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Torsten Jansen war mit sieben Toren zweitbester Hamburger Werfer © getty

Die Gastgeber setzen sich im Pokalendspiel gegen die Löwen durch. Ein Lijewski ragt mit neun Treffern und dem goldenen Tor heraus.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg ? Unbändiger Jubel in Hamburg: Der HSV hat zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den DHB-Pokal gewonnen und den ersten Schritt in Richtung des Triples geschafft.

In einem dramatischen Finale besiegte der Bundesliga-Spitzenreiter und Champions-League-Viertelfinalist am Sonntagmittag die Rhein-Neckar Löwen mit 34:33 (30:30; 15:15) nach Verlängerung (DATENCENTER: DHB-Pokal).

Vor 13.104 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger ColorLine-Arena war Krzysztof Lijewski (9 Tore), dessen Bruder Marcin im Halbfinale am Samstag der überragende Mann gewesen war, neben Torsten Jansen (7) bester Akteur beim Sieger.

Gensheimer rettet Löwen in die Verlängerung

16 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte Jansen das 30:29 für den HSV erzielt und die Hamburger Fans schon in einen Freudentaumel versetzt. Doch Uwe Gensheimer rettete seine Löwen mit einem Last-Second-Treffer vom Kreis noch in die Verlängerung.

Darin legten die Hausherren schnell drei Tore zum 33:30 vor, die Löwen glichen mit unermüdlichem Kampfgeist aber zum 33:33 aus.

Das goldene Tor erzielte schließlich Krzysztof Lijewski, der HSV rettete den hauchdünnen Vorsprung über die Zeit.

"Es war von Beginn an ein Kampf, aber auch ein spielerisches Highlight von zwei sehr starken Mannschaften", freute sich HSV-Coach Martin Schwalb bei SPORT1. "Wir haben es uns in der Verlängerung verdient. Die Rhein-Neckar Löwen haben hervorragend gespielt. Ola Lindgren kann stolz auf seine Mannschaft sein."

Wieder kein Titel für Löwen

Die Löwen, die in Altmeister Olafur Stefansson (8/5), Kreisläufer Bjarte Myrhol (6) und Linksaußen Uwe Gensheimer (6) ihre erfolgreichsten Werfer hatten, müssen so auch nach der dritten DHB-Pokal-Finalteilnahme auf ihren ersten Titelgewinn warten.

Nach den ausgeglichenen Anfangsminuten der hart umkämpften Partie erspielte sich der HSV bis zur Mitte der ersten Hälfte ein leichtes Übergewicht, konnte sich jedoch nicht entscheidend absetzen. Blazenko Lackovic, der im linken Rückraum in der Startformation stand, traf zum 6:4 für den HSV (11.).

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Ausgleich zur Pause

Gestützt auf eine äußerst aggressive 6:0-Deckung, in der Nikola Manojlovic als Defensiv-Spezialist den Vorzug vor Oliver Roggisch erhielt, blieben die Löwen aber auf Augenhöhe.

Beim 10:9 aus dem konsequent gespielten erweiterten Gegenstoß durch Linksaußen Gensheimer (21.) gingen die Badener erstmals in Führung und bekamen Oberwasser.

Doch Hamburg blieb vor allem aufgrund der Tore des treffsicheren Routiniers Jansen dran. Nach zwei Treffern der Löwen-Flügelzange Gensheimer/Groetzki sorgte HSV-Linkshänder Krzysztof Lijewski mit einem Doppelschlag für den ausgeglichenen Pausenstand.

Duvnjak lenkt HSV-Spiel

Auch nach dem Wechsel blieb es eng. Hens erzielte nach einem leichten Ballverlust der Löwen die erneute Zwei-Tore-Führung für den HSV (20:18/39.).

In der Folge rannten die Löwen einem knappen Rückstand hinterher. Der HSV profitierte in dieser Phase von Rückraum-Youngster Domagoj Duvnjak, der immer wieder Verantwortung übernahm.

Pokal-Fight auf Biegen und Brechen

Doch die Löwen steckten nicht auf, glichen durch Stefanssons Siebenmeter zum 26:26 (50.) erstmals wieder aus und übernahmen durch Manojlovic' Kontertor sogar die Führung.

In den letzten zehn Minuten war es ein Pokal-Fight auf Biegen und Brechen, der bis zum Ende spannend blieb (29:29/59.) und in der Verlängerung gipfelte.

Die Löwen verloren darin am Ende eines kräftezehrenden Wochenendes den Faden, Hamburg nutzte das in eigener Halle eiskalt aus und hatte am Ende den längeren Atem.

"Einfach nur geil"

"Das war ein phänomenales Handballspiel. Beide Seiten hatten riesige Hochs und riesige Tiefs, auf allen Positionen. Wir haben am Ende das Quäntchen mehr Glück gehabt", sagte Torhüter Johannes Bitter, der in der Verlängerung drei Würfe parierte, darunter einen Siebenmeter von Gensheimer, bei SPORT1.

"Einfach nur geil! Mein erster Pokalsieg. Zum fünften Mal dabei, endlich hat es geklappt."

Das Spiel im Stenogramm:

HSV Hamburg - Rhein-Neckar Löwen 34:33 (30:30, 15:15) n. V.Tore Hamburg: Krzystof Lijewski (9), Jansen (7), Duvnjak (5), Vori (3), Lindberg (3), Lackovic (2), Bertrand Gille (2), Guillaume Gille (1), Marcin Lijewski (1), Hens (1)Tore Rhein-Neckar Löwen: Stefansson (8/5), Gensheimer (6), Myrhol (6), Bielecki (4), Groetzki (3), Tkaczyk (2), Gudjonsson (2), Manojlovic (1), Müller (1) Zuschauer: 13.104 (ausverkauft)

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