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Pascal Hens wurde mit der DHB-Auswahl 2007 Weltmeister © getty

Die deutsche Handball-Auswahl kann für die EM 2012 planen. In Innsbruck feiert das Brand-Team den entscheidenden Erfolg.

Aus Innsbruck berichtet Julian Meissner

Innsbruck - Kollektives Aufatmen beim DHB-Team:

Deutschland hat das Schicksalsspiel in Österreich dank eines stellenweise furiosen Auftritts und eines überragenden Silvio Heinevetter deutlich gewonnen.

Die Mannschaft von Heiner Brand besiegte am Mittwochabend in Innsbruck den Gastgeber mit 28:20 (15:8) und qualifizierte sich damit für die EM-Endrunde 2012 in Serbien. Auch von Oympia in London darf weiter geträumt werden.

Die DHB-Auswahl kann durch diesen Erfolg mit sieben Punkten nicht mehr von einem der beiden ersten Plätze der Gruppe 5 verdrängt werden, da Österreich und Island im letzten Spiel aufeinandertreffen. Gegen beide Teams hat Deutschland den direkten Vergleich für sich entschieden.

Sturz wird abgewendet

In den letzten Tagen der Ära des Bundestrainers Brand wurde damit der drohende Absturz in die Bedeutungslosigkeit eindrucksvoll abgewendet.

Das abschließende Gruppenspiel am Sonntag in Trier gegen Lettland (15.15 LIVESCORES) kann die deutsche Sieben ohne Erfolgsdruck angehen.

"Jetzt geht es mir besser als vorher. Ich wusste, was auf uns zukommt", sagte Heiner Brand. "Wir haben zu Beginn sehr viel Druck gemacht. Gut war, dass wir uns nach der Schwächephase in der zweiten Halbzeit wiedergefunden haben. Da hat sich die Mannschaft selbst rausgezogen."

Hens: "Gut und aggressiv"

Beste Werfer in der mit knapp 8000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Olympiahalle waren Pascal Hens (6) und Michael Kraus (4/1).

"Wir haben heute geschafft, was wir uns vorgenommen hatten: Hinten gut und aggressiv zu stehen und mit Gegenstößen zu arbeiten", sagte Hens bei SPORT1. "Wir wussten auch, dass wir vielleicht die bessere Bank haben und über 60 Minuten mehr Dampf gehen können."

Für die ÖHB-Auswahl trafen in der spannungsgeladenen Partie Konrad Wilczynski (6/6) und Vytautas Ziura (4) am besten.

Starker Beginn des DHB

Schon im ersten Durchgang setzte sich das deutsche Team dank einer starken Leistung und eines über weite Strecken überforderten Gegners zwischenzeitlich bis auf acht Tore ab und legte so den Grundstein zum Sieg.

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Im zweiten Durchgang holte Österreich zwar Tor um Tor auf, aber mit viel Kampf brachte das DHB-Team seine Führung am Ende souverän über die Zeit. (406157DIASHOW: Brands Karriere in Bildern).

Groetzki beginnt für Sprenger

Brand setzte zu Beginn weitgehend auf seine erste Sieben der WM in Schweden, auf Rechtsaußen startete Löwen-Youngster Patrick Groetzki für den angeschlagenen Christian Sprenger.

Und seine Auswahl startete hochkonzentriert in "eins der wichtigsten Länderspiele der letzten Jahre", wie Hens die Bedeutung der Partie vorher genannt hatte.

Ein Doppelschlag des prächtig aufgelegten Kapitäns selbst, Michael Haaß verdeckt aus dem Rückraum sowie Sebastian Preiß vom Kreis sorgten beim 5:1 (8.) für die erste deutliche Führung des DHB-Teams.

Beim 9:3 durch Pfahl (15.) zog ÖHB-Coach Magnus Andersson die Grüne Karte und bat sein Team zur Auszeit.

[kaltura id="0_cii6kbg1" class="full_size" title="Heinevetter und Hens im SPORT1 Interview"]

Roggisch stark

Doch seine Mannschaft lief sich auch nach dem Timeout immer wieder in der top eingestellten DHB-Deckung um Abwehrchef Oliver Roggisch fest oder scheiterte am starken Füchse-Torhüter Heinevetter.

Die deutsche Auswahl dagegen spielte ihre Angriffe geduldig zu Ende und nutzte ihre Chancen meist konsequent. Als Kiels Dominik Klein mit zwei Treffern in Folge für das 11:3 aus deutscher Sicht sorgte (18.), deutete schon alles auf eine sichere Angelegenheit hin. Immerhin noch mit sieben Toren Vorsprung ging es in die Pause.

Doch nach dem Seitenwechsel glänzten zunächst nur die Gastgeber und schlossen beim 13:16 aus österreichischer Sicht (35.) unter lautstarkem Jubel der Fans erstmals wieder bis auf drei Tore auf.

Es wird noch einmal eng

Beim Siebenmeter des treffsicheren Ex-Bundesliga-Torschützenkönigs Wilczynski zum 17:19 (46.) wurde es richtig eng ? Timeout Brand.

Deutschland blieb in den Folgeminuten vor allem dank des überragend parierenden Heinevetter vorn, fand auch offensiv seinen Faden wieder und setzte sich bei Lars Kaufmanns Tor zum 22:17 erneut deutlich ab (49.).

"Heine hat heute super gehalten, aber wir haben uns auch als Mannschaft wieder gefangen", meinte Hens bei SPORT1.

In den Schlussminuten wuchs Heinevetter über sich hinaus, Brands Team baute seinen Vorsprung wieder aus und feierte so einen und letztlich ungefährdeten, verdienten und vor allem eminent wichtigen Sieg.

Der erste Schritt

"Von den Ergebnissen dieser Spiele hängt die Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft entscheidend ab", hatte Brand vor der Partie gegen Österreich und Lettland erklärt.

Mit dem Erfolg über Österreich ist der erste Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nun gilt es für die deutsche Mannschaft, sich bei der EM in Serbien sich für Olympia 2012 in London zu qualifizieren.

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