vergrößernverkleinern
Der THW Kiel, hier Marcus Ahlm, gewann bisher 16 deutsche Meisterschaften © getty

Der THW Kiel zittert nach der Niederlage gegen Magdeburg. Im Pokal-Endspurt soll das Siegergen wieder aktiviert werden.

München - Es kriselt kräftig beim THW Kiel. Und ausgerechnet in der Phase großer Verunsicherung und deutlicher Worte steht den einstigen Meisterhandballern am Wochenende ein ultimativer Charaktertest bevor.

Beim Lufthansa Final Four um den DHB-Pokal in Hamburg geht es darum, die erste titellose Saison seit acht Jahren abzuwenden. Doch selbst der Cupgewinn wäre nach einer verpatzten Runde wohl nicht mehr als ein Trostpflaster.

Nationalspieler Dominik Klein packte seine Teamkollegen vor dem Halbfinale am Samstag gegen FA Göppingen (13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bei der Ehre:

"Wir müssen mehr Emotionen zeigen. Das ist eine schwierige Situation, aber wir kommen momentan einfach nicht in unser Spiel", klagte Linksaußen Klein nach der 24:30-Schlappe beim SC Magdeburg (Spielbericht).

Champions League in Gefahr

Durch die sechste Niederlage der Bundesliga-Saison mussten die Kieler (49:13 Punkte) kurz nach dem Viertelfinal-K.o. in der Champions League nicht nur ihre letzte vage Meisterhoffnung begraben (STENOGRAMME: 30. Spieltag).

Mittlerweile ist sogar das in den vergangenen Jahren so gut bestellte internationale Revier der "Zebras" bedroht, die direkte Qualifikation für die Königsklasse ernsthaft in Gefahr.

Diese würde nur der zweite Platz der Toyota HBL garantieren. Doch die formstarken Verfolger Rhein-Neckar Löwen und Füchse Berlin (beide 47:13) sitzen dem 16-maligen Meister von der Förde im Nacken.

Derad gibt sich kämpferisch

Auch THW-Manager Uli Derad zeigte sich nach dem schwachen Auftritt in Magdeburg bestürzt (DATENCENTER: Toyota HBL).

"Der Wurm ist drin. Dass die Mannschaft viel Kraft gelassen hat, war mir klar. Dass sie sich aber nicht gegen die Niederlage gewehrt hat, das war sehr enttäuschend", sagte der Ex-Profi.

Derad mochte aber trotz aller Kritik nicht den Stab über seine Mannschaft brechen - und gab sich kämpferisch: "Die Konkurrenz sollte nicht den Fehler machen, uns abzuschreiben."

[kaltura id="0_tzb2w18b" class="full_size" title="SCM f gt Kiel bittere Niederlage zu"]

Thierry Omeyer ohne Konstanz

Doch die Ausbeute der einstigen Titelhamster ist in vielfacher Hinsicht ungewöhnlich: In der Bördelandhalle erzielte der Favorit in der zweiten Hälfte bis zur 49. Minute nur vier Tore.

Sechs "Bauchtreffer" bei Magdeburgs Keeper Dario Quenstedt sprechen eine deutliche und vernichtende Sprache.

"Es war eine enttäuschende Leistung", schimpfte THW-Trainer Alfred Gislason, der sich derzeit auch nicht auf seinen französischen Torhüter Thierry Omeyer verlassen kann.

Seit der WM-Pause im Januar fehlt dem Welthandballer von 2008, Welt- und Europameister die Konstanz.

Großes Ziel am Wochenende

Doch auf der nächtlichen Busfahrt zurück nach Hause schworen sich die Kieler nach einer Saison zum Vergessen auf ihr letztes großes Saisonziel am Wochenende ein.

"Das Siegergen kommt wieder, das ist ja nicht weg, das holen wir dann wieder raus", kündigte Klein an.

Und dem Nationalspieler huschte sogar ein Lächeln übers Gesicht, als er an das Trostpflaster dachte: "Ich freue mich auf unsere schwarz-weiße Fanecke, in der wir am Sonntag einen Pokal recken wollen. Wir werden wieder aufstehen."

Und dann sicher auch wieder Emotionen zeigen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel