Das Endspiel beim Lufthansa Final Four steht: Nach Flensburgs Krimi gegen den HSV macht Kiel gegen Melsungen kurzen Prozess.

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Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Titelverteidiger THW Kiel ist erwartungsgemäß locker ins Endspiel des Lufthansa Final Four eingezogen und greift nach seinem dritten Pokalsieg in Folge.

Im Halbfinale setzte sich der Rekordpokalsieger (acht Titel) souverän mit 35:23 (16:14) gegen den krassen Außenseiter MT Melsungen durch.

Im Traum-Finale am Sonntag (13.50 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) trifft der Spitzenreiter der DKB Handball-Bundesliga im ewig jungen Nord-Derby auf Flensburg.

Die SG hatte sich zuvor in einem wahren Krimi mit 26:25 nach Verlängerung gegen den HSV Hamburg durchgesetzt (Bericht).

Kiel gelingt Revanche

THW Kiel gegen SG Flensburg-Handewitt - so hatte die Finalpaarung schon in den vergangenen beiden Jahren gelautet (DATENCENTER: Der DHB-Pokal).

Mit dem locker herausgespielten Sieg gegen Melsungen revanchierte sich der THW auch für die sensationelle Niederlage, die die Hessen den Kielern im Dezember 2012 zugefügt und damit deren Serie von 51 Ligaspielen ohne Niederlage beendet hatten.

Titel-Topfavorit THW dominierte die Partie weitgehend souverän, ohne dabei in die Nähe seines Leistungsmaximums gehen zu müssen. Mit einem Zwischenspurt nach der Halbzeitpause setzten sich die Kieler auf sechs Tore ab und bauten ihren Vorsprung bis zum Ende sukzessive aus.

"In der zweiten Halbzeit ist uns ein bisschen die Luft ausgegangen", gab Melsungens Michael Allendorf unumwunden gegenüber SPORT1 zu.

Vujin und Allendorf beste Werfer

Bester Werfer für den Sieger war Marko Vujin (10/4). Für Melsungen war der gut aufgelegte Allendorf (8) am erfolgreichsten.

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Kiels Trainer Alfred Gislason ließ zu Beginn mit Thierry Omeyer, Filip Jicha, Daniel Narcisse und Marcus Ahlm gleich vier Top-Stars zunächst einmal auf der Bank. Die zweite Garde startete gegen den krassen Außenseiter zwar konzentriert und warf schnell einen 3:0-Vorsprung heraus, ließ dann aber die Zügel schleifen.

Nach einer Viertelstunde geriet der THW durch ein Kontertor Ex-"Zebra" Daniel Kubes erstmals in Rückstand (15.), kurz darauf nahm Gislason beim Stand von 8:10 aus Kieler Sicht den ersten Timeout.

Zur Pause wieder alles im Lot

Der Isländer brachte Ex-Welthandballer Jicha, der nun den vorgezogenen Part in der Deckung übernahm und auch im Angriff des Rekordpokalsiegers für mehr Struktur sorgte. Wenig später betraten auch Omeyer, Narcisse und Ahlm das Parkett der mit 13.000 Zuschauern ausverkauften O2-Arena.

Die Folge: Kiel deckte wesentlich aggressiver, fand seine Linie in der Offensive und setzte den Gegner hinten wie vorne deutlich stärker unter Druck.

Beim 16:14 zur Pause war aus Sicht der THW-Fans alles wieder im Lot. Und als wenige Minuten nach dem Seitenwechsel der treffsichere Rückraumschütze Vujin und der immer noch pfeilschnelle Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson auf 20:15 erhöhten (36.), war eine Vorentscheidung gefallen.

Überforderter Gegner

Fortan dominierten die Kieler ihren überforderten Gegner, ohne sich allzu sehr zu verausgaben. Spätestens ab dem 29:19 (50.) war es ein Schaulaufen der Kieler.

Gislason konnte durchwechseln und seinen Schlüsselspielern um Ahlm und Jicha Ruhepausen mit Blick auf den Sonntag geben, die THW-Fans intonierten "Oh, wie ist das schön."

Im Finale wartet mit den euphorisierten Flensburgern freilich ein anderes Kaliber.

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