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Im Pokalfinale kommt es zum Duell zwischen Vedran Zrnic (l.) und Nikola Karabatic © getty

Nach dem Coup gegen den HSV Hamburg will der VfL Gummersbach im Pokalfinale Top-Favorit und Meister Kiel ein Bein stellen.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg ? Den ersten Favoriten hat der VfL Gummersbach schon aus dem Weg geräumt, nun soll der ganz große Wurf folgen.

Nachdem der Underdog aus dem Oberbergischen das Star-Ensemble des HSV Hamburg im Halbfinale des DHB-Pokals vor heimischer Kulisse blamierte, wartet nun im Finale am Sonntag (ab 14.15 Uhr LIVESCORES) mit dem THW Kiel die Übermannschaft der Saison.

Schon seit Wochen stehen die "Zebras" als Deutscher Meister fest und greifen zudem in der Champions League nach Europas Krone, unterschätzen wollen die Kieler den Bundesliga-Neunten trotz der überdeutlichen Ausgangslage aber auf keinen Fall.

Negativbeispiel Hamburg

"Der HSV ist das warnende Beispiel, wie man es nicht angehen darf", sagte Nationalmannschafts-Linksaußen Dominik Klein nach dem Last-Minute-Sieg seiner Kieler im Halbfinale über die Rhein-Neckar Löwen im Gespräch mit Sport1.de: "Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden."

Und genau in der konsequenten Umsetzung dieser Einstellung liegt eine der größten Stärken des THW Kiel, auch wenn Trainer Alfred Gislason meinte: ?Vielleicht haben einige meiner Spieler zu früh gedacht, das Spiel sei entschieden.?

Die Chance der Außenseiter aus Gummersbach ist dagegen, dass sie nichts zu verlieren haben.

Gummersbach im Europapokal

VfL-Trainer Sead Hasanefendic wagte angesichts des Triumphes seiner Mannschaft einen Seitenhieb in Richtung der finanziell besser situierten Konkurrenz. "Nicht die Bezahlung der Spieler entscheidet, sondern dass, was auf dem Spielfeld passiert."

Mit dem Einzug ins Pokalfinale hat sich der VfL gleichzeitig einen Startplatz im Europapokal der Pokalsieger gesichert, da der THW als Meister sicher in der Champions League antritt. (STATISTIK: Stenogramme des Final Four)

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Die Einnahmen aus dem internationalen Wettbewerb kann der klamme Altmeister, der auch im Endspiel des EHF-Cups steht, gut gebrauchen.

Gerade, so sieht es zumindest aus, muss man in Momir Ilic seinen besten Spieler ziehen lassen, weil man im Gehaltspoker nicht ganz oben mithalten kann.

Ilic soll Karabatic ersetzen

Ilic soll ausgerecht bei Finalgegner THW Kiel Welthandballer Nikola Karabatic ersetzen ? ob es diesen schon 2009 oder erst 2010 zurück in die Heimat nach Montpellier zieht, ist wie die Dauer von Ilic? Verbleib beim VfL noch fraglich.

Die Spieler des Meisters lassen diese Berechnungen genau so wenig an sich heran wie die nur schleppend fortschreitende Aufklärung der Manipulationsaffäre, fokussieren sich dagegen auf das Wesentliche.

"Für uns ist das überhaupt nicht präsent, wir haben ganz andere Aufgaben", sagt Klein über die Begegnung mit Ilic. (Kiel hat "Selbstvertrauen ohne Ende")

Klein will das Triple

Der einzige verbliebene deutsche Nationalspieler im Kader der Kieler will den Triumph aus seinem ersten Jahr beim THW wiederholen: 2007 gewann er nach seinem Wechsel aus Großwallstadt in den hohen Norden das Triple. (DATENCENTER: DHB-Pokal)

Klein sagte: "Jetzt sind die Wochen des Titelsammelns. Da haben wir den ersten Schritt getan und wollen am Sonntag den zweiten machen."

Im Finale zwischen dem ehemaligen und dem amtierenden Rekordmeister geht es außerdem darum, wer sich in Zukunft alleiniger Rekordpokalsieger nennen darf: Beide Klubs haben den Cup bislang fünfmal gewonnen.

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