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Uwe Gensheimer (l.) war mit vier Toren drittbester Torschütze der Löwen © imago

Die Rhein-Neckar Löwen ziehen durch einen verdienten Sieg über Gummersbach ins Finale ein. Erfolgsgarant ist die Deckung.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Die Rhein-Neckar Löwen unternehmen den nächsten Anlauf auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte.

Das Team von Trainer Ola Lindgren besiegte am Samstag im ersten DHB-Pokal-Halbfinale beim traditionellen Final-Four-Turnier in Hamburg Vorjahresfinalist VfL Gummersbach verdient mit 31:21 (14:10) (DATENCENTER: DHB-Pokal).

Die Löwen treffen nun im Endspiel am Sonntag (ab 13.15 Uhr auf SPORT1 und als LIVESTREAM) auf den Sieger des zweiten Semifinales zwischen Bundesliga-Spitzenreiter HSV Hamburg und Außenseiter TuS N-Lübbecke (ab 15.15 Uhr im DSF und in den LIVESCORES).

Gummersbach, das im Viertelfinale sensationell Seriensieger THW Kiel aus dem Wettbewerb geworfen hatte, spielt davor gegen den Verlierer um Platz drei.

Bielecki und Myrhol überragen

Die Löwen, die bei ihrer fünften Final-Four-Teilnahme in Folge ohne ihren Kapitän Gudjon Valur Sigurdsson (Knie-OP) antraten, legten den Grundstein zum Erfolg mit einer bombenfesten und gleichzeitig beweglichen 6:0-Deckung, die ein starker Keeper Slawomir Szmal unterstützte.

Bester Akteur auf Seiten des Siegers war vor 13.104 Zuschauern in der ausverkauften Color-Line-Arena der Pole Karol Bielecki mit sechs Treffern und zahlreichen Assists. Der starke Kreisläufer Bjarte Myrhol kam auf sieben Tore.

"Ich träume vom Titel", verriet Myrhol im DSF. "Das wäre sehr wichtig für die Spieler, den Trainer, die Fans, den gesamten Verein."

Für Gummersbach waren Spielmacher Viktor Szilagyi (6/3), Rechtsaußen Vedran Zrnic (5/1) und Rückraumspieler Adrian Pfahl (5/1) die erfolgreichsten Werfer.

Stojanovic hält VfL im Spiel

In der kampfbetonten Partie, in der erst nach über fünf Minuten der erste Treffer fiel, eroberte der Finalist von 2006 und 2007 per Konter durch Patrick Groetzki die erste Zwei-Tore-Führung, Bjarte Myrhol legte vovm Kreis zum 6:3 nach (15.).

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Vor allem dank des bärenstarken Shooters Bielecki blieben die Badener in der Folge vorn, konnten sich aber zunächst nicht entscheidend absetzen - auch, weil der erneut glänzend aufgelegte VfL-Torhüter Goran Stojanovic seine löchrige Deckungsreihe mit starken Paraden ein ums andere Mal rettete.

Löwen brechen kurzzeitig ein

Nationalmannschafts-Linksaußen Uwe Gensheimer brachte sein Team mit dem 13:9 (28.) erstmals mit vier Toren in Front ? dieser Vorsprung hatte bis zum Wechsel Bestand.

Routinier Olafur Stefansson, der eine solide Leistung abrief, erhöhte nach der Pause auf 17:12 (34.) - dann verlor seine Truppe kurzfristig den Faden.

In einer Minute kassierten die Löwen zwei Gegenstöße von Zrnic und Jörg Lützelberger: Gummersbach war beim 17:15 aus Löwen-Sicht (37.) wieder dran.

"Wir haben uns auf alle möglichen Abwehrformationen vorbereitet, weil man bei Gummersbach nie weiß, wie sie agieren", verriet Löwen-Trainer Lindgren im DSF. "Wir haben sehr konzentriert auf ihre Umstellungen reagiert."

Löwen verteidigen Vorsprung

Löwen-Coach Lindgren mahnte an der Bank zu Ruhe, doch nur bedingt mit Erfolg: Die Partie wurde erst einmal noch zerfahrener.

Aufgrund der höheren Qualität der Einzelspieler und der größeren Wechselmöglichkeiten behielten die Löwen aber in einem packenden Pokalfight die Nase vorn und verteidigten ihren knappen Vorsprung.

Gensheimers feiner Leger zum 22:18 (46.) sorgte erstmals wieder für etwas Freude bei den mitgereisten Fans.

"Die Löwen haben fantastisch in der Abwehr gespielt", gestand Szilagyi im DSF ein. "Unser erster Angriff war symptomatisch für das ganze Spiel. Leider haben wir nicht gut gespielt und nicht so wie wir es uns eigentlich vorgenommen hatten."

Manojlovic mit der Vorentscheidung

Unerschrocken kämpfende Gummersbacher drückten danach zwar noch einmal kurz aufs Tempo, doch spätestens mit dem Treffer von Abwehr-Ass Nikola Manojlovic aus der Zweiten Welle - seinem einzigen - zum 24:18 (48.) war eine Vorentscheidung gefallen.

Über 29:20 (55.) brachten die Löwen den verdienten Sieg sicher nach Hause und stehen nun zum dritten Mal in einem DHB-Pokalfinale.

"Die Löwen haben über 60 Minuten ein nahezu perfektes Spiel abgeliefert", brachte es DSF-Experte Stefan Kretzschmar auf den Punkt.

Das Spiel im Stenogramm:

Rhein-Neckar Löwen - VfL Gummersbach 31:21 (14:10)Tore: Myrhol (7), Bielecki (6), Groetzki (4), Gudjonsson (4), Stefansson (3/1), Gensheimer (2), Tkaczyk (2), Manojlovic (1), Müller (1), Klimowets (1) für Rhein-Neckar LöwenSzilagyi (6/3), Zrnic (5/1), Pfahl (5/1), Gunnarsson (2), Krantz (1), Lützelberger (1) Teppich (1) für GummersbachZuschauer: 13.104 (ausverkauft)

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