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Alfred Gislason kam 2008 aus Gummersbach zum THW Kiel © imago

Kiel lässt sich in Berlin nicht erneut überraschen und zieht ins Final Four ein. Sigurdsson gibt den Schiedsrichtern Schuld.

Berlin - Das Überraschungsteam schimpft über den Schiedsrichter, die Übermannschaft träumt dagegen vom siebten Triumph:

Der THW Kiel hat durch den klaren Viertelfinalsieg bei den Füchsen Berlin das Finalturnier des DHB-Pokals erreicht und die Machtverhältnisse im deutschen Handball wieder zurechtgerückt.

"In der Liga haben wir gedacht, wir gewinnen hier locker und wurden eines Besseren belehrt. Heute haben wir gekämpft, und das Ergebnis spiegelt das wider", sagte der überragende Rückraumspieler Christian Zeitz.

Der sechsmalige Pokalsieger aus dem hohen Norden ließ den Füchsen beim souveränen 31:25 zu keinem Zeitpunkt eine Chance und revanchierte sich damit eindrucksvoll für die 23:26-Niederlage vom vierten Spieltag der Bundesliga.

"Wir wissen, dass Berlin gut Handball spielen kann, sonst würden sie nicht da oben stehen", sagte Ex-Nationalspieler Zeitz: "Man kann aber nicht immer ganz oben spielen."

Nord-Duell im vierten Viertelfinale

Kiel bekommt es im Halbfinale des Lufthansa Final Four in Hamburg am 7. Mai mit Frisch Auf Göppingen, den Rhein-Neckar Löwen oder dem Sieger der Partie VfL Bad Schwartau gegen SG Flensburg-Handewitt (So., 14.55 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de) zu tun.

THW-Trainer Alfred Gislason ist der Gegner gleichgültig, der Isländer war erstmal froh, nach einem Jahr Unterbrechung wieder im Finalturnier zu stehen: "Was wir in den letzten Jahren an Gegnern und Auslosungen bekommen haben, ist beinahe unmenschlich."

Ärger um die Referees

An ganz menschlichen Schwächen hatte dagegen sein Berliner Amtskollege Dagur Sigurdsson zu knabbern.

"Unsere Leistung hätte eigentlich reichen müssen. Wir haben meiner Meinung nach nicht ganz faire Chancen bekommen. Es waren viele Entscheidungen gegen uns", sagte der 38-Jährige. Ihm bleibe ein bitterer Nachgeschmack.

Noch weiter ging Füchse-Präsident Frank Steffel. Weil Gislason und THW-Boss Uli Derad bei der Pressekonferenz etwas auf sich warten ließen, vermutete Steffel laut "Kieler Nachrichten", dass "die Kieler noch in der Kabine mit den Schiedsrichtern feiern".

Hanning: "Verdient verloren"

Gislason ließ der Unmut des Gegners kalt. "Bei der Niederlage im September habe ich kein Wort über die Schiedsrichterleistung verloren", meinte er lakonisch.

[kaltura id="0_qnkjj8c6" class="full_size" title="Kiel erreicht Final Four"]

Füchse-Manager Bob Hanning suchte die Schuld für die Niederlage ebenfalls nicht beim Unparteiischen: "Wir haben völlig verdient verloren. Wir haben nicht ganz so gut in der Abwehr gespielt und auch nicht die Torhüterleistung gehabt, die wir die ganze Saison über haben."

Füchsen droht Krise

Nach dem Höhenflug der Hinrunde, der die Füchse auf Platz zwei der Liga geführt hatte, muss der Klub aufpassen, dass er nicht in eine Krise rutscht.

Die Pleite gegen Kiel war die erste Niederlage im "Fuchsbau" seit dem 14. Februar 2010, und in der Liga holten man aus den vergangenen drei Spielen nur 2:4 Punkte.

Nächster Gegner brennt auf Revanche

Als Folge zog Kiel an der Berliner Überraschungsmannschaft vorbei, die sich im Liga-Alltag nun auch nach unten orientieren muss.

"Wir müssen jetzt Europa fest im Auge behalten. Das muss unsere Zielsetzung sein", mahnt Hanning.

Zum nächsten Heimspiel erwarten die Füchse ausgerechnet den souveränen Tabellenführer HSV Hamburg - und die Norddeutschen brennen ebenfalls auf eine Revanche.

Als Titelverteidiger waren sie im Pokal-Achtelfinale an Berlin gescheitert.

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