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Nikola Karabatic (M.) war gegen Island um Olafur Stefannson (r.) (r.) der überragende Mann © getty

Der Weltmeister und Olympiasieger besiegt überforderte Isländer deutlich und kann im EM-Finale Einzigartiges schaffen.

Von Julian Meißner

München/Wien - Top-Favorit Frankreich ist den Erwartungen gerecht geworden und bei der Europameisterschaft in Österreich souverän ins Endspiel eingezogen.

Im Halbfinale von Wien setzte sich der Weltmeister und Olympiasieger am Samstag mit 36:28 (16:14) gegen kampfstarke, aber letztlich überforderte Isländer durch.

Bester Werfer im Team von Claude Onesta war der überragende Nikola Karabatic mit neun Treffern bei neun Versuchen. Auf Seiten der Isländer traf Aron Palmarsson sechsmal.

Karabatic sagte im DSF: "Wir sind unheimlich froh, im Finale zu stehen. Es ist schön, unserem großen Ziel so nahe zu sein."

Island hält anfangs mit

In der Neuauflage des Olympischen Finales von Peking 2008 setzte sich Frankreich nach hektischem Beginn beim 5:3 (9.) erstmals auf zwei Tore ab.

Doch die Isländer um die Bundesliga-Stars Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson hielten zunächst dagegen: 6:6 hieß es nach einer Viertelstunde.

Mit dem 9:6 durch Daniel Narcisse (17.) gelang den Franzosen die erste Drei-Tore-Führung, bevor Palmarsson aufdrehte.

Aufgrund des zwischenzeitlich wie entfesselt aufspielenden 19-Jährigen vom THW Kiel blieb die Partie offen, Island ging beim 13:12 (27.) sogar in Front.

Karabatic reißt das Spiel an sich

Dann zeigte jedoch Karabatic seine Extraklasse und führte die "Equipe Tricolore" mit einem Zwischenspurt zur verdienten Pausenführung.

"Ende der ersten Habzeit haben wir ein paar schnelle Tore durch den Gegenstoß erzielt, das hat den Unterschied gemacht", so der Welthandballer von 2007.

Und auch im zweiten Durchgang waren die Franzosen das bessere Team. Bereits beim 23:17 (38.) durch Linksaußen Michael Guigou war eine Vorentscheidung gefallen.

Historische Chance

In den letzten 20 Minuten kontrollierten die äußerst selbstbewusst auftretenden Weltmeister die Partie und brachten den Vorsprung über 31:23 (50.) mühelos nach Hause. Gedanklich beschäftigten sich Karabatic und Co. wohl schon mit dem Finale.

Den Gegner für das Endspiel am Sonntag ermittelten Vize-Weltmeister Kroatien und Bogdan Wentas Polen im zweiten Halbfinale - hier hatten die Kroaten die Nase vorn.

Favorisiert sind am Sonntag auf jeden Fall die Franzosen, denen Historisches gelingen kann.

Mit EM-Gold wäre die Auswahl von Trainer Onesta das erste Team der Geschichte, das alle drei großen Titel inne hat.

Isländer wollen Bronze

Island trifft im Spiel um Platz drei am Sonntag (15 Uhr LIVE im DSF) auf Polen.

"Jetzt wollen wir die Bronzemedaille gewinnen, aber dazu benötigen wir eine wirklich gute Leistung", sagte Snorri Gudjonsson von den Rhein-Neckar Löwen.

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