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Stefan Kretzschmar (r.) spielte 218 Mal für die deutsche Nationalmannschaft © getty

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar fiebert dem Lufthansa Final Four entgegen. Er beleuchtet die Teams und nennt seinen Favoriten.

Von Julian Meißner

München/Hamburg - Der Blick geht in den hohen Norden: In Hamburg wird am Wochenende beim traditionellen Lufthansa Final Four (Sa., ab 14.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mit dem DHB-Pokal der erste Titel der Saison ausgespielt.

"Das ist ein Festwochenende für den Handball", freut sich SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar auf das Event. In den Halbfinals kreuzen der HSV Hamburg und die SG Flensburg-Handewitt sowie der THW Kiel und die MT Melsungen die Klingen.

"Für mich ist das Final Four manchmal fast emotionaler als eine Welt- oder Europameisterschaft", sagt Kretzschmar: "Der Modus ist klasse, es ist genial gelöst mit den vier Fangruppierungen in der Halle, und es herrscht über zwei Tage hinweg eine sensationelle Stimmung. Zudem sind Paarungen dabei, die eine gewisse Brisanz versprechen."

"Da ist eine Riesenbrisanz drin"

Vor allem die erste Halbfinalpartie hat es in sich: Noch am Dienstag trennten sich die Nordrivalen Hamburg und Flensburg in der Liga nach einer Abwehrschlacht 23:23, und auch im Champions-League-Viertelfinale treffen die beiden Kontrahenten aufeinander. (DATENCENTER: Der DHB-Pokal)

"Da ist eine Riesenbrisanz drin", schätzt Kretzschmar die Lage ein: "Es geht um enorm viel Prestige - und für beide ist es die einfachste Möglichkeit, einen Titel zu gewinnen. Das ist für beide Mannschaften das Spiel des Jahres. Sie werden alles in die Waagschale werfen."

Die Flensburger, der Titelträger von 2003, 2004 und 2005, könnten den dritten Finaleinzug in Folge schaffen, Hamburg will den dritten Pokalsieg in eigener Halle nach 2006 und 2010.

Glandorf mit Kampfansage

Doch die Hürde im Halbfinale ist hoch genug. "Das ist ein K.o.-Spiel, da geht es um alles", sagt Flensburgs Holger Glandorf bei SPORT1: "Wir werden in Hamburg mit voller Kraft dagegen halten."

Und Petar Djordjic, der unter der Woche sein lang erwartetes Comeback nach seinem Kreuzbandriss feierte, meint:

"Das Liga-Spiel war sehr, sehr kampfbetont, das wird am Samstag nicht anders sein. Es sind zwei große Mannschaften. Es wird schwer genug, aber wir fahren mit Selbstvertrauen nach Hamburg."

Für Djordic ist das Duell mit dem HSV ein besonderes Duell, spielt er doch gegen seinen künftigen Arbeitgeber. Sein Wechsel nach Hamburg zur neuen Saison steht bereits fest.

[kaltura id="0_hlkgj8dw" class="full_size" title="Handballelite heiß aufs Final Four"]

Kretzschmar sieht keinen Favoriten

Für Kretzschmar sind beide Teams gut in Form.

Einen Favoriten kann er nicht ausmachen - vielmehr würden Kleinigkeiten den Ausschlag geben.

Und: "Der Torhüterfaktor könnte entscheidend sein - in Flensburg haben sowohl Johannes Bitter als auch Sören Rasmussen super gehalten."

Kiel vor zweitem Hattrick

In der zweiten Halbfinalpaarung sind die Rollen etwas deutlicher verteilt. Alles andere als ein klarer Sieg des THW wäre eine faustdicke Überraschung.

Der achtmalige Pokalsieger und Titelträger der vergangenen beiden Jahre ist dieses Jahr erneut der Top-Favorit, auch wenn Melsungen im Dezember 2012 die imposante Serie der Kieler von 51 Liga-Spielen in Folge ohne Niederlage sensationell durchbrach.

Nun winkt dem Rekordpokalsieger der dritte Hattrick: Schon 1998 bis 2000 und 2007 bis 2009 holten die "Zebras" drei Pokal-Titel in Folge an die Förde.

Umbruch beim THW

"Unsere Aufgabe ist es, die MT Melsungen zu schlagen. Dann sehen wir weiter", sagt Trainer Alfred Gislason, dessen Team ab dem Sommer einem deutlichen Umbruch unterzogen werden wird.

"Für einige meiner Spieler wird es das letzte Lufthansa Final Four sein", sagt Gislason: "Sie werden sich besonders reinhängen."

Unter anderem verlassen Star-Keeper Thierry Omeyer und Rückraum-Ass Daniel Narcisse den THW nach der Saison Richtung Frankreich, Kapitän Marcus Ahlm beendet seine Karriere.

Kiel der große Favorit

Doch in der jetzigen Formation sind die Kieler der heißeste Anwärter auf den Triumph in Hamburg, zumal die MT durch die jüngste Freistellung des Griechen-Duos Grigorios Sanikis und Alexandros Vasilakis geschwächt ist.

"Der THW ist so ziemlich in jedem Wettbewerb der Favorit auf den Titel", sagt Kretzschmar: "Spieler wie Omeyer und Filip Jicha können in entscheidenden Spielen noch einmal eine Schippe drauflegen. Die Kieler werden wahnsinnig heiß sein, den ersten Titel der Saison zu holen."

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