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Bereits von 2002 bis 2004 war Sead Hasanefendic Trainer in Gummersbach © imago

Trotz des klaren Hinspiel-Erfolges mahnt VfL-Trainer Hasanefendic zur Vorsicht. Gegner Granollers setzt auf die Heimstärke.

München - Für den VfL Gummersbach geht es am Donnerstag im Finalrückspiel des Europacups der Pokalsieger beim spanischen Vertreter BM Granollers um die Krönung einer gelungenen Saison.

Die Ausgangslage vor dem Showdown könnte kaum besser sein. Nach dem eindrucksvollen 34:25-Sieg im Hinspiel in der Eugen-Haas-Halle geht das Team von Trainer Sead Hasanefendic mit einem Polster von neun Toren in das Spiel. (DATENCENTER: Pokal der Pokalsieger)

Dieser Vorsprung kann jedoch auch trügerisch wirken, verleitet er doch zu der Annahme, dass der Pokal schon so gut wie gewonnen ist.

Vorsprung ist keine Garantie

Genau diese Gefahr sieht auch Hasanefendic, der schon lange genug im Geschäft ist, um zu wissen, dass im Handball alles möglich ist.

"Ich kann mich an Europacupspiele erinnern, bei denen Mannschaften noch einen höheren Vorsprung hatten und es trotzdem nicht gereicht hat", warnt der VfL-Coach, der auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann.

Einzig der im Europapokal nicht spielberechtigte Christoph Schindler muss zuschauen.

"Werden ein anderes Gesicht zeigen"

"Wir müssen in das Spiel gehen, als wenn es 0:0 stehen würde und dürfen uns nicht auf den Vorsprung aus dem Hinspiel verlassen. Wir wollen das Match gewinnen und mit voller Konzentration und Disziplin aufspielen", meint der Kroate und ergänzt: "Die Spanier werden zuhause ganz anders auftreten, als im Hinspiel. Da werden sie ein anderes Gesicht zeigen."

Gegner Granollers ist Hasanefendic bestens bekannt, trainierte er den Klub doch zwischen 2000 und 2002.

Nach dem deutlichen Hinspielerfolg haben die VfL-Profis bereits eine Hand am Pokal und so wie Goran Stojanovic und Co. in dieser Saison auftreten, werden sie in Spanien alles versuchen, um auch die zweite Hand an den Pott zu bekommen.

Lützelberger bester Schütze

"Wir wollen die historische Chance nutzen und im zweiten Jahr hintereinander einen europäischen Pokal nach Gummersbach holen", sagt Kreisläufer Jörg Lützelberger, der im Hinspiel mit acht Treffern der beste VfL-Schütze war.

Bereits 2009 hatte sich der VfL mit dem EHF-Pokal einen internationalen Titel gesichert.

Der spanische Coach Lorenzo Rueda setzt derweil all seine Hoffnungen auf den Heimvorteil in der 5600 Zuschauer fassenden Halle "Palau d'Esports Granollers" und erwartet von seiner Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung.

Heimstarke Spanier

"Wir hoffen auf eine ausverkaufte Halle und unsere Zuschauer, die uns nach vorne pushen und uns den Rücken stärken. Dann werden wir ganz anders auftreten als im Hinspiel", glaubt Rueda, dessen Team bereits im Halbfinale seine Heimstärke demonstriert hat.

Den Vier-Tore-Hinspielvorsprung von Steaua Bukarest zerstörte Granollers spielend und schickte die Rumänen mit einer 23:32-Klatsche nach Hause.

Rueda ist sich durchaus bewusst, dass der VfL Gummersbach eine stärkere Mannschaft besitzt als Bukarest, trotzdem übt er sich in Zweckoptimismus.

"Neun Tore sind viel, doch im Handball ist alles möglich", verkündet der spanische Coach.

Offener Brief an die Fans

Dass die Spanier sich noch nicht aufgeben haben, zeigt auch ein offener Brief des Vereins-Präsidenten Jose Luis Cana an die Fans der Mannschaft.

Darin bittet er um Unterstützung für das Team und versichert, dass es immer noch eine Chance für die heimische Mannschaft gibt.

Der VfL muss sich also auf einen Hexenkessel gefasst machen.

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