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Der junge Aron Palmarsson überzeugte als Spielmacher in der heißen Phase © imago

Der THW ringt lange mit Göppingen, hat aber mehr Durchschlagskraft. Kaufmann holt sich eine blutige Nase und hat "Wut im Bauch".

Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Der THW Kiel hat sich nach drei Niederlagen in Folge gefangen und den siebten Titel im DHB-Pokal dicht vor Augen.

Der zuletzt formschwache Rekordmeister und ?Pokalsieger zog am Samstagmittag durch ein letztlich souveränes 28:23 (15:13) gegen Frisch Auf Göppingen ins Finale des Lufthansa Final Four ein (So., ab 13.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Dort treffen die Kieler auf den Nord-Rivalen SG Flensburg-Handewitt.

Das Team von Trainer Ljubomir Vranjes setzte sich in einer packenden Partie mit 22:20 (10:8) (Bericht) gegen die Rhein-Neckar Löwen durch.

Letztmals 2003 ohne Titel

Die erfolgsverwöhnten Kieler hielten dank einer engagierten Vorstellung die Chance am Leben, eine durchwachsene Saison doch noch mit zumindest einem Titel zu beenden. (DATENCENTER: DHB-Pokal)

Letztmals war der deutsche Renommierklub vor acht Jahren ohne Trophäe geblieben.

Vor 13.000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena waren Linkshänder Christian Zeitz und Dominik Klein (je 5) sowie Welthandballer Filip Jicha (5/5) beste Werfer für den THW, der die lange umkämpfte Partie mit einem Zwischenspurt Mitte des zweiten Durchgangs zu seinen Gunsten kippte.

Auf Seiten der Göppinger trafen Shooter Michael Thiede (6) und Kreisläufer Manuel Späth (5) am besten.

Omeyer hat im Privatduell die Nase vorn

Im Fokus standen in der kampfbetonten Partie jedoch die starken Defensivreihen mit den beiden Torhütern Thierry Omeyer (Kiel) und Enid Tahirovic (Göppingen), die die gegnerischen Werfer reihenweise zur Verzweiflung brachten. Am Ende hatte der französische Superstar im Privat-Duell der beiden Keeper leicht die Nase vorn.

Der THW startete konzentriert und zeigte sich vor allem defensiv gegenüber der Pleite in Magdeburg am Mittwoch stark verbessert.

Kiel erarbeitete sich mit einem feinen Heber Kleins beim 4:1 (6.) die erste deutlichere Führung, doch Frisch Auf ließ sich zunächst nicht abschütteln.

[kaltura id="0_tzb2w18b" class="full_size" title="SCM f gt Kiel bittere Niederlage zu"]

Kubes trifft Kaufmanns Nase

Es entwickelte sich eine Abwehrschlacht mit einiger Härte im Spiel: THW-Abwehrspezialist Daniel Kubes traf Lars Kaufmann voll im Gesicht (14.). "Ich weiß nicht, ob die Nase gebrochen ist. Ich wollte mit Wut im Bauch weiterspielen", sagte Kaufmann bei SPORT1.

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Kiels Trainer Alfred Gislason setzte weitgehend auf seine Stamm-Sieben, dabei agierte in der Defensive Jicha vorgezogen auf der Mitte, um den starken FAG-Rückraum frühzeitig zu stören.

Im Spielaufbau schenkte der Isländer früh seinem jungen Landsmann Aron Palmarsson und zeitweise dem nach einer Wadenzerrung genesenen Daniel Narcisse das Vertrauen.

Kopf-an-Kopf-Rennen geht weiter

Frisch Auf blieb vor allem dank der Paraden des starken Tahirovic' im Spiel, beim 8:8 (22.) durch einen Siebenmeter des sicheren Max Schubert (3/3) gelang Göppingen der erneute Ausgleich.

Bis Ende der ersten Halbzeit gewann der THW ein leichtes Übergewicht. Narcisse traf zu einer Zwei-Tore-Führung für die Kieler, mit der es in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel markierte ein Frisch-Auf-Doppelschlag schnell den erneuten Ausgleich, in der Folge blieb die emotionsgeladene Partie im Hexenkessel O2-Arena zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Palmarsson reißt Heft an sich

Erst gut zehn Minuten vor Schluss wuchs der Vorsprung des THW dank des sicheren Siebenmeterschützen Jicha wieder an.

Vor allem aber Youngster Palmarsson drehte in dieser Phase auf, erzielte auch die erste Vier-Tore-Führung des THW zum 24:20 (50.). Diesen Vorsprung baute Kiel sukzessive aus, siegte verdient und darf nun doch noch auf zumindest einen Titel hoffen.

"Besonders in den letzten zehn Minuten hat man gesehen, was eine große von einer kleinen Mannschaft unterscheidet", sagte Göppingens Trainer Petkovic.

Das Spiel im Stenogramm:

THW Kiel - FA Göppingen 28:23 (15:13)Tore: Zeitz (5), Klein (5), Jicha (5/5), Palmarsson (4), Ilic (3/1), Andersson (2), Ahlm (2), Narcisse (2) für KielThiede (6), Späth (5), Haaß (3), Schubert (3/3), Schöne (2), Kozlina (2), Kaufmann (2) für GöppingenZuschauer: 13.000 (ausverkauft)

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