Melsungen zeigt vor dem Pokal-Halbfinale gegen den THW keine Angst, Kiel jagt den Titel-Hattrick. Flensburg will Revanche.

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München/Hamburg - Michael Roth dürfte langsam Kopfschmerzen haben.

Wieder und immer wieder flimmert dieser Tage das Video vom 9. Dezember 2012 über die Mattscheibe des Melsunger Trainers.

An jenem Tag siegte sein Team völlig überraschend in Kiel und fügte dem amtierenden Triple-Sieger die erste Liga-Niederlage nach 585 Tagen bei. Beim Lufthansa Final Four plant Außenseiter MT Melsungen ein Remake des Sensationsstreifens (DATENCENTER: Der DHB-Pokal).

"Das einzige Video zur Vorbereitung"

"Das ist das einzige Video, das wir in der Vorbereitung benutzt haben", sagte Roth vor dem Halbfinale (Sa., ab 17.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen den THW Kiel:

"Wir werden uns von der taktischen Ausrichtung an diesem Spiel orientieren."

Vor allem mit seiner kompromisslosen Defensivarbeit hatte der Bundesliga-Elfte den THW-Stars vor vier Monaten den Zahn gezogen.

Forsche Töne des Underdogs

Die Nordhessen sind heiß auf das Duell mit dem Titelverteidiger - und schlagen 17 Jahre nach ihrer letzten und bisher einzigen Endrunden-Teilnahme forsche Töne an.

"Wir wollen Pokalsieger werden, dafür sind wir hier", sagte Roth nach der Ankunft in Hamburg ohne mit der Wimper zu zucken. Der Underdog meint es ernst. Bei einer Final-Teilnahme winkt dem Klub aus der mittelalterlichen Kleinstadt in der Nähe von Kassel die erste Europacup-Qualifikation der Vereinsgeschichte.

"Wir sind nicht unbegründet hier und werden versuchen, unseren Weg mit aller Macht weiterzugehen", sagte Roth: "Natürlich sind wir als etatschwächster Verein klarer Außenseiter, aber wir haben in Berlin einen Punkt geholt, wir haben Flensburg einen Punkt abgenommen und zudem in Kiel gewonnen."

Kiel mit ordentlich Respekt

Beim Rekordpokalsieger (8 Titel) ist der Respekt vor Melsungen spätestens seit der 25:29-Pleite im Spätherbst groß. Doch THW-Trainer Alfred Gislason lässt nichts anderes als einen Sieg gelten.

"Wir haben einiges gutzumachen und wollen unbedingt ins Finale", sagte der Isländer.

THW plant Pokal-Hattrick

Nach den Triumphen in den beiden vergangenen Jahren wollen die Zebras den Pokal-Hattrick perfekt machen. Nach den Seriensiegen zwischen 1998 und 2000 sowie zwischen 2007 und 2009 wäre es bereits ihr dritter Dreifach-Gewinn.

Hochspannung verspricht auch das zweite Halbfinale zwischen der SG Flensburg-Handewitt und dem HSV Hamburg. Nach Meisterschaft und Champions League ist es bereits das fünfte Duell der Nordrivalen in dieser Saison. In der Liga gab es zwei Remis, in der Königsklasse gewannen beide Teams je einmal.

"Ich sehe keinen Spieler bei uns, der sich vor Flensburg in die Hose macht", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb der "Bild".

Flensburg will Durststrecke beenden

Und auch auf Flensburger Seite geht man zuversichtlich in das Pokal-Wochenende.

Acht Jahre nach dem letzten Titel auf nationaler Ebene will der Vize-Pokalsieger der beiden Vorjahre endlich wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen.

"Ich habe ein gutes Gefühl", sagte Vranjes vor der Partie am Samstag (Sa., ab 14.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

In Hamburg geht es am Wochenende nicht nur ums Prestige. Alle vier Teams werden pauschal entlohnt und erhalten je 80.000 Euro Antrittsprämie.

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