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THW-Youngster Aron Palmarsson debütierte 2008 in Oberhausen in Islands Nationalteam © getty

Kiel fertigt im Finale Flensburg ab und verhindert die titellose Saison. Palmarsson ragt heraus, auch Zeitz zündet Glanzlichter.

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg ? Das "Siegergen" ist doch noch intakt: Der THW Kiel hat dank einer Machtdemonstration gegen den Erzrivalen zum siebten Mal den DHB-Pokal gewonnen und die erste Saison ohne Titel seit acht Jahren vermieden.

Im Finale des Lufthansa Final Four in Hamburg schlug der Rekordtitelträger am Sonntag den Lieblingsgegner SG Flensburg-Handewitt nach einer überzeugenden Leistung souverän mit 30:24 (16:13). (DATENCENTER: DHB-Pokal).

Nach dem Verpassen der Meisterschaft und dem Aus im Viertelfinale der Champions League bleibt den erfolgsverwöhnten "Zebras" damit zumindest ein Trostpflaster am Ende einer durchwachsenen Saison.

"Der Titel tut absolut gut. Das ist eine große Erleichterung für die se schwere Saison, die wir hatten", sagte Kiels Linksaußen Dominik Klein bei SPORT1.

Und Filip Jicha fügte hinzu: "Das war das, was wir brauchten. Nicht nur den Titel, sondern auch dieses Spiel."

Palmarsson wieder ganz stark

Am verdienten Sieger des Endspiels in der mit 13.000 Zuschauern erneut ausverkauften O2-World gab es keinen Zweifel: Bereits in der ersten Halbzeit setzte sich der hochkonzentrierte und gut eingestellte THW ab und baute seine Führung im zweiten Durchgang sukzessive aus.

Beste Kieler Werfer vor 13.000 Zuschauern waren der überragende Youngster Aron Palmarsson, Christian Zeitz und Jicha (alle 6).

Für Flensburg trafen Thomas Mogensen (6) und Anders Eggert (5/3) am häufigsten.

"Ich bin unglaublich enttäuscht"

Die SG, als Außenseiter zum Lufthansa Final Four gereist, verpasste so nach dem Coup im Halbfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen (Bericht) am Samstag den nächsten Favoritensturz und muss weiter auf den vierten Pokaltitel der Klubhistorie warten. (Löwen am Boden: "Es tut weh")

"Ich bin unglaublich enttäuscht. Sie waren heute besser als wir, aber wir hatten gute Chancen. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht", sagte ein zu tiefst enttäuschter Michael Knudsen zu SPORT1.

Vier Palmarsson-Tore in Folge

Alfred Gislason setzte im rein norddeutschen Finale von Beginn an auf das 20-jährige Supertalent Palmarsson, der schon nach dem starken Halbfinale gegen Göppingen ein Sonderlob vom THW-Coach bekommen hatte. Es sollte sich auszahlen.

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Die Partie begann ausgeglichen, die erste Zwei-Tore-Führung des THW besorgte Welthandballer Jicha mit einem Doppelschlag aus dem Rückraum zum 5:3 (6.).

Dann startete die Palmarsson-Show: Der erneut ganz stark aufspielende Isländer erzielte vier THW-Treffer in Folge, Kiel erhöhte auf 9:6 (14.).

Löwen-Schreck Rasmussen früh ausgewechselt

Flensburg tat sich auch offensiv schwer und rannte sich immer wieder in der kompakten, äußerst aggressiven THW-Deckung fest, die Gislason im Gegensatz zum Halbfinale von Beginn an als 6:0-Formation aufbot.

Flensburgs Keeper Dan Beutler, der früh für Löwen-Schreck Sören Rasmussen ins Spiel kam, hielt die SG mit seinen Paraden Mitte der ersten Halbzeit noch einigermaßen im Spiel.

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Doch Klein baute den Vorsprung per Konter nach Zuckerpass von Flügel-Pendant Zeitz erstmals auf vier Tore aus (11:7/21.).

Bis zum Ende der ersten Halbzeit hätte der THW sogar noch deutlicher führen können, aufgrund mangelnder Chancenverwertung ging es jedoch mit nur drei Treffern Vorsprung in die Pause.

Zeitz trifft aus der eigenen Hälfte

Die Flensburger kämpften zwar auch nach dem Seitenwechsel aufopferungsvoll, kamen aber nicht mehr in Schlagdistanz.

Im Gegenteil: Kiel spielte seine Klasse und Erfahrung aus, über 23:17 (44.), bei dem Zeitz ins verwaiste SG-Tor traf, wuchs der Vorsprung weiter an.

Spätestens beim 26:19 (51.) durch eine weitere feine Einzelaktion Palmarssons war die Partie vorzeitig entschieden.

Daran änderte auch die Auszeit von Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes nichts mehr, die letzten Minuten wurden zum Schaulaufen für den nun siebenmaligen Titelträger.

Nun nur noch um die Königsklassen-Quali

Unter dem Strich steht ein verdienter Erfolg der Kieler, die im ersten Finale der Saison die zuletzt vermisste Klasse des Rekord-Champions eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Für Gislasons Team geht es nun nur noch darum, Platz zwei in der Liga verteidigen und damit die direkte Qualifikation für die Champions League zu schaffen.

Doch zuvor darf gefeiert werden, wohl auch mehr als bei den vergangen Pokal-Siegen. "In den letzten Jahren haben wir nicht so groß gefeiert. Aber da wir nichts mehr gewinnen können, lasse ich mich gerne überraschen", kündigte Klein bei SPORT1 an.

Das Spiel im Stenogramm:

THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 30:24 (16:13)Tore: Palmarsson (6), Jicha (6), Zeitz (6), Sprenger (3), Klein (3), Ilic (3/3), Lundström (1), Ahlm (1), Reichmann (1) für KielMogensen (6), Eggers (5/3), Szilagyi (4), Mocsai (4), Bastian (2), Svan Hansen (1), Boesen (1), Knudsen (1) für FlensburgZuschauer: 13.000 (ausverkauft)

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