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Keine Zeit für Geschenke: Christian Zeitz (l.) und Thomas Mogensen © imago

Für Meister THW Kiel ist es die Woche der Wahrheit: Vor dem Liga-Gipfel gegen den HSV geht es zum Derby nach Flensburg.

Von Julian Meißner

München/Flensburg - Ausgerechnet eine THW-Legende zog das große Los. Der 340-malige Nationalspieler Klaus-Dieter Petersen bescherte den Handball-Fans mit einem geübten Handgriff am 25. Oktober eine weitere Auflage des Klassikers schlechthin: Flensburg gegen Kiel.

Im Achtelfinale des DHB-Pokals kommt es am Mittwoch (20.15 Uhr LIVESCORES und im DSF) zum ewig jungen Duell zweier Mannschaften, die sich mittlerweile allerdings nicht mehr ganz auf Augenhöhe befinden.

Serienmeister Kiel, mit sechs Erfolgen auch deutscher Rekord-Pokalsieger, ist dem Erzrivalen nach Jahren der erbitterten Rivalität davongezogen.

Das letzte Aufeinandertreffen in der Bundesliga unterstrich die Vormachtstellung des THW im hohen Norden: Mit 41:33 stürmten die "Zebras" am 14. Oktober die Campushalle.

"Heimspiel bietet immer Möglichkeiten"

Dennoch ist sich SG-Urgestein Lars Christiansen, der nach 13 Jahren seine letzte Saison in Flensburg bestreitet, sicher: "Wenn wir so spielen wie in den letzten Spielen, haben wir eine Chance. Wir werden Kiel das Leben schwer machen."

Und Christiansens dänischer Landsmann, Kreisläufer Michael Knudsen, meint: "Der THW hat zwar die beste Mannschaft der Welt, aber ein Heimspiel bietet immer Möglichkeiten."

Flensburg mit starker Serie

Unterschätzen werden die Kieler die SG in ihrer "Hölle Nord" kaum. Das prestigeträchtige Final Four in Hamburg steht auf dem Spiel, und die Flensburger spielen beileibe keine schlechte Saison.

Sechs Siege in Serie stehen zu Buche, zuletzt feierte das Team von Trainer Per Carlen einen ebenso knappen wie wichtigen 27:26-Auswärtserfolg beim VfL Gummersbach. Mit acht Minuspunkten ist die SG in der Bundesliga noch ganz oben dabei - das hatten dem klammen Klub vor Saisonbeginn die wenigsten zugetraut.

"Der THW ist Favorit", sagt Carlen: "Nach den letzten Siegen hat meine Mannschaft aber Selbstvertrauen getankt und freut sich auf diese Herausforderung."

Bei einem Erfolg des Underdogs wäre die SG nur noch einen Sieg von ihrer siebten Teilnahme am Final Four entfernt. (DATENCENTER: Der DHB-Pokal).

Gislason vermisst Narcisse

Doch zunächst wartet die schwerste aller Aufgaben gegen den Meister und ungeschlagenen Tabellenführer.

Als "extreme Härtetests" bewertet seinerseits THW-Coach Alfred Gislason das Spiel in Flensburg und den folgenden Liga-Gipfel gegen den HSV.

Der Isländer muss dabei weiter auf seinen Superstar Daniel Narcisse (Fingerbruch) verzichten. "Daniel war vor dem Unfall in sehr guter Verfassung, vermissen werden wir vor allem seine Fähigkeiten beim Spiel Mann gegen Mann", so Gislason. Zudem ist Filip Jicha grippegeschwächt.

Doch Gislason ist sich sicher: "Wir sind vorbereitet."

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