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Sead Hasanefendic trainiert neben Gummers- bach auch die serbische Nationalmannschaft © getty

Der VfL will sich gegen Tremblay-en-France den dritten Europacup-Pokal in Folge holen. Aus der Liga gibt es eine Hiobsbotschaft.

München - Es geht um Ruhm, aber vor allem auch um Geld.

Mit dem 30. Titel der Vereinsgeschichte kann sich der Traditionsklub VfL Gummersbach im Final-Rückspiel des Europacups der Pokalsieger selbst das größte Geschenk zum 150. Vereinsjubiläum machen.

Zudem geht es um wichtige Einnahmen für den Kampf um die Lizenz in der Toyota HBL.

In der Kölner WM-Arena geht der Titelverteidiger am Freitag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) nach dem 30:28 im Hinspiel (Bericht) als Favorit in das zweite Duell gegen den französischen Vertreter Tremblay-en-France und hat den Hattrick im Visier.

"Liquiditätslücke": Liga verweigert Lizenz

Mit dem dritten internationalen Titel in Folge könnte die Mannschaft nicht nur für ein Novum in der ruhmreichen 150-jährigen Historie sorgen - es geht auch um Geld für die notorisch klammen Kassen des verschuldeten Klubs.

Am Donnerstag verweigerte die Liga dem VfL wegen einer "Liquiditätslücke in Höhe von 2,2 Millionen Euro" die Lizenz.

"Das ist im Jubiläumsjahr und einen Tag vor dem Rückspiel natürlich keine schöne Nachricht. Aber wir werden das schaffen", sagte VfL-Geschäftsführer Axel Geerken.

Frist bis nächste Woche

Bis Ende kommender Woche hat der Klub Zeit, seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachzuweisen, um doch noch die Lizenz für die Saison 2011/12 zu erhalten.

"Erst dann ist mit einem neuen Stand der Dinge zu rechnen. Bis dahin kann der VfL Gummersbach nachbessern", sagte Toyota-HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Freitag.

"Müssen den Sieg einfahren"

Der VfL ist derzeit in der Liga nur Tabellenneunter - will man auch im kommenden Jahr wieder am lukrativen internationalen Geschäft teilnehmen, ist die erfolgreiche Titelverteidigung Pflicht. Nationalspieler Adrian Pfahl ist vom Triumph überzeugt: "Wir lassen uns das jetzt nicht mehr nehmen."

[kaltura id="0_6o9nkbip" class="full_size" title="Kurioses Eigentor im Kellerduell"]

Dabei soll die Kulisse helfen. Rund 7000 Zuschauer erwartet der VfL in Köln.

"Wir müssen beim Rückspiel in Köln mit unseren Zuschauern im Rücken den Sieg einfahren", gibt Trainer Sead Hasanefendic die Marschroute vor. Der Kroate ist der Vater der jüngsten Erfolge: Unter Hasanefendic hatten die Gummersbacher ihre 18 Jahre dauernde titellose Durststrecke mit dem Triumph im EHF-Cup 2009 beendet.

Top-Torschütze fehlt

Hasanefendic warnt trotz der guten Vorzeichen vor den mitunter rustikalen Franzosen: "Tremblay hat gezeigt, dass es nicht umsonst im Finale steht."

Verzichten muss der Coach gegen die Franzosen ausgerechnet auf Regisseur Christoph Schindler.

Der mit acht Treffern erfolgreichste Werfer beim Hinspiel-Erfolg knickte in der Schlussphase um, zog sich eine Kapselverletzung im linken Fuß zu und muss wohl nächste Woche operiert werden.

Kapitän Goran Stojanovic fehlte bereits im Hinspiel. Für den Stammtorhüter ist die Saison wegen einer Rückenverletzung bereits beendet.

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