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Domagoj Duvnjak (l.) erzielte gegen Lübbecke fünf Tore © getty

Der HSV will mit aller Macht "den Pott in Hamburg behalten". Die Löwen sehen sich in einer guten Ausgangsposition.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Abhaken und Blick nach vorne. Mit dieser Devise geht Top-Favorit HSV Hamburg nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle ins Pokal-Endspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag (ab 13.15 Uhr auf SPORT1 und als LIVESTREAM).

Der Spitzenreiter in der Bundesliga hatte in seinem Halbfinale am Samstag gegen den krassen Außenseiter, den Aufsteiger TuS-N Lübbecke, schon auf einen Kantersieg zugesteuert, bevor der Schlendrian einsetzte und das Spiel zur Zitterpartie wurde (DATENCENTER: DHB-Pokal).

Mit 37:32 (17:13) behielt der Pokalsieger von 2006 am Ende noch halbwegs souverän die Oberhand, nahm gegen den Underdog nach einem bärenstarken Auftakt - nach 13 Minuten stand es 12:4 - Mitte der zweiten Halbzeit jedoch den Ausgleich hin (23:23/43.) und ließ den TuS an der Sensation schnuppern.

"Der Auftakt war grandios, daran haben wir uns berauscht. Danach haben wir angefangen, zu verwalten. Das war das große Problem", sagte HSV-Keeper Johannes Bitter im Gespräch mit Sport1.de.

Elf Tore von Niemeyer

Nettelstedt, der Pokalsieger von 1981, für das schon das Erreichen des Final Four den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte darstellt, spielte befreit auf. Allen voran Ex-HSV-Ass Arne Niemeyer, der mit elf Treffern bester Werfer der Partie war.

Nach dem Kraftakt, der im zwischenzeitlichen Ausgleich gipfelte, fehlten den Ostwestfalen allerdings die Alternativen auf der Bank.

Bitter bewertete die Leistung seiner Vordermänner positiv: "Nach dem Unentschieden sind wir gut zurückgekommen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir das Spiel noch verlieren können. Und wir haben es dann ja auch konzentriert zu Ende gespielt."

Duvnjak übernimtm Verantwortung

Als Joker erwies sich in der entscheidenden Phase einmal mehr das kroatische Supertalent Domagoj Duvnjak (5), der Verantwortung übernahm und sein Team in Führung hielt.

"Ich habe den Eindruck, dem ist es egal, wie es steht", meinte HSV-Sportdirektor Christian Fitzek über den 22-Jährigen: "Er zieht sein Spiel durch."

Das kann er nun gegen die Rhein-Neckar Löwen beweisen, die nach dem souveränen 31:21 (14:10)-Sieg über Vorjahresfinalist VfL Gummersbach im Finale warten.

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Löwen-Mastermind Olafur Stefansson betonte, es sei ihm lieber, auf ein Kaliber wie den HSV zu treffen, als sich mit einem Außenseiter wie Lübbecke messen zu müssen. Wie sein Trainer Ola Lindgren war der isländische Routinier sehr angetan von der Performance seines Teams.

Stefansson sieht Fortschritt

"Ich habe heute viele positive Dinge gesehen", sagte Stefansson im Gespräch mit Sport1.de: "Unsere Abwehr stand wirklich kompakt heute. Auch im Angriff haben wir sehr diszipliniert gespielt, als Gummersbach aggressiver herauskam. Es war sehr wichtig, dass wir darauf gut reagiert haben."

Lindgren freute sich angesichts der zuletzt schwindenden Inkonstanz seiner hoch bezahlten Truppe: "Wir haben große Fortschritte gemacht." Manager Thorsten Storm wähnt seinen Klub für das Finale in einer komfortablen Ausgangslage: "Es liegt uns nicht immer, der Favorit zu sein."

Schwalb sieht Gegner auf Augenhöhe

Das ist in diesem Fall der HSV, der aber - ungewohnt in der eigenen ColorLine-Arena - die Übermacht der bunt gemischten Fans gegen sich haben dürfte.

"Wir werden einiges dagegensetzen müssen", meinte HSV-Trainer Martin Schwalb auf den Gegner angesprochen: "Die Löwen und wir, das sind zwei Mannschaften, die auf Augenhöhe agieren."

Alles für den Pokalsieg

Vor allem die Defensive der Badener, die gegen den VfL nur 21 Tore zuließ, könnte mit einem starken Slawomir Szmal zwischen den Pfosten zum Knackpunkt im ersten Endspiel der Saison werden.

"Wir haben unsere Mittel, die Löwen-Deckung zu knacken", ist sich Bitter sicher, der mit seinem Team noch in allen drei Wettbewerben aussichtsreich im Rennen liegt, daran aber erst wieder nächste Woche denken will.

"Wir stehen im Finale des Final Four", sagte der Nationaltorhüter: "Alles andere ist uns gerade komplett egal. Wir werden alles dafür geben, dass wir den Pott hier in Hamburg behalten können."

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