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Der THW Kiel ist Deutscher Rekordmeister und Rekordpokalsieger © getty

Der THW lässt im Finale aufopferungsvoll kämpfenden Gummersbachern am Ende keine Chance und triumphiert zum dritten Mal in Folge.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Der ganz große Wurf blieb Außenseiter Gummersbach dann doch verwehrt.

Top-Favorit THW Kiel hat sich im Finale des DHB-Pokals erwartungsgemäß durchgesetzt und zum dritten Mal in Folge den Cup gewonnen.

Der Deutsche Meister und Champions-League-Finalist siegte im Endspiel von Hamburg am Sonntagnachmittag dank eines überragenden Thierry Omeyer im Tor mit 30:24 (15:12) gegen den VfL und holte damit auch das dritte Double in Serie. (STATISTIK: Stenogramme des Final Four)

Kiel alleiniger Rekordpokalsieger

Erfolgreichste Werfer in der kampfbetonten Partie waren Rechtsaußen Vid Kavticnik (6/4) für Kiel und der künftige Kieler Momir Ilic (6/3) bei Gummersbach.

Der Bundesliga-Neunte hatte im Halbfinale des traditionellen Final-Four-Turniers am Samstag noch überraschend den favorisierten HSV Hamburg in seinem "Wohnzimmer" aus dem Wettbewerb geworfen. (HSV blamiert sich im "Wohnzimmer")

Mit dem Triumph in der mit 13.000 Zuschauer erneut ausverkauften Color-Line-Arena ist Kiel nun auch alleiniger Rekordpokalsieger - vor der Begegnung des Serienchampions der Neuzeit mit dem Altmeister hatten sowohl der THW als auch der VfL fünf Cuptitel eingefahren.

Andersson wieder dabei

Kim Andersson stand beim THW nach seinem Mittelhandbruch überraschend unter den ersten Sieben. Kapitän Stefan Lövgren führte in seinem letzten Pokalfinale von Beginn an Regie, Welthandballer Nikola Karabatic saß zunächst nur auf der Bank.

Vielleicht auch deshalb kam der THW nur schwer in Fahrt, obwohl Torhüter Omeyer einen Glanztag mit teils unglaublichen Paraden erwischte.

Die Partie war ausgeglichen, bis Omeyer wegen eines Schubsers gegen Robert Gunnarsson zwei Minuten kassierte und kurz darauf die Kieler wegen eines Wechselfehlers weiter dezimiert wurden.

Gummersbach führt mit drei Toren

Der befreit aufspielende VfL setzte sich in doppelter Überzahl auf 9:7 und per Konter durch den flinken Audrey Tuzolana sogar auf 10:7 (22.) ab.

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Kiels Coach Alfred Gislason nahm die nötige Auszeit - mit Wirkung: Filip Jicha mit einem Kraftakt und der erneut bärenstake Vid Kavticnik per Traumkonter glichen zum 10:10 aus.

Ein Doppelschlag von Linksaußen Henrik Lundström und Anderssons Dreher von rechts bedeuteten das 13:10 für Kiel. Den Drei-Tore-Vorsprung verteidigten die "Zebras" bis zum Pausenpfiff.

Omeyer vernagelt Tor

In einer doppelten Überzahl setzte sich der THW nach dem Wechsel dann mit konsequentem Tempospiel auf 19:13 (37.) ab - auch weil Omeyer hinten seinen Kasten regelrecht vernagelte.

Als Jicha aus der zweiten Welle den Ball mit Macht zum 20:13 unter die Latte hämmerte (41.), war die Vorentscheidung gefallen.

Über 24:15 (47.) und 27:17 (53.) schaukelte der alte und neue Titelträger den Sieg sicher nach Hause ? der Rest war Jubel in schwarz und weiß. (DATENCENTER: DHB-Pokal)

Kiel will Triple

Um eine schon jetzt überragende Saison zu krönen, wartet nun noch das Finale der Königsklasse auf den THW: Am 24. Mai in heimischer Halle und am 31. beim spanischen Vorzeige-Klub Ciudad Real kämpfen die "Zebras" um Europas Krone.

Auch dem VfL, der sich in Hamburg teuer verkaufte, bleibt noch eine Titelchance: Am 23. Mai auswärts und am 30. Mai daheim trifft Gummersbach im Endspiel des EHF-Cups und in seinem ersten Europapokalfinale seit 26 Jahren auf den slowenischen Spitzenklub Gorenje Velenje.

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