Lübbecke: Sehnsucht nach dem Final Four
Von Annette Bachert
München - "Wir wollen da unbedingt nochmal dahin", schwärmt Gennadij Chalepo bei SPORT1. Mit "da" meint der Trainer des TuS N-Lübbecke das Lufthansa Final Four des DHB-Pokals in Hamburg - auch wenn mit Markus Baur damals noch ein anderer auf der Trainerbank saß.
Doch Chalepo spürt in Lübbecke noch immer die Nachwirkungen dessen, was die Halbfinalteilnahme Anfang Mai auslöste.
"Das Final Four ist ein Riesen-Thema hier. Dieses Erlebnis war so toll", sagte der 43-Jährige: "Bei mir und dem Team ist die Motivation immer da, aber wir wissen, wie wichtig das für den Verein ist. Darum müssen wir unseren Heimvorteil nutzen."
Doch bis dahin ist es für den Weißrussen und seine Mannen noch ein weiter Weg. Und die erste große Hürde, die sie dafür überwinden müssen, sind die Füchse Berlin (ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).
Füchse sind Favorit
Die Vorzeichen für das Duell der beiden Bundesligisten sind klar. Der TuS, der erst am Samstag eine herbe 22:29-Pleite bei Frisch Auf Göppingen verkraften musste, gegen die Berliner, die in dieser Saison in der Liga noch ungeschlagen sind.
Zudem hatten die Hauptstädter nach einigen englischen Wochen mit Champions League und DKB Handball-Bundesliga mal wieder fünf freie Tage zum Durchschnaufen.
Außer Sven-Sören Christophersen (Prellung der Wurfhand) kann Coach Dagur Sigurdsson nun wohl aus dem Vollen schöpfen. Auch Konstantin Igropulo, der in der Liga-Partie gegen Lübbecke (33:29 für Berlin, am 26. September 2012) nicht dabei war, wird die Füchse im Pokal wieder unterstützen ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Verletzungssorgen bei Lübbecke
Chalepo muss mit Drago Vukovic, Frank Loke und Tim Remer möglicherweise auf drei gestandene Spieler in einem ohnehin nicht ganz so stark besetzten Kader verzichten.
"Wir müssen kurzfristig entscheiden. Drago schleppt seine Knieverletzung schon drei Wochen mit. Frank wird nicht spielen und Tim hat einen Hexenschuss. Das wird eng", erklärte Chalepo SPORT1. Und fügte an:
"Aber wir haben immer noch gute Spieler und werden alles geben und unsere größte Kampfbereitschaft aufs Parkett bringen. Das ist eine gute funktionierende Mannschaft und wir halten zusammen."
Dass es in dieser Saison gegen die Füchse nicht gereicht ist, empfindet der Coach als Ansporn: "Wir haben zwar verloren, aber wir haben auch gesehen, dass wir mithalten können. Da war mehr drin."
Hanning sieht TuS "auf Augenhöhe"
So sieht das wohl auch Füchse-Manager Bob Hanning, der den TuS mit seinen Berlinern "auf Augenhöhe" sieht.
"Eigentlich ist der Pokal der einfachste Weg sich für das europäische Geschäft zu qualifizieren und einen Titel zu gewinnen. Aber wir kennen ja unser Losglück oder eher -pech der letzten Jahre. Jetzt geht es also nach Lübbecke", sagte Hanning und verweist auf das Achtelfinale im Dezember 2011, als die Füchse mit 28:39 aus dem Wettbewerb geworfen wurden.
Chalepo weiß um die schwere Aufgabe, aber auch um die Chancen, die so ein Pokal-Spiel mit sich bringt.
TuS mit Respekt
"Vor solch einer Top-Mannschaft haben wir sehr viel Respekt. Gegen Berlin etwas zu erreichen ist sehr schwierig - aber wir werden es versuchen. Das ist aber auch ein attraktiver Gegner für unsere Mannschaft", erklärte Chalepo.
Wir, unsere Mannschaft - Chalepo betreut den TuS erst seit wenigen Monaten, ist mit dem Team aber bereits Eins und dem bisherigen Saisonverlauf mehr als zufrieden.
"Ich hatte das Glück, dass ich gar nicht viel verändern musste. Das ist auch die Stärke dieses Teams, dass sie schon so lange zusammen spielen. Und ich kann auf diese Stärke noch aufbauen", erklärt der 43-Jährige.
Und fügt an: "Abgesehen von der 7-Tore-Niederlage in Göppingen und der knappen Pleite zu Hause in Berlin, verläuft die Saison sehr positiv, und wir hoffen, dass wir so weiterspielen."