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Kreisläufer Jens Tiedtke spielt seit 2005 für den TV Großwallstadt in der Toyota HBL © getty

Vor dem ersten Finalspiel des EHF-Pokals setzt TVG-Kreisläufer Tiedtke auf Bewährtes. Göppingen baut auf einen Rückkehrer.

Von Philipp Langer

München - Es ist die letzte Chance für Frisch Auf Göppingen sich für eine starke Saison selbst zu belohnen.

Doch genau das will der TV Großwallstadt im ersten Finalspiel des EHF-Pokals (So. 19.15 Uhr LIVESCORES) verhindern - und nach elf Jahren selbst wieder einen internationalen Titel holen.

Von Anspannung ist beim TVG dennoch nichts zu spüren. "Wir können relativ entspannt ins Finale gehen", erklärt Kreisläufer Jens Tiedtke bei SPORT1.

Eine Voraussetzung, die der 31-Jährige bei Göppingen nicht gegeben sieht: "Sie hatten in dieser Saison drei richtige gute Möglichkeiten etwas zu erreichen. Nach dem Verpassen der Champions League und dem Aus im Halbfinale des DHB-Pokals stehen sie jetzt im Finale gegen uns gehörig unter Druck." (DATENCENTER: EHF-Pokal).

Zwei schwere Spiele

Neben der nach außen vermittelten Gelassenheit baut das Team von TVG-Trainer Peter David vor allem auf die Auswärtsstärke.

"Klar ist Göppingen favorisiert, aber wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wenn wir es wieder schaffen unsere Leistung abzurufen, ist auch dort alles möglich", erinnert Tiedtke bei SPORT1 an die Siege des Tabellenzehnten der Toyota HBL in Hamburg und Kiel.

Beeindruckende Auftritte, die auch FAG-Coach Velimir Petkovic nicht entgangen sind.

"Ich erwarte zwei schwere Spiele für uns. Aber ich verspreche, dass unsere Mannschaft um jeden Ball kämpfen wird. Die Entscheidung fällt aber sicherlich erst in den letzten Minuten des Rückspiels in Elsenfeld", glaubt der 54-jährige Bosnier an ein Duell auf Augenhöhe.

Keine Angst vor der "Hölle Süd"

Umso mehr gilt es für die Schwaben sich im Heimspiel eine gute Ausgangslage zu erarbeiten, will man nach 49 Jahren wieder einen internationalen Titel holen.

"Dafür brauchen wir die Unterstützung von unseren Fans über 60 Minuten, egal wie das Spiel läuft", hofft Petkovic, dass die "Hölle Süd" ihrem Namen alle Ehre macht.

[kaltura id="0_z6oisscy" class="full_size" title="Kaufmann Wut im Bauch "]

Tiedtke zeigt sich von der zu erwartenden Kulisse jedoch unbeeindruckt und wähnt Großwallstadt sogar im Vorteil.

"Es ist vielleicht ein bisschen Aberglaube, aber wir hatten in den Runden zuvor auch immer erst das Auswärtsspiel", erinnert sich der Kreisläufer und liefert eine weitere Statistik, die ihn optimistisch stimmt.

"Als wir in Lemgo gespielt haben, hatten die zuvor auch in der Liga gegen Berlin verloren - und das ist Göppingen jetzt auch passiert. Von daher stehen unsere Chancen doch gar nicht schlecht", schmunzelt Tiedtke vor der ersten Final-Begegnung.

Horak sorgt für Unruhe

Dann werden die Göppinger Langzeitverletzten Dalibor Anusic und Drasko Mrvaljevic aller Voraussicht nach nicht mitwirken können.

Umso mehr freut es Petkovic, dass er wieder auf Pavel Horak, der zuletzt drei Monate wegen eines Kahnbeinbruchs gefehlt hatte, zurückgreifen kann.

Eine Personalie, die bei TVG-Trainer David durchaus für etwas Unruhe sorgt: "Wenn Horak wieder fit ist, wird es für uns noch schwerer."

Großwallstadt bangt um ein Trio

Zumal Großwallstadt um den Einsatz eines Trios bangt.

Während Steffen Weinhold und Sverre Jakobsson über Probleme im Sprunggelenk klagen, quälen Stefan Kneer nach seinem Bandscheibenvorfall erneut Rückenprobleme.

"Ich denke, dass sich ihr Einsatz erst kurz vor dem Spiel entscheiden wird. Ich hoffe natürlich, dass die drei rechtzeitig fit werden", weiß auch Tiedtke um die Bedeutung des Trios.

Mit einem Frischegefühl ins Spiel

Trotz der großen Chance auf den internationalen Triumph wollen beide Teams keine besonderen Maßnahmen ergreifen.

"Wir werden nichts verändern, alles so machen wie bisher. Wir trainieren vorher noch mal, haben Besprechung und so weiter - alles wie gehabt", versichert Großwallstadts Trainer David.

Auch Tiedtke will seiner besonderen Art der Spielvorbereitung treu bleiben.

"Jeder Sportler hat so seine Macken. Bei mir ist es halt, dass ich mir noch mal die Zähne vor jedem Spiel putze, um mit einem Frischegefühl ins Spiel zu gehen."

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