THW und HSV bereit - Sigurdsson rüffelt "arrogante" Füchse
Von Raphael Weber
München - Nach einem lockeren Aufgalopp geht es für Triple-Champion Kiel in den Ligakracher.
Vor dem Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga beim HSV Hamburg (Sa., ab 14.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) haben die Zebras ihre Pflichtaufgabe im Pokal überzeugend gelöst.
Mit 43:27 (23:15) fertigte Kiel den Zweitligisten SC DhfK Leipzig ab ( Bericht) und steht im Achtelfinale. ( DATENCENTER: Ergebnisse)
Auch dem kommenden Liga-Gegner HSV ist die Generalprobe geglückt, allerdings hatte der Meister von 2011 beim 32:28 (14:14)-Auswärtssieg beim Zweitligisten Bergischer HC deutlich mehr Mühe. Erst im Schlussspurt tütete der HSV den Sieg ein.
Souveräner THW-Sieg mit Makel
Ganz anders die Kieler, die sich beim Gastspiel in Leipzig nach kurzem Holpern in der Anfangsphase absetzten und die Partie dominierten.
"Wir wollten unbedingt in die nächste Runde, und das haben wir souverän geschafft", bilanzierte THW-Trainer Alfred Gislason.
Der Isländer zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Partie, 27 Gegentore durch den Zweitligisten waren ihm aber deutlich zu viel.
Leipzig-Aus mit erhobenem Haupt
Leipzigs Trainer Uwe Jungandreas haderte dagegen: "Um den THW Kiel ärgern zu können, hätten wir im Angriff konzentrierter spielen müssen. Wir hatten Chancen zu Toren, waren aber nicht abgeklärt genug."
Kreisläufer Rico Göde erklärte dagegen bei SPORT1, man könne trotz der Niederlage gegen den Triple-Sieger zufrieden sein: "Wir haben alles probiert um zu zeigen was wir können. Und der THW hat gezeigt, was er kann - und zwar eindrucksvoll."
HSV nach Kampf erleichtert
Der HSV durfte sich gegen den Bergischen HC ( Bericht) einmal mehr bei Tormaschine Hans Lindberg bedanken, der mit 12 Toren bester Werfer war und die Hamburger in der Schlussphase auf die Siegerstraße brachte.
"Wir haben uns gegen sehr aktive Löwen schwer getan", gab der Rechtsaußen zu: "Wir mussten lange kämpfen, bis wir den einen, kleinen Schritt voraus waren."
Trainer Martin Schwalb war von der fehlenden Dominanz seines Teams nicht überrascht, "da wir für ein dominantes und flüssiges Angriffsspiel über 60 Minuten zu viele Verletzte haben".
Deshalb war Schwalb nach dem Achtelfinal-Einzug erleichtert: "Wir hatten dann die entscheidenden Szenen auf unserer Seite und sind froh, dass wir eine Runde weiter sind."
Berlins Sigurdsson sauer
Weniger erfolgreich lief es für die Füchse Berlin und den TBV Lemgo. Beide mussten sich aus dem Pokal verabschieden. ( VIDEO: Bitteres Aus für die Füchse)
Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson warf seinen Berlinern nach dem Aus gegen den TuS N-Lübbecke ( Bericht) sogar Überheblichkeit vor.
"Während Nettelstedt gut eingestellt war, sind wir arrogant aufgetreten", rüffelte der Isländer in der "Berliner Morgenpost: "So etwas können wir uns natürlich nicht leisten. Nettelstedt hat absolut verdient gewonnen."
Auch Geschäftsführer Bob Hanning war sauer: "Das war viel zu wenig, wir haben einfach nicht genug investiert. Und durch Meckern und Ballwegschlagen haben wir die nicht vorhandene Einstellung noch gekrönt."
Eine "sehr, sehr ernüchternde Leistung" seines Teams sah Lemgos Trainer Dirk Beuchler beim 31:33 (13:17) gegen Hannover-Burgdorf und monierte "zahlreiche technische Fehlern und fehlende Aggressivität in der Abwehr".
Frühstart-Löwen siegen weiter
Die Rhein-Neckar Löwen setzten dagegen ihre Siegesserie fort.
Nachdem der verlustpunktfreie Tabellenführer der HBL beim fünfmaligen Pokalsieger VfL Gummersbach einen 32:25-Sieg (16:10) feierte, stellte Trainer Gudmundur Gudmundsson zwei Faktoren für den Achtelfinaleinzug heraus: "Dank Goran Stojanovic und einer guten Abwehr hatten wir hier einen tollen Start."
Auf dieser Basis fuhren die Löwen trotz Gummersbachs Aufbäumen nach der Pause den Sieg nach Hause.
Sein Gegenüber Emir Kurtagic stellte nach dem Aus das Positive heraus: "Die Löwen haben eine tollen Lauf im Moment, daher bin ich trotzdem zufrieden wie meine Mannschaft nach dem 2:11 zurück ins Spiel gefunden hat."