"Battle of Chicago": Brand-Team leistet Pionierarbeit
Chicago/Frankfurt - Der Nabel der Handball-Welt befindet sich derzeit in den USA. Ausgerechnet. Im Land von Football- und Baseball-Heroen fristet die deutsche Ballsportart ein Mauerblümchendasein.
"The battle of Chicago" zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Polen am Samstag ( ab 20 Uhr live auf SPORT1) soll dem ein wenig entgegenwirken.
Fest steht, das Duell wird Geschichte schreiben: "Es ist das erste Mal, dass ein Handballspiel in den USA live im Fernsehen übertragen wird. Ich erwarte mir deshalb einen großen Push für die Sportart", sagte Horst-Dieter Esch. Der Deutsche ist der Aufsichtsratsvorsitzende des US-Handballverbandes.
Brand auf Promo-Tour
Seit Montag befindet sich das Team von Bundestrainer Heiner Brand bereits auf Werbetour in Chicago. Diese war auf Initiative der Handball-Bundesliga und des amerikanischen Verbandes zu Stande gekommen.
Zusammen mit Esch, der auch der wichtigste Geldgeber des Verbandes ist, hatte HBL-Aufsichtsratsmitglied Ralf Uhding über ein Jahr an diesem Promotion-Projekt gearbeitet. "Wir betreten Neuland und leisten in den USA Pionierarbeit. Das wird eine spannende Sache", erklärte Uhding. (Alle Handball-News)
DHB-Team als Zugpferd
Die Motivation der HBL ist es, den lukrativen amerikanischen Sportmarkt zu erobern und im besten Fall sogar Fernseh- und Lizenzrechte dorthin zu verkaufen. Als Lokomotive für ihren Werbefeldzug haben die Verantwortlichen mit der DHB-Auswahl und Polen zwei der besten Mannschaften der Welt verpflichtet.
Umfangreiche Kooperation
Seit Anfang 2009 gibt es eine Kooperation zwischen der HBL und dem US-Verband. Diese umfasst einen kontinuierlichen Transfer von "Know-how" in Bereichen wie Marketing und Marken-Kommunikation, Organisation sowie die Ausbildung von Trainern, Schiedsrichtern und Nachwuchsspielern.
"Pommes" mit an Bord
Für die Neuauflage des WM-Finals von 2007 hat Brand die 18 Spieler nominiert, die im Juni die WM-Qualifikation gegen Griechenland gewonnen haben. Mit dabei ist auch wieder Kapitän Pascal Hens, es fehlen nur Torhüter Johannes Bitter und Torsten Jansen (alle Hamburg).
Viel Zeit zur Erholung nach einer langen Bundesliga-Saison blieb den Nationalspielern zuletzt nicht. Dennoch ist die Motivation groß. "Verlieren wollen wir gegen Polen auf keinen Fall", sagte Kreisläufer Sebastian Preiß (Lemgo).
Ein Hauch von Urlaub
Bei der Ankunft lag aber dennoch etwas von Urlaubsstimmung in der Luft. Oliver Roggisch reiste mit fast 60 Kilogramm Tauchausrüstung als Sondergepäck an. (Handball im SPORT1-Shop)
Der Abwehrchef von den Rhein Neckar Löwen kam direkt von Coco Island nahe der Galapagos-Inseln. Der Lemgoer Spielmacher Michael Kraus indes verpasste seinen Flieger von San Francisco nach Chicago und traf erst verspätet ein.
Brand legt Augenmerk auf Taktik
Brand gewinnt dem USA-Trip neben einem möglichen Imagegewinn noch einen weiteren positiven Aspekt ab. Der Gummersbacher nutzt die Woche, um seine Mannschaft langsam auf die WM 2011 in Schweden (13. bis 30. Januar) vorzubereiten.
Zweimal Training am Tag ist in Chicago angesagt. Brand: "Wir wollen das Beste aus dieser Reise herausziehen, an unserer Taktik feilen und das bei den Übungseinheiten festigen."
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