vergrößernverkleinern
Lasse Boesen wechelte 2008 von Lemgo nach Flensburg © getty

Vor dem Rückspiel in Schaffhausen spricht Flensburgs Rückraum-Mann im SPORT1-Interview über die Chancen auf den Finaleinzug.

Von Andreas Kloo

München - Es dürfte eine ganz enge Kiste werden - zumal der erhoffte deutliche Sieg der SG Flensburg-Handewitt im Halbfinal-Hinspiel des EHF-Pokals gegen die Kadetten Schaffhausen ausgeblieben ist.

Mit einem knappen 31:30-Heimsieg im Gepäck reisen die Norddeutschen nun in die Schweiz.

Vor dem Rückspiel am Samstag (ab 17.15 Uhr LIVESCORES) spricht Flensburgs Rückraum-Shooter Lasse Boesen im SPORT1-Interview über die Chancen auf den Finaleinzug, Lehren aus dem Hinspiel - und was ihm der Titel persönlich bedeuten würde. (DATENCENTER: Die Halbfinals)

SPORT1: Herr Boesen, wie schätzen Sie vor dem Rückspiel die Chancen auf den Flensburger Finaleinzug ein? Die Ausgangslage mit nur einem Tor Vorsprung erscheint nicht wirklch gut...

Boesen: Ja, der Vorsprung ist sehr knapp. der Vorteil liegt jetzt auf Seiten der Schaffhausener. Aber ich habe trotzdem ein gutes Gefühl.

SPORT1: Was gibt Ihnen denn dieses gute Gefühl?

Boesen: Generell ist nicht der Gegner das Problem, es kommt auf unsere individuelle Leistung an. Aber nach dem guten Viertelfinal-Auftritt in Celje wissen wir, dass wir auch auswärts stark spielen können. Auf diese Stärke vertrauen wir.

SPORT1: Trotzdem: Was muss im Vergleich zum Hinspiel anders werden?

Boesen: Schaffhausen wird sicher genauso spielen wie in Flensburg. Aber darauf sind wir jetzt eingestellt. Und wir müssen besser agieren als im Hinspiel. Viel wird also von der individuellen Leistung der einzelnen Spieler abhängen. Aber ein Weiterkommen ist auf jeden Fall möglich.

SPORT1: Woran lag es, dass im Hinspiel einige Spieler nicht ihre Bestform erreicht haben?

Boesen: Es ist richtig, dass wir nicht so gut gespielt haben. Aber der Vorteil des Europacups ist es, dass man zwei Spiele hat. Wir sind es aus der Bundesliga gewöhnt, schwere Auswärtsspiele zu haben. Diese Erfahrung könnte uns zugute kommen. Wir sind bereit, diesen Druck anzunehmen. Das Ziel muss ganz klar sein, das Finale zu erreichen. Aber dafür muss man natürlich auch gut Handball spielen.

SPORT1: Werden Sie im Vergleich zum Hinspiel taktische Änderungen vornehmen?

Boesen: Die Taktik ist nicht das Entscheidende, das spielt keine Rolle, sondern die richtige Einstellung und der nötige Respekt vor dem Gegner. Aus dem Respekt darf aber keine Angst werden.

SPORT1: Was genau macht Schaffhausen zu einem unbequemen Gegner? Schon Lemgo hatte in der Champions-League-Qualifikation Probleme mit diesem Team...

Boesen: Schaffhausen spielt sehr organisiert und macht im Angriff kaum Fehler. Zu Hause spielen sie außerdem sehr hart in der Abwehr. Am gefährlichsten sind bei ihnen Iwan Ursic und Peter Kukucka. Die beiden spielen fehlerlos und schlagen bei jeder Chance zu. Deshalb muss die Abwehr hundertprozentig bereit sein - und der Torhüter muss viele Bälle holen.

SPORT1: Sie haben mit der dänischen Nationalmannschaft ebenso Erfolge gefeiert wie in Spanien mit San Antonio. Wie viel würde Ihnen persönlich der Gewinn des EHF-Cups mit Flensburg bedeuten?

Boesen: Der Titel wäre ein Traum. Für viele ist es die einzige Chance, auf ein Finale und einen großen Titel. Da muss jeder bereit sein. Ein Titel ist das, wofür ein Sportler ein Leben lang trainiert.

SPORT1: Sie haben nach dem Spiel in Schaffhausen keine Zeit zum Verschnaufen. In der Liga geht es am Dienstag gleich weiter in Melsungen. Derzeit liegen Sie auf Rang vier. Glauben Sie, dass Sie die Löwen noch von Platz drei stoßen können?

Boesen: Das Spiel am nächsten Wochenende gegen die Löwen wird ein kleines Finale um Platz drei. Wenn wir das gewinnen, sieht es gut aus. Jetzt sind einfach die entscheidenden Wochen, in denen es um alles geht - um den EHF-Cup und darum, ob wir uns für die Champions League qualifizieren. Wenn wir das schaffen, wäre das ein großer Erfolg. Damit hätte ich vor der Saison nicht unbedingt gerechnet.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel