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Grit Jurack war Torschützenkönigin der WM 2007 in Frankreich © imago

Nach dem Erfolg über die Niederlande wollen die DHB-Frauen vor dem entscheidenden Spiel gegen die Ukraine nicht verkampfen.

Larvik - Gedanken an das "Worst Case"-Szenario wurden beim Blick auf das Winterwunderland und den idyllischen Fjord verdrängt.

Die deutschen Handballerinnen nutzten die ideale Lage des Mannschaftshotels im norwegischen Larvik, um sich für das entscheidende Gruppenspiel der EM gegen die noch punktlose Ukraine am Freitag (ab 19.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) einen klaren Kopf zu holen.

Sollte das Team von Bundestrainer Rainer Osmann die Partie verlieren und gleichzeitig die Niederlande Schweden schlagen, wäre das erste Vorrundenaus der DHB-Auswahl bei einer EM nicht mehr zu verhindern.

Wörz: "Nicht verkrampfen"

"Daran dürfen wir auf keinen Fall denken. Wenn wir das tun, verkrampfen wir, bekommen Angst und spielen schlecht", warnte Regisseurin Nina Wörz am spielfreien Donnerstag, an dem der WM-Siebte einen Nachmittag bei Minusgraden an der frischen Luft genoss.

Die Vorzeichen sind nach den Wechselbädern der Gefühle gegen die Niederlande (30:27) und zum Auftakt gegen Schweden (25:27) klar.

"Wenn wir eine Mannschaft wie die Ukraine nicht schlagen, dann haben wir auch kein Anrecht auf die Hauptrunde", meinte Rechtsaußen Isabell Klein vom Bundesligisten Buxtehuder SV.

Medaille derzeit kein Thema

Von der vor dem EM-Start anvisierten Medaille spricht beim Halbfinalisten von 2008 und 2006 derzeit niemand mehr.

Allerdings reicht der deutschen Mannschaft im Duell mit dem WM-17. Ukraine bereits ein Untentschieden, um den Sprung in die nächste Turnierphase zu schaffen.

In 15 Begegnungen gab es bislang zehn Siege und fünf Niederlagen gegen die Osteuropäerinnen.

[kaltura id="0_fk1yvrq0" class="full_size" title="Deutschland ringt Oranje nieder"]

Die Partie gegen die Ukraine soll aber auch schon als Vorbereitung auf die angestrebte Hauptrunde dienen, in der in Titelverteidiger Norwegen, Vize-Weltmeister Frankreich und dem Olympiavierten Ungarn gleich drei dicke Brocken drohen.

Starkes Kollektiv, schwächelnde Individualisten

"Bei diesen Gegnern müssen wir immer zu 100 Prozent an unsere Leistungsgrenze gehen", meinte Klein, die mit Nationalspieler Dominik Klein vom Rekordmeister THW Kiel verheiratet ist.

Dieser habe ihr bereits prophezeit, dass man bei solch einem Turnier lernt, von Spiel zu Spiel zu denken. "Und so ist es auch", berichtet Klein.

Auch Osmann hat nach den schwankenden Leistungen in den ersten beiden Gruppenspielen bereits eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Nur im Kollektiv ist seine Mannschaft stark.

Individuell blieben viele Spielerinnen wie die zur Welthandballerin nominierte Grit Jurack oder Franziska Mietzner noch hinter den Erwartungen zurück.

Jurack noch nicht in Form

"Wir sind nicht nur auf sechs Spielerinnen angewiesen. Das war bisher unser Plus. Zum Beispiel hat Saskia Lang bewiesen, dass es richtig war, sie mitzunehmen", lobte Osmann die Blombergerin.

Sorgen bereitet Hoffnungsträgerin Jurack. Die 33-jährige Rekordnationalspielerin, die nach der Geburt ihres Sohnes Lukas erst im September ihr Comeback im DHB-Team gefeiert hatte, knüpfte noch nicht an ihre gewohnte Form an.

Osmann übt aber lieber Pauschal- statt Einzelkritik: "Wir lassen immer wieder wichtige Situationen weg, machen uns das Leben schwer und bekommen keine Ruhe ins Spiel", sagte der 60-Jährige.

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