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Der VfL Gummersbach gewann gegen Tremblay zum vierten Mal den Europapokal © imago

Gummersbach verteidigt seinen Titel in einem packenden Finale gegen Tremblay. Neben Alu-Treffern gibt es auch eine Rote Karte.

Köln - Mit einer Trotzreaktion zum Europa-Hattrick: Am Tag nach der schlechten Nachricht von der Lizenzverweigerung für die kommende Saison hat der Bundesligist VfL Gummersbach seinen Titel im EHF-Pokal der Pokalsieger erfolgreich verteidigt.

Mit dem 26:26 (10:15) im packenden Final-Rückspiel in Köln (Hinspiel 30:28) gegen den französischen Klub Tremblay en France hat Gummersbach sein Jubiläumsjahr mit einem Novum in der ruhmreichen, 150-jährigen Vereinshistorie gekrönt:

Noch nie hat der VfL drei Europapokal-Siege in Serie feiern können.

Lichtblick für den VfL

"Das ist das Extremste, was ich je erlebt habe", sagte Nationalspieler Adrian Pfahl, der mit sieben Treffern neben dem Kroaten Vedran Zrnic erfolgreichster Werfer des VfL war.

Kreisläufer Patrick Wiencek war angesichts von zwischenzeitlich sieben Toren Rückstand erleichtert:

"Es drohte schief zu gehen, aber wir haben immer an uns geglaubt. Wir waren zu 100 Prozent motiviert, auch wenn die Franzosen uns nicht ins Spiel haben kommen lassen."

Dem Triumph im EHF-Cup 2009 sowie dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger im vergangenen Jahr folgte nun der insgesamt 13. Erfolg auf internationalem Parkett, der vierte im Pokalsieger-Cup und damit dank der engagierten Leistung der Spieler ein Lichtblick für den wirtschaftlich angeschlagenen Klub.

Denn die Bundesliga hatte am Vortag mitgeteilt, dass dem VfL die Spielerlaubnis wegen einer Liquiditätslücke in Höhe von 2,2 Millionen Euro vorläufig nicht erteilt werde.

Gummersbach mit Pech

Trotz der frenetischen Anfeuerung der 7800 Fans in der Kölner Arena zeigten sich die VfL-Spieler zunächst nervös.

Es entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel auf Augenhöhe, wobei die Gastgeber bei mehreren Pfostentreffern gleich zu Beginn immer wieder Pech im Angriff hatten.

[kaltura id="0_mmc10bpt" class="full_size" title="Brand hat keinen Spa mehr"]

Die Franzosen versuchten, den VfL, bei dem Trainer Sead Hasenefendic auf Regisseur Christoph Schindler (Kapselverletzung im Fuß) verzichten musste, mit aggressiver Defensivarbeit aus dem Konzept zu bringen - mit Erfolg:

Nach 21 Minuten lagen die zu unkonzentriert agierenden Oberbergischen mit 7:11 zurück.

Pfiffe der Fans

Angeführt von Nationalspieler Adrian Pfahl versuchten die Gummersbacher, mit Kampfgeist dagegen zu halten, leisteten sich aber zu viele Fehlpässe oder scheiterten am starken Tremblay-Keeper Dragan Pocuca.

Die Gäste nutzten die Schwäche eiskalt aus und zogen zur Pause auf fünf Tore Vorsprung davon, so dass die Spieler begleitet von Pfiffen der unzufriedenen Zuschauer in die Kabine gingen.

Rote Karte für Bingo

Nach der Halbzeit stemmten sich die Hausherren gegen die drohende Niederlage und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Tore.

Doch auch die Franzosen ließen im Kölner Hexenkessel nicht locker, antworteten mit einer Fünf-Tore-Serie zum scheinbar vorentscheidenden 22:15 nach 43 Minuten.

Doch der VfL kam noch einmal zurück: Nach der Roten Karte gegen den Franzosen Arnaud Bingo kam Gummersbach in Überzahl auf 23:23 heran und ging beim 25:24 sogar erstmals nach dem Seitenwechsel in Führung.

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Gummersbach - Tremblay en France/Frankreich 26:26 (10:15)

Tore: Zrnic (7/1) Pfahl (7/2) Wagner (4), Vukovic (3), Krantu (2), Wiencek (2), Anic für GummersbachGuillard (11), Poulin (3), Ostertag (3), Sall (3), Peyrabout (3), Weaghe (2), Mongin für Tremblay

Schiedsrichter: Horacek/Novotny (beide Tschechien)

Zuschauer: 7890

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