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Olafur Stefansson gewann im Frühjahr 2008 in Kiel die Champions League © imago

Der Pokal-Coup in Flensburg ist den Badenern nicht genug: Sie holen Trainerlegende Serdarusic. Stefansson ist an der Angel.

Von Michael Spandern

München - Während die Spieler noch den Auswärtssieg im Achtelfinale des DHB-Pokals bei der SG Flensburg-Handewitt feiern, hat das Management der Rhein-Neckar Löwen einen noch größeren Coup gelandet und steht vor dem nächsten.

Die Badener - nach dem 27:26 (13:16) beim Vizemeister zum vierten Mal in Folge in der Runde der letzten Acht - holen Erfolgstrainer Zvonimir Serdarusic. "Noka" führt die Löwen in die kommenden Saison, bestätigte Löwen-Manager Thorsten Storm die anhaltenden Gerüchte.(DATENCENTER: Der DHB-Pokal) Der gebürtige Kroate wird einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten.

Nach übereinstimmenden Berichten des "DSF" und der "Rhein-Neckar Zeitung" haben die Löwen zudem den Weltklassemann Olafur Stefansson an der Angel.

Antrittsgeschenk vom Dänen-Mogul

Den Isländer, der nach dieser Saison eigentlich von Champions-League-Sieger Ciudad Real zum dänischen Drittligisten Albertslund-Glostrup wechseln wollte, nimmt der neue Gesellschafter Jesper Nielsen offenbar als Antrittsgeschenk mit nach Mannheim.

Bei den Löwen soll Spielmacher Stefansson einen Zweijahresvertrag erhalten. "Das Angebot ist mehr als korrekt", wird dessen Spielerberater Wolfgang Gütschow in der "Rhein-Neckar Zeitung" zitiert.

Nielsen, der Albertslund-Glostrup als ein Projekt Hoffenheim zu Weltruhm führen wollte (Ein Drittligist wie einst Hoffenheim), hat offenbar umgesattelt. Der Geschäftsführer des dänischen Löwen-Sponsors Kasi-Group verstärkt das Gesellschafter-Quartett um Daniel Hopp.

Schwenke rückt nach hinten

Manager Thorsten Storm reibt sich nach dem Serdarusic-Deal die Hände: "Er ist der beste Trainer der Bundesliga", sagte er. Die Verpflichtung Serdarusic sei "der nächste Schritt in unserer Entwicklung".

Seit 1993 war Noka Serdarusic, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, beim THW Kiel tätig. In dieser Zeit gewann er elf deutsche Meisterschaften und 2007 die Champions League.

Die Zukunft des bisherigen Löwen-Trainers Wolfgang Schwenke ist indes noch ungewiss. "Wir reden mit ihm über eine mögliche weitere Zusammenarbeit als Assistenz- oder Nachwuchstrainer oder im Marketing", sagte Storm "Sport Bild online".

Der bisherige Coach Wolfgang Schwenke hatte sich wohl schon damit abgefunden, ins zweite Glied zu rücken. "Noka ist ein erfahrener Trainer, das muss man machen", wurde er in den "Kieler Nachrichten" zitiert.

"Den Umständen gehorchend"

Serdarusic war beim THW Kiel am 25. Juni 2008 freigestellt worden, für ihn ein Schock. "Es gab keine sportlichen Gründe für die Trennung", sagt er, mehr nicht. Sein Vertrag in Kiel läuft schließlich noch bis Ende Juni 2009.

Jüngst verdichteten sich bereits die Anzeichen für ein Engagement bei den Rhein-Neckar Löwen. "Ich bin Profi und ich will wieder eine Mannschaft formen", sagte Serdarusic: "Es gibt eine neue Herausforderung. Den Umständen gehorchend orientiere ich mich deshalb um."

Nun sieht er sich im Südwesten Deutschlands am richtigen Ort: "Der Verein will ganz nach oben ? und genau das will ich auch."

Der Umbau am Rhein-Neckar betrifft auch einen etablierten Spieler: Der Vertrag mit Rückraummann Mariusz Jurasik, mit 55 Toren drittbester Löwen-Schütze in dieser Saison und seit 2003 bei den Badenern, wird nicht verlängert, verriet Thorsten Storm am Dienstag im "DSF".

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