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Bob Hanning liegt mit den Füchsen Berlin in der Toyota HBL auf dem zweiten Rang © imago

Berlins Bob Hanning sieht für das Achtelfinale schwarz und wittert Wettbewerbsverzerrung. Auch Brand sieht den HSV im Vorteil.

München - Es ist das Knaller-Spiel im Achtelfinale des DHB-Pokal.

Der Tabellenzweite empfängt den Klassenprimus - Füchse Berlin gegen den HSV Hamburg (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Doch an Stelle von Kampfansagen Richtung Hamburg ist von den Füchsen nur ein leichtes Winseln zu vernehmen.

"Ich bin überhaupt nicht zuversichtlich. Ich bin Realist und kann Dinge gut einschätzen", blickt Berlins Manager Bob Hanning im Gespräch mit SPORT1 voraus.

"Der HSV ist eine fast unlösbare Aufgabe."

"Uns geht die Kraft aus"

"Einzelnen Spielern unseres Kaders geht mittlerweile die Kraft aus", bewertet Hanning die kräftezehrende Hinrunde.

"Weil Michal Kubisztal über Monate verletzt war, mussten Sven-Sören Christophersen, Alexander Petersson und Bartlomiej Jaszka fast ohne Pause durchspielen. Dafür ist unsere Spitze nicht breit genug."

Hanning wittert Wettbewerbsverzerrung

Ein Dorn im Auge ist dem Füchse-Boss, dass Petersson bei der isländischen Nationalmannschaft zwei Spiele komplett bestreiten musste, während Nationalspieler der Rhein Neckar Löwen geschont worden seien.

"Das finde ich bedenklich", lässt Hanning durchblicken.

Fast neidisch blickt der 42-Jährige zum Gegner:

"Allein die Ersatzbank der Hamburger hätte eine gute Chance, in der Liga einen direkten Champions-League-Platz zu erreichen."

Augenmerk auf der Bundesliga

Gesunde Selbsteinschätzung oder taktisches Kalkül?

Mit der Devise, das eigene Team kleinzureden, ist man in Berlin bislang gut gefahren.

Die Füchse stehen in der Toyota-Handball-Bundesliga auf dem zweiten Platz, sind erster Verfolger des HSV.

Trotzdem stelle man nicht den Anspruch, den HSV aus dem Pokal zu werfen, so Hanning weiter.

Auf den Spielen in Wetzlar und gegen Magdeburg in der Bundesliga liege das Hauptaugenmerk.

"Sensation ist eventuell drin"

Ein kleines Fünkchen Hoffnung lässt der Manager dann doch durchblicken: "Wenn wir an unsere absolute Leistungsgrenze gehen, können wir eventuell eine Sensation schaffen."

So wie gegen Kiel, die man in der Liga schlug. Dann könne man aus dem Achtelfinalspiel viel Kraft ziehen.

Babbel meint es nicht gut mit Füchsen

"Natürlich würden wir gerne im Final-Four spielen, allerdings hat es die Auslosung nicht gut mit uns gemeint", meint Hanning.

Bei dieser hatte sich ausgerechnet Hertha BSC Berlins Trainer Markus Babbel als Glücksfee versucht.

Unter dem Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass "jeder HSV-Spieler ein Spiel allein entscheiden kann".

Soweit sind die Füchse noch nicht.

Brand glaubt an Hamburg

Auch der Bundestrainer sieht die Norddeutschen im Vorteil, zumindest in der Bundesliga.

"Sie haben die beste Ausgangsposition. Die Mannschaft ist stabiler als noch in den Jahren zuvor. Das sieht man daran, dass sie sich nicht mehr so viele unnötige Punktverluste erlaubt", urteilt Heiner Brand über den Pokalsieger.

Schwalb erwartet "kein normales Spiel"

Beim Bundesliga-Tabellenführer entspannt sich unterdessen die Personallage. Domagoj Duvnjak kann auflaufen, nachdem er den Härtetest gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim bestanden hat.

"Der Arbeitsversuch scheint geglückt zu sein", so HSV-Coach Martin Schwalb.

Dieser erwartet in Berlin "deutlich mehr als ein normales Spiel".

"Müssen mit Scheiß-Spiel rechnen"

Bertrand Gille analysiert den Gegner treffend: "Berlin hat eine sehr gute Mannschaft mit einer sehr stabilen Abwehr und zwei sehr guten Torhütern", meint der Franzose.

Trotzdem sieht er das Team von Bob Hanning noch nicht auf Augenhöhe mit den Größten. "Sie sind sehr abhängig von der Tagesform ihrer Leistungsträger."

Kollege Matthias Flohr warnt: "Eigentlich muss man zwischen diesen ganzen Knaller-Spielen ja mit einem Scheiß-Spiel rechnen. Wir haben es bislang gut geschafft, das zu verhindern."

Bob Hanning und seine Berliner hätten wohl nichts dagegen, wenn es in der Max-Schmeling-Halle dazu kommen würde.

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