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Volker Zerbe spielte von 1986 bis 2006 beim TBV Lemgo © getty

TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe spricht im SPORT1-Interview über das EHF-Pokal-Finale und die Zukunft von Michael Kraus.

Von Martin Hoffmann

Lemgo/München - Am Sonntag steht für den TBV Lemgo das Hinspiel des EHF-Pokal-Finals (ab 15 Uhr LIVESCORES) auf dem Programm.

In der heimische Lipperlandhalle empfangen die Ostwestfalen die Kadetten Schaffhausen. (DATENCENTER: EHF-Pokal)

Nach dem schwachen Abschneiden in der Bundesliga und der verpassten Champions-League-Qualifikation ist es für den TBV die letzte Chance, eine mäßige Saison mit einem Titel zu krönen und den internationalen Wettberwerb nach 2006 zum zweiten Mal zu gewinnen.

Lemgo könnte eine Tradition weiter führen, denn seit 2004 ist der EHF-Pokal fest in deutscher Hand.

Doch die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow sollte gewarnt sein, denn der Gegner aus der Schweiz kegelte in dieser Saison schon zwei deutsche Mannschaften aus dem Wettbewerb.

Im SPORT1-Interview nimmt Geschäftsführer Volker Zerbe Stellung zum anstehenden Finale, die Saison in der Bundesliga und die Zukunft von Michael Kraus.

SPORT1: Herr Zerbe, die Saison in der Bundesliga lief nicht optimal, wie wichtig ist es für den TBV Lemgo, den Titel im EHF-Pokal zu holen?

Volker Zerbe: Wenn man im Finale eines europäischen Wettbewerbs steht, will man das natürlich auch gewinnen. Wir können die Saison mit dem Titel zu einem tollen Abschluss führen. Deswegen sind wir sehr fokussiert auf diese beiden Spiele.

SPORT1: Würden sie die Saison als eine erfolgreiche titulieren, sollte es mit dem EHF-Pokal klappen?

Zerbe: Um das Finale im EHF-Pokal zu erreichen, muss man konstant starke Leistungen zeigen, deswegen kann die Saison ja nicht so schlecht gewesen sein. Holen wir den Titel ist sie insofern erfolgreich, dass wir nicht mit leeren Händen da stehen.

SPORT1: Was würde es für den Klub bedeuten, wenn das Finale verloren geht?

Zerbe: Dann wären wir Vize-Europapokalsieger. Der Trend in der letzten Zeit ging auf jeden Fall in die richtige Richtung. Es wäre kein Beinbruch, aber natürlich schöner, wenn wir den Erfolg mitnehmen könnten.

SPORT1: Haben sie den Eindruck, dass sich die Lage in Lemgo nach dem Trubel über die verpasste Champions-League-Qualifikation etwas beruhigt hat?

Zerbe: Die Lage hat sich durchaus beruhigt. Nach sehr schwanken Leistungen haben wir wieder den richtigen Weg eingeschlagen und werden auch in Zukunft sehr zielstrebig arbeiten.

SPORT1: Schaffhausen ist aus der Champions-League-Quali noch in guter Erinnerung. Welche Lehren hat der TBV aus der Niederlage gezogen?

Zerbe: Wir haben damals einfach nicht gut gespielt und bei weitem keine optimale Leistung gezeigt. Schaffhausen hat mit Göppingen und Flensburg zwei weitere Bundesligisten eliminiert, was zeigt, mit welchem Gegner wir es zu tun haben. Wenn wir das bessere Ende für uns haben wollen, müssen wir die beiden Spiele sehr konzentriert angehen - das wird kein Selbstläufer.

SPORT1: Schaffhausen ist für schnellen, offensiven Tempohandball bekannt. Wie wird der TBV dem entgegenwirken?

Zerbe: Zum einen mit einer stabilen Abwehr und einer guten Torwartleistung. Zum anderen wollen wir natürlich auch selbst versuchen Tempohandball zu spielen. Schaffhausen ist taktisch sehr gut geschult und hat enorme individuelle Fähigkeiten im Offensiv-Bereich, außerdem eine homogene Abwehr mit einem guten Torwart. Wir wollen versuchen von Beginn an Druck aufzubauen.

SPORT1: Welche Gründe sehen sie dafür, dass es in der Liga nicht optimal läuft, der TBV aber im Finale des EHF-Pokals steht?

Zerbe: Der EHF-Pokal ist ein anderer Wettbewerb. Da kann man mal dem Bundesliga-Alltag entfliehen. Man kann sich mit den besten Mannschaften der anderen Länder messen, was den Wettbewerb besonders macht.

SPORT1: Welchen Vorsprung sollte sich der TBV im Hinspiel herausspielen?

Zerbe: Ich rechne mit zwei ganz engen Spielen. Wir müssen sehr stabil auftreten und wollen mit einem Heimsieg eine gute Basis legen. Doch auch wenn wir das Hinspiel mit sieben oder acht Toren Unterschied gewinnen, ist das noch keine Garantie auf den Titel.

SPORT1: Wie sehen sie den Einfluss von Volker Mudrow? Er wurde nach den ganzen Turbulenzen zurückgeholt und mit ihm ist wieder Ruhe eingekehrt.

Zerbe: Er hat gute Arbeit geleistet und der Mannschaft wieder Stabilität eingehaucht. Er hat natürlich auch entscheidenden Anteil daran, dass wir im EHF-Pokal-Finale stehen. Der Trainerwechsel hat sich auf jeden Fall ausgezahlt.

SPORT1: Die Wechselgerüchte um Michael Kraus sind in den letzten Wochen etwas aus dem Fokus gerückt. Werten Sie das als gutes Zeichen?

Zerbe: Es ist gut, dass das Thema ein bisschen aus der Öffentlichkeit genommen wurde, denn da gehört es auch nicht hin. Wir haben ganz klar gesagt, dass wir uns momentan auf die sportlichen Dinge konzentrieren wollen. Nach der Saison werden wir dieses Thema dann noch mal angehen.

SPORT1: Vergrößert ein Final-Sieg die Chancen Kraus zu halten?

Zerbe: Damit beschäftige ich mich zurzeit nicht. Es stehen zwei Finalspiele vor der Tür, auf die wir unsere ganze Konzentration lenken müssen.

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