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Susann Müller (l.) und Anja Althaus haben das EM-Auftaktspiel gegen Schweden verloren © imago

Die Mannschaft von Trainer Rainer Osmann spielt gegen Schweden nervös und gibt in der Schlussphase einen Vorsprung aus der Hand.

Larvik - Die deutschen Handballerinnen haben den Auftakt der Europameisterschaft in Norwegen und Dänemark verpatzt:

Das Team von Bundestrainer Rainer Osmann verlor sein erstes Gruppenspiel in Larvik nach einer schwachen Leistung mit 25:27 (14:12) gegen den WM-13. Schweden und hat bei seiner Medaillen-Mission einen herben Rückschlag erlitten.

"Ich bin sehr enttäuscht von unserer Effektivität und der Quote im Angriff. Wir haben zu viele eigene Fehler gemacht. Es ist eine erhebliche Steigerung nötig, wenn wir unser erstes Teilziel, die Hauptrunde, erreichen wollen. Ab jetzt gibt es nur noch Endspiele für uns."", sagte der 60-Jährige.

Auch Franziska Mietzner (6 Tore/Frankfurter HC) und Anja Althaus (5/Viborg HK) als beste Werferinnen konnten vor 1800 Zuschauern die achte Niederlage im 56. Spiel gegen Schweden nicht verhindern.

Deutschland gibt Vorsprung aus der Hand

Die Entscheidung fiel in der Schlussphase, als die nervösen deutschen Spielerinnen sechs Miniten vor dem Ende nach eigener Führung (24:23) völlig den Kopf verloren und sich in der 59. Minute einem Dreitore-Rückstand gegenübersahen (24:27).

"Es ist sehr enttäuschend, wenn man dem Gegner fast über die ganze Zeit überlegen war und trotzdem verliert", meinte Spielmacherin Nina Wörz.

Im nächsten Spiel am Mittwoch ist für die DHB-Auswahl gegen die mit zehn Bundesliga-Legionärinnen gespickten Niederländerinnen (ab 19.45 UhrLIVE bei SPORT1) ein Sieg Pflicht.

Weiterer Vorrundengegner des WM-Siebten ist am Freitag die Ukraine (ab 19.45 Uhr LIVE bei Sport1). Die jeweils ersten drei Mannschaften der vier Vierergruppen ziehen in die Hauptrunde ein.

DHB-Frauen nervös

Der DHB-Sieben war die Nervosität zu Beginn des Turniers deutlich anzumerken. Im Angriff leistete sich die Osmann-Equipe viele Ballverluste und vergab unter anderem zwei Siebenmeter.

Einzig die Leverkusener Torhüterin Clara Woltering und die 1,92 Meter große Mietzner hielten den Favoriten in einer schwachen ersten Halbzeit mit starken Szenen im Spiel.

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Jurack kommt nicht ins Spiel

Gegen die aggressive Deckung der Schwedinnen tat sich besonders Rekordnationalspielerin Grit Jurack (2) schwer, die erst in der 36. Minute ihr erstes Tor warf. Die Dänemark-Legionärin hatte wegen einer Babypause die WM 2009 verpasst.

Vor der Pause konnte der WM-Siebte zwar binnen acht Minuten von 8:8 auf 12:9 (27.) davonziehen. Doch auch nach dem Wechsel wirkte das deutsche Angriffsspiel über weite Phasen zerfahren - und alles andere als medaillenreif.

Schweden schaffte in einer ausgeglichenen Begegnung immer wieder den Ausgleich und ging beim 22:21 (51.) erstmals in der zweiten Hälfte in Führung.

Osmann: Großer Respekt vor den Niederlanden

Vor den Niederlanden als nächstem Gegner hat vor allen Dingen Osmann großen Respekt. "Sie sind als Gastgeber der Euro 2012 hochmotiviert. Es ist ja ein Nachbarschaftsduell, viele Niederländerinnen spielen in der Bundesliga. Wir müssen zusehen, dass wir uns nicht zu sicher fühlen", sagte der 60-Jährige.

Die Bilanz spricht mit 45 Siegen in 57 Spielen (8 Niederlagen/4 Unentschieden) eindeutig für die deutsche Mannschaft. Beim letzten Vergleich im November 2009 gab es allerdings nur ein knappes 24:22 für den Favoriten.

Das deutsche Team war bei den vergangenen beiden Europameisterschaften im Halbfinale gescheitert und hatte jeweils Platz vier belegt.

Die bislang einzige EM-Medaille (Silber) gab es 1994 im eigenen Land. Der Europameister 2010 ist unter anderem als erste Mannschaft für die Olympischen Spiele in London 2012 qualifiziert.

Im Stenogramm:

Deutschland - Schweden 25:27 (14:12)

Tore: Mietzner (6/Frankfurter HC), Althaus (5/Viborg HK), Loerper (3/3/Bayer Leverkusen), Härdter (2/VfL Sindelfingen), Jurack (2/Viborg HK), Wörz (2/Randers HK), Richter (2/HSG Blomberg-Lippe), Müller (1/SK Aarhus), Steinbach (1/Leverkusen), Augsburg (1/HC Leipzig) für DeutschlandGullden (7/4), Helgesson (4), Boson (3), Roberts (3), Torstenson (3), Hagman (3), Jacobsen (2), Flognan (2), für Schweden Zuschauer in Larvik: 1800

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