV blamiert sich im "Wohnzimmer")

Den entscheidenden Treffer für Kiel erzielte Filip Jicha drei Sekunden vor dem Abfiff.

Aufruf von Christian Schwarzer

Im ewig jungen Duell und der Neuauflage des Halbfinals in der Champions League hatten die Kieler wie so oft das bessere Ende auf ihrer Seite ? damit hat der THW weiter gute Chancen auf das zweite Triple nach 2007. (Kiel hat "Selbstvertrauen ohne Ende")

Überragende Akteure waren auf Seiten des THW Rechtsaußen Vid Kavticnik (10/3) und bei den Löwen Regisseur Gudjon Valur Sigurdsson (7/4). (STATISTIK: Stenogramme des Final Four).

In hitziger Atmosphäre begannen die Kieler von Trainer Alfred Gislason konzentriert und ließen keinen Zweifel an ihrem Potenzial aufkommen.

Eine Randnotiz, die die Stimmung in der mit 13.000 Fans ausverkauften Color-Line-Arena beschreibt: Löwen-Kreisläufer Christian Schwarzer entgegnete der aufgeheizten Stimmung in der Halle unmittelbar vor Anpfiff mit der Bitte ans Publikum, sich fair zu verhalten - das Verhältnis der beiden Klubs ist aufgrund der Vorwürfe in der Manipulationsaffäre offenbar nachhaltig getrübt.

Andersson nahtlos ersetzt

Sportlich dominierte der Meister von der ersten Minute an: Kiels tschechischer Halblinker Jicha erzielte das 1:0, danach gab der Titelverteidiger die Führung lange nicht mehr ab.

Der THW zwang den Löwen sein rasendes Tempospiel auf ? und der Herausforderer zunächst konnte nur bedingt mithalten. Vor allem der glänzend aufgelegte Kavticnik und Christian Zeitz mit seinen überraschenden Würfen sorgten beim 19:15 (25.) erstmals für eine deutliche Führung des Favoriten. (DATENCENTER: DHB-Pokal)

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Der Linkshänder und ehemalige Östringer ersetzte Kim Andersson (Mittelhandbruch) ohne Leistungsabfall, zur Pause lag der THW mit 21:18 vorn.

Lässiger Strafwurf-Heber

Über 27:23 (40.) verteidigten die Kieler dank der starken zweiten Welle ihre Führung nach dem Wechsel unter den Gesängen der zahlreichen THW-Fans.

In der 45. Minute musste beim Stand von 30:26 Löwen-Abwehrboss Oliver Roggisch nach einem Foul an Zeitz und seiner damit verbundenen dritten Zeitstrafe mit der Roten Karte vom Feld.

Die Löwen kamen kurz danach auf drei Tore heran, doch Jicha stellte mit einem lässigen Strafwurf-Heber (52./33:29) den alten Vorsprung wieder her.

Entscheidung aus zehn Metern

Beim 33:31 (54.) durch Mariusz Jurasik keimte noch einmal badische Hoffnung, zumal Slawomir Szmal in der Folge Jichas Wurf parierte und Patrick Groetzki den Anschluss markierte. Nun dominierte der Löwen-Lärm von den Rängen.

Kavticnik erzielte vom Kreis das 34:32 für Kiel (56.) ? doch immer wieder Jurasik hielt die Löwen im Spiel. Szmal parierte einen Strafwurf von Jicha, Jurasik gelang der Ausgleich (58.).

Schwarzer schaffte nach Zeitz' Treffer noch einmal den Ausgleich vom Kreis, doch im Gegenzug jagte Jicha den Ball aus zehn Metern in die Maschen ? die Entscheidung.

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