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Der fünfmalige Pokalsieger VfL Gummersbach holte zuletzt 1985 den Titel © getty

Nach dem Aus des Überteams stehen die Halbfinals des Final Four fest. Der HSV hat Losglück und gilt vielen als Favorit.

Hamburg - Das vorzeitige Aus von Rekord-Pokalsieger THW Kiel hat bei den Teilnehmern des Final-Four die Hoffnung auf den Cupgewinn geschürt.

"Ich bin ganz froh, dass der THW mal nicht dabei ist, das erhöht die Chancen der anderen", erklärte Assistenztrainer Kent-Harry Andersson von den Rhein-Neckar Löwen bei der Auslosung der Pokalendrunde in Hamburg.

In den Halbfinals treffen die Löwen am 10. April in der Hansestadt auf Kiels Viertelfinal-Bezwinger VfL Gummersbach, während es Gastgeber HSV Hamburg mit dem TuS N-Lübbecke zu tun bekommt.

In Gummersbach nahm man die ausgelosten Paarungen am Tag nach dem unerwartet deutlichen 35:28-Sieg über den THW gelassen zur Kenntnis.

"Kein Traumlos für uns"

"Wir freuen uns erst einmal über die Riesen-Überraschung, die uns gegen Kiel geglückt ist, da wäre uns jeder Gegner fürs Halbfinale recht gewesen", sagte VfL-Geschäftsführer Axel Geerken.

Dagegen wären die Löwen dem Vorjahresfinalisten in der Vorschlussrunde lieber aus dem Weg gegangen.

"Wenn man Gummersbachs beeindruckende Vorstellung gegen den THW gesehen hat, kann man sicher nicht von einem Traumlos für uns sprechen", so Andersson.

HSV erster Titelanwärter

Favorit auf den Pokalsieg ist für den Schweden allerdings der HSV: "Ich sehe Hamburg sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft als ersten Titelanwärter."

Beim Bundesliga-Tabellenführer ist man jedoch trotz der vermeintlich leichten Halbfinal-Aufgabe gegen Außenseiter Lübbecke auf der Hut.

"Leichte Gegner gibt es beim Final Four nicht", sagte Hamburgs sportlicher Leiter Christian Fitzek, der Trainer Martin Schwalb mit der Kunde von der Auslosung keine Freude machen konnte:

Außenseiter als Bereicherung

"Das ist genau der Gegner, den unser Trainer nicht wollte." Zu gut ist bei den Hanseaten wohl noch das letzte Duell mit Lübbecke Mitte Dezember in der Bundesliga in Erinnerung, als man beim 25:24-Sieg nur knapp und äußerst glücklich einer Blamage entging.

"Lübbecke ist absolut in der Lage, jeden der anderen drei zu schlagen", mutmaßte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, der den Außenseiter als Bereicherung der Veranstaltung ansieht:

"Für unser Final Four ist es gut, dass es mal eine andere Zusammenstellung gibt und die Bundesliga-Topteams nicht wie sonst unter sich sind."

HBL drohen Einbußen

Wirtschaftlich drohen der HBL als Veranstalter des Final Four Einbußen, nachdem die Vermarktungsagentur "Kick and Rush" Anfang Januar Insolvenz angemeldet hat. "Das bedeutet für uns einen erheblichen Schaden, der zwar nicht existenzbedrohend, aber doch schmerzlich ist", sagte Bohmann.

Der Verlust, der sich vor allem auf die letztjährigen Veranstaltungen Final Four, Supercup und All-Star-Game bezieht, soll dabei deutlich im sechsstelligen Bereich liegen.

Dazu Bohmann: "Künftige Veranstaltungen werden wir bis auf weiteres in Eigenregie vermarkten. Was die vergangenen Events angeht, werden wir uns mit dem Insolvenzverwalter zusammensetzen. Aber ich gehe davon aus, dass wir einen Großteil der Summe abschreiben können."

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