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Marcin Lijewski war von der Lübbecker Abwehr nicht zu stoppen © imago

Hamburg siegt im Pokal-Halbfinale gegen Außenseiter Lübbecke und fordert die Löwen. Am Ende wird es aber zur Zitterpartie.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Der Triple-Traum an der Elbe lebt: Bundesliga-Spitzenreiter und Champions-League-Viertelfinalist HSV Hamburg kann sich am Sonntag den zweiten Titel der Vereinsgeschichte im DHB-Pokal sichern.

Das Team von Trainer Martin Schwalb besiegte am Samstag im zweiten Halbfinale beim traditionellen Final-Four-Turnier in heimischer Halle Außenseiter TuS N-Lübbecke nach hartem Kampf mit 37:32 (17:13) (DATENCENTER: DHB-Pokal).

Dabei überrollte die Hamburger Star-Truppe den überforderten Aufsteiger in der Anfangsphase förmlich - nach zehn Minuten stand es schon 10:3 für das Team von Martin Schwalb -, hatte aber am Ende doch noch erhebliche Mühe.

Der HSV trifft nun im Endspiel am Sonntag (ab 13.15 Uhr auf SPORT1 und als LIVESTREAM) auf die Rhein-Neckar Löwen, die den VfL Gummersbach im ersten Halbfinale sicher bezwungen hatten (Spielbericht: Rhein-Neckar Löwen - VfL Gummersbach).

Blitzstart des HSV

Die Hamburger legten gegen den Aufsteiger und Bundesliga-Elften Lübbecke los wie die Feuerwehr.

Aus einer äußerst aggressiven Deckung mit Kroaten-Star Igor Vori an der Spitze donnerte der HSV-Express über die harmlosen Ostwestfalen hinweg.

Aus dem Rückraum, von Außen, per Tempogegenstoß - die Hamburger spielten sich einen Rausch und trafen in der Anfangsphase, wie sie wollten.

TuS lässt sich nicht abschütteln

Was für die 13.104 Zuschauer in der ausverkauften Color-Line-Arena zunächst nach einer totalen Demontage aussah, relativierte sich jedoch mit zunehmendem Spielverlauf: Der HSV ließ die Zügel etwas schleifen, Lübbecke kämpfte und kam trotz beschränkter personeller Mittel besser ins Spiel.

Not-Neuzugang Roman Pungartnik stand zwar in der Anfangsformation, musste aber im rechten Rückraum schnell für den von seinem Muskelfaserriss genesenen Isländer Heidmar Felixson weichen.

Henrik Hansen verringerte den Rückstand beim 7:12 (18.) aus Lübbecker Sicht erstmals wieder auf fünf Tore, zudem steigerte sich Milos Putera im Tor der Rot-Schwarzen.

Niemeyer bester Werfer

Die Hamburger um den treffsicheren Dänen Hans Lindberg (8/3) hielten den Kontrahenten auf erträgliche Distanz, doch der TuS ließ sich nicht abschütteln.

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Der stark aufspielende Ex-HSV-Profi Arne Niemeyer (11 Tore) brachte Nettelstedt beim 17:13 (28.) wieder auf vier Treffer heran ? gleichzeitig der Pausenstand.

"In der ersten Halbzeit haben wir in den ersten acht Minuten überragend gespielt, anschließend sehr bescheiden", brachte es HSV-Präsident Andreas Rudolph im DSF auf den Punkt.

Die Miene von HSV-Coach Schwalb sprach Bände, als er sein Ende des ersten Abschnitts doch etwas fahrlässig agierendes Team in die Katakomben geleitete, sein Team hätte schon zur Pause uneinholbar führen können.

Lijewski trifft aus allen Lagen

Doch auch nach der Kabinen-Ansprache fielen die Tore im Sekundentakt, und nicht nur für die Gastgeber. Hamburgs bester im Rückraum, der polnische Linkshänder Marcin Lijewski (10 Tore), erzielte zwar das 20:15 (34.).

Doch ein Doppelschlag von Thorir Olafsson, ein Niemeyer-Pfund und Frank Lokes erstes Tor vom Kreis brachten den Underdog bis auf ein Tor heran (20:19/38.).

"Wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir im Finale stehen", sagte Lijewski im DSF. "Unsere Erfahrung hat uns einen kleinen Vorsprung gegeben."

Jansen sorgt für Entscheidung

Schwalb reagierte, brachte Per Sandström für den glücklosen Johannes Bitter. Es half nichts: Beim 23:23-Ausgleich durch Niemeyer tobten die zahlreichen mitgereisten TuS-Fans.

Hamburg eroberte die Führung zurück, doch Lübbecke blieb dran. Supertalent Domagoj Duvnjk und immer wieder Lijewski, der bei bärenstarker Quote insgesamt zehnmal traf, war es zu verdanken, dass der HSV letztlich noch die Kurve kriegte und den Vorsprung über 31:28 (53.) und 33:30 (57.) über die Ziellinie rettete.

Routinier Torsten Jansen (6) schaffte mit dem 35:32 die endgültige Entscheidung, auch eine offensive Deckung des krassen Außenseiters half nichts mehr.

Große Enttäuschung bei Niemeyer

"Die Enttäuschung ist riesengroß", sagte Niemeyer im DSF: "Wir haben so viel Herz, so viel Charakter gezeigt, hier in Hamburg nach dem miserablen Start noch einmal zurückzukommen."

Auf Seiten der Lübbecker überzeugten neben Niemeyer auch der eiskalte Siebenmeter-Spezialist Tomasz Tluczynski (6/6) und Linksaußen Tim Remer.

Das Spiel im Stenogramm:

HSV Hamburg - TuS N-Lübbecke 37:32 (17:13)Tore: Lijewski (10), Lindberg (8/3), Jansen (6), Lackovic (5), Duvnjak (5), Vori (1), Guillaume Gille (1), Hens (1) für HamburgNiemeyer (11), Tluczynski (6/6), Remer (4/1), Olafsson (3), Loke (2), Jurecki (2), Tesch (2), Hansen (1), Rui (1) für N-LübbeckeZuschauer: 13.104 (ausverkauft)

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