Dem HSV droht nach dem dramatischen Aus beim Lufthansa Final Four die nächste titellose Saison. Eine Chance bleibt.

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Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Totenstille. Mit einem Wort beschrieb Matthias Flohr die Stimmung, die in der Hamburger Kabine nach dem dramatischen Halbfinal-Aus gegen die SG Flensburg-Handewitt beim Lufthansa Final Four herrschte.

Mit 25:26 nach Verlängerung hatte der HSV nach einem furiosen Fight den Kürzeren gezogen.

"Es ist sehr, sehr bitter für uns", konstatierte Flohr und fasste treffend zusammen: "Es war ein tolles, umkämpftes Handballspiel, dass wir am Ende leider nicht gewonnen haben."

Kraft geht aus

Nachdem die Flensburger, gestützt auf einen grandiosen Torhüter Mattias Andersson, die Partie zunächst dominiert hatten, kam der HSV in der zweiten Halbzeit mit unbändigem Willen zurück und hatte zum Ende der regulären Spielzeit das Momentum eigentlich auf seiner Seite.

Erst wurde ein Tor von Flensburgs Holger Glandorf nicht gegeben, im Gegenzug hatten die Hamburger die Chance, den Siegtreffer zu setzen. Doch der überragende Andersson parierte in Hexer-Manier Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene den letzten Wurf von Marcin Lijewski und rettete seine SG in die Overtime (DATENCENTER: Der DHB-Pokal).

Dort ging den Hausherren dann die Luft aus. HSV-Coach Martin Schwalb erklärte: "In der Verlängerung hat uns etwas die Kraft gefehlt. Und nachdem uns in den ersten fünf Minuten kein Tor gelungen ist, hat es am Ende sehr knapp leider nicht gereicht."

Nächste titellose Saison

Ein Lob für seine Spieler hatte er dennoch parat: "Die Mannschaft hat Charakter gezeigt."

Das kämpferische Auftreten der Hamburger ändert freilich nichts daran, dass dem Pokalsieger von 2006 und 2010 und Meister von 2011 nach dem mageren letzten Jahr die nächste titellose Saison droht. Schließlich ist der Meisterzug in der DKB Handball-Bundesliga schon lange abgefahren.

Letzte Chance Champions League

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Letzte Chance ist also die Champions League, in deren Viertelfinale der HSV auf - ausgerechnet - die Flensburger trifft. Schon am kommenden Sonntag bietet sich im Hinspiel die Chance für die Revanche, in der die SG nun aber natürlich einen psychologischen Vorteil besitzt.

"Es wird schwer das aus den Köpfen heraus zu bekommen", sagte Torhüter Johannes Bitter zu der Drama-Pleite vom Samstag: "Unser Ziel muss jetzt das Champions-League-Halbfinale sein. Wir werden alles daran setzen, dass die SG nicht noch einmal in unserer Halle jubeln darf."

Hoffen auf "muntere Jungs"

Und HSV-Präsident Matthias Rudolph meinte: "Wir hoffen natürlich auf diesen Titel, aber davon träumen momentan noch acht Mannschaften. Jetzt müssen wir erst einmal gucken, dass die Jungs wieder munter werden."

Damit am nächsten Sonntag nicht wieder Totenstille in der Hamburger Kabine herrscht.

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