DSF-Experte Bob Hanning, Manager der Füchse Berlin, analysiert für Sport1.de Deutschlands Spiele bei der EM. Heute: Das Gruppenspiel gegen Slowenien.

Liebe Handball-Freunde,

zwischenzeitlich dachte ich während der Partie gegen Slowenien wirklich: Aus und vorbei, das war's.

Wir haben in der ersten Halbzeit keinerlei Abstimmung in der Abwehr hinbekommen. Vorne haben wir oft zu überhastet abgeschlossen und viel zu viele technische Fehler gemacht. Ohne Jogi Bitter wären wir noch viel hoffnungsloser ins Hintertreffen geraten.

Aber was diese Mannschaft auszeichnet: Sie glaubt immer an sich, das ist ihr ganz großes Plus. Diese Kampfbereitschaft kann sich auch im weiteren Turnierverlauf noch auszahlen.

Der einzige Vorwurf, den man den Jungs machen kann: Die Mannschaft steht sich häufig selbst im Weg.

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Wichtig war, dass Holger Glandorf gegen Ende endlich getroffen hat. Und Michael Müller hat gezeigt, dass er eine echte Alternative ist.

Christoph Theuerkauf hat zudem einen großen Schritt nach vorne gemacht und Michael Haaß seine Aufgabe auf der Mitte ordentlich gelöst.

Dennoch merkt man deutlich, dass eine ordnende Hand, wie sie Markus Baur über Jahre darstellte, fehlt. Er hatte die Ruhe und die Erfahrung, auch mal das Tempo zu variieren.

In der entscheidenden Phase des Spiels gegen die Slowenen sind wir dann zum Glück auch mal gegen die Wurfhand gegangen und haben die Breite des Feldes genutzt. Doch Torsten Jansen auf links wird weiter viel zu wenig ins Spiel einbezogen.

Der Blick geht jetzt in Richtung des Endspiels gegen Schweden. Dafür müssen wir uns steigern und sollten tatsächlich einmal über volle 60 Minuten Handball spielen.

Ich hoffe, dass das Team nicht zum dritten Mal in Folge die Startphase verschläft. Die Spieler sollten das Positive aus dem Spiel gegen Slowenien ziehen und den Regenerationstag ausnutzen. Denn wir brauchen die Physis für den Hauptrundeneinzug, an den ich fest glaube.

Dort würden wir dann auf Spanien und Frankreich treffen - Spiele, in denen man weiter lernen kann.

Ihr Bob Hanning

Bob Hanning, 41, nimmt während der EM bei Sport1.de kein Blatt vor den Mund. Hanning führte die Füchse Berlin als Geschäftsführer in die Handball-Bundesliga. Er war unter Heiner Brand Assistent bei der Nationalmannschaft und trainierte unter anderem den HSV in der Bundesliga. Für das DSF ist er als Co-Kommentator während der EM 2010 im Einsatz. Weitere Informationen zum Sport1.de-Experten finden Sie unterwww.bob-hanning.de.

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