Kiel spaziert ins Endspiel, hat aber einen schweren Verlust zu beklagen. Flensburg will Kraft aus dem HSV-Drama schöpfen.

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Aus Hamburg berichtet Julian Meißner

Hamburg - Den leichteren Weg ins Traumfinale von Hamburg hatte der Titelverteidiger, die größere Show bot der Herausforderer. Der ewige Herausforderer?

THW Kiel gegen SG Flensburg-Handewitt heißt zum dritten Mal in Folge die Paarung im Endspiel des Lufthansa Final Four (So., 13.50 Uhr LIVE im TV auf SPORT1und im LIVESTREAM).

In den vergangenen beiden Jahren hatte der Rekordpokalsieger von der Förde das bessere Ende für sich, umso heißer sind die Flensburger auf den Titel (DATENCENTER: Der DHB-Pokal).

Mittelhandbruch bei Zeitz

Vorteil Kiel: Die "Zebras" konnten in ihrem Halbfinale gegen Melsungen (Bericht) den Schongang einlegen - die Laune wurde jedoch schwer getrübt vom Verlust von Christan Zeitz.

Der Linkshänder verletzte sich im Spiel gegen die MT und zog sich einen Bruch der rechten Mittelhand zu und wird am Montag operiert. "Das ist ein großer Verlust für uns. Aber wir haben einen breiten Kader und werden Zeitzis Ausfall kompensieren", sagte THW-Geschäftsführer Klaus Elwardt.

Andersson überragt

Flensburg war bereits zuvor im Krimi gegen den HSV Hamburg (Bericht) an seine Grenzen gegangen.

26:25 nach Verlängerung hieß es am Ende einer hochdramatischen Partie, die in Keeper Mattias Andersson den umjubelten Matchwinner hatte.

"Mattias war mal wieder überragend", lobte Holger Glandorf, selbst mit sechs Treffern bester Werfer seines Teams: "Er bereitet sich immer sehr penibel vor, das hat man heute wieder gesehen."

"Ljubo hat ein super Händchen"

25 Paraden hatte der routinierte Schwede verbucht und damit das Vertrauen zurückgezahlt, das ihm sein Trainer Ljubomir Vranjes geschenkt hatte.

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Noch vor fünf Tagen hatte in der Liga Sören Rasmussen gegen denselben Gegner geglänzt. "Ljubo hat ein super Händchen", erklärte Glandorf im Gespräch mit SPORT1 das Wechselspiel: "Mal sehen, was ihm für Sonntag einfällt."

Vranjes selbst war in den Minuten nach der Nervenschlacht noch nicht in der Lage, auf das Endspiel zu schauen: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die 70 Minuten Willen gezeigt hat. Das war Kampf und Leidenschaft. Ich denke, auch die Zuschauer dürfen zufrieden sein."

Völlig deprimierte Hamburger

Der Fahrplan für sein abgekämpftes Team, dessen Thriller-Sieg völlig deprimierte Hamburger zurückließ, hörte sich dann auch recht simpel an: "Essen, trinken, ausruhen."

Drei Stunden weniger Zeit zum Ausruhen hatten die Kieler, die dafür das deutlich leichtere Halbfinale spielten.

"Jetzt heißt es: Kopf frei machen und im Finale wieder angreifen", sagte Dominik Klein und warnte davor, aus den Mühen des Erzrivalen aus Flensburg gegen den HSV einen Vorteil herauszulesen: "So ein heißes Spiel kann einen auch pushen."

Jichas warnt vor Trainerfuchs Vranjes

Sein prominenter Mannschaftskollege Filip Jicha warnte explizit vor den Stärken des Teams von Trainerfuchs Vranjes: "Wir alle wissen, dass Flensburg sich enorm entwickelt hat."

Und Torhüter Andreas Palicka meinte: "Es ist immer eng gegen Flensburg. Wir müssen hart kämpfen und gut spielen, um den Pokal zu holen."

Mit Blick auf den Sonntag klang Klein trotz des Schocks aufgrund der Verletzung von Zeitz optimistisch: "Finals werden nicht gespielt, sie werden gewonnen."

Das allerdings wollen die Flensburger auch gerne einmal wieder sagen.

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