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Filip Jicha spielte ein paar Monate für Al Ahli Sport Club und Al Ahli Jeddah © getty

Nach dem Pokal-Sieg will Kiel den nächsten Titel - in Katar. Gislason "wollte da eigentlich nie wieder hin". Derad denkt ans Geld.

München/Doha - Vielleicht ist es neben der Siegprämie von 400.000 Dollar der entscheidende Anreiz für die Handballer des Rekordmeisters THW Kiel:

In der Wüste von Katar gibt es von Samstag bis Mittwoch einen Titel zu holen, den die erfolgsverwöhnten "Zebras" noch nie gewonnen haben.

Beim Super Globe in Doha gilt der wegen seines Champions-League-Triumphes 2010 als Europavertreter qualifizierte Bundesligist als heißer Sieganwärter bei der mit 750.000 Dollar dotierten Klub-WM.

Kiels Trainer Alfred Gislason macht aus seiner Einstellung zum umstrittenen Wettbewerb des Weltververbandes IHF kein Hehl.

"Bei dieser Veranstaltung war ich schon einmal mit Magdeburg. Und da wollte ich eigentlich nie wieder hin", sagte der Isländer Gislason.

Gegen Kroatien-Knaller Balic?

Die THW-Profis wussten bis vor wenigen Tagen noch nicht einmal, gegen wen sie in der "Al Gharafa Sports Club Hall" antreten müssen.

So viel zum Thema Stellenwert der so genannten Vereins-Weltmeisterschaft. Zumindest dieses Rätsel ist mittlerweile gelöst.

In der Vorrundengruppe A trifft der frischgebackene Pokalsieger am Samstag auf Al Sad aus dem Libanon (Asienvertreter), am Sonntag auf Esporte Clube Pinheiros/Brasilien (Sieger der Panamerika-Qualifikation) und am Montag auf das Wildcard-Team Al-Rayyan aus Katar.

Es gibt das Gerücht, dass sich einige Exoten-Klubs mit kroatischen Stars wie Ivano Balic verstärkt haben sollen.

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Finanzieller Aspekt nicht zu unterschätzen

Als Staffelsieger wäre Kiel im Finale und würde am Mittwoch gegen die beste Mannschaft aus der Gruppe B mit Titelverteidiger Ciudad Real/Spanien, Gastgeber Al-Sadd aus Doha, Al-Zamalek/Ägypten (Afrika-Vertreter) und den Southern Stars/Australien (Ozeanien-Vertreter) spielen.

Der finanzielle Anreiz spielt unbestritten eine große Rolle.

"Als Verein ohne Mäzen im Hintergrund müssen wir auch diesen berücksichtigen", sagte Kiels Manager Uli Derad - mit Blick auf die Bundesliga-Konkurrenten HSV Hamburg und Rhein-Neckar Löwen, die in Andreas Rudolph und Jesper Nielsen potente Geldgeber haben.

Kiel "als Botschafter der Liga"

Ungeachtet der kritischen Grundstimmung im Vorfeld will Derad im Golf-Emirat Werbung in eigener Sache betreiben.

"Eine Vereins-WM hat sehr wohl sportlichen Reiz, es ist eine weitere Herausforderung für uns. Wir werden das Turnier sehr ernst nehmen", sagte Ex-Nationalspieler Derad, der in der Golfregion eine echte Entwicklungsmöglichkeit für den Handballsport sieht.

"Wir verstehen uns als Botschafter der Bundesliga. Wir wollen helfen, den Handball populärer zu machen", sagte Derad. Immerhin findet dort 2015 die WM statt.

Jicha denkt gerne zurück

Auch neue Kontakte sollen geknüpft werden.

"Ich habe bei Besuchen in der Golfregion eine Handballbegeisterung gespürt, wir unterstützen das gerne", meinte der THW-Manager. Kiels Welthandballer Filip Jicha spielte bereits in einem Klub im Emirat.

"Ich erinnere mich gerne an diese Zeit. Alleine die verschiedenden Trennlinien von Kultur und Mentalität kennenzulernen, war großartig", erklärte der Tscheche.

Die ersten drei Auflagen des Super Globe fanden in einem Fünfjahres-Rhythmus statt. Bis 2013 soll das Turnier im Jahresrhythmus veranstaltet werden.

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