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Uwe Gensheimer (M.) will die Topstars Domagoj Duvnjak (l.) und Nikola Karabatic (r.) bei der WM ärgern © getty

Die Handball-WM in Katar ist einer der Sporthöhepunkte 2015. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur Weltmeisterschaft.

München - Die Handball-WM 2015 in Katar startet, und die Fans dürfen sich auf ein Turnier der Extraklasse freuen.

Deutschland ist nach verpatzten Playoffs gegen Polen zwar nur dank einer Wildcard des Weltverbandes dabei, zeigte aber in der Vorbereitung unter dem neuen Bundestrainer Dagur Sigurdsson durchaus ansprechende Leistungen (SERVICE: Kretzsches Teamcheck).

Die Situation ist mit der WM 2013 in Spanien vergleichbar. Auch damals reiste Deutschland mit vielen jungen Spielern als Underdog an und wurde starker Fünfter.

Diesmal wäre eine Platzierung unter den Top sieben wichtig, um sich das Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier zu sichern (EXKLUSIV: Daniel Stephan im Interview).

SPORT1 beantwortet vorab die wichtigsten offenen Fragen zur Weltmeisterschaft 2015.

Wie begleitet SPORT1 das Turnier?

SPORT1 berichtet ausführlich auf SPORT1.de, in der SPORT1-App und im SPORT1-Teletext ab den Seiten 150 sowie 190 vom Turnier.

Zu allen deutschen Spielen und dem WM-Finale gibt es zusätzlich einen LIVE-TICKER.

Die restlichen Spiele werden in LIVESCORES begleitet.

Anett Sattler und SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar sind zudem vor Ort in Doha und liefern alle wichtige Informationen rund um die WM. Zudem wird Kretzschmar in seiner Kolumne die deutschen Spiele analysieren.

Bei Facebook werden täglich News und Highlights vom Turnier auf der SPORT1-Handball-Seite gepostet.

Wer ist der Titelverteidiger?

Gastgeber Spanien gewann die Weltmeisterschaft 2013 im Finale gegen Dänemark.

Die Mannschaft von Trainer Valero Rivera bezwang vor 16.500 Zuschauern in Barcelona Europameister Dänemark nach einer Gala-Vorstellung 35:19 (18:10). Es war das einseitigste Endspiel der WM-Geschichte.

Wer sind die Favoriten?

Neben Titelverteidiger Spanien zählen Frankreich, Dänemark und Kroatien zu den Top-Anwärtern auf den WM-Titel.

Diese vier Teams machten auch den EM-Titel 2014 unter sich aus. Aktueller Europameister und Olympiasieger ist Frankreich, das bei der WM allerdings auf Superstar Luc Abalo verzichten muss. Angesichts der spielerischen Überlegenheit bei der EM ist Frankreich aber wohl dennoch Top-Favorit auf WM-Gold.

Als sicher gilt, dass der neue Weltmeister wieder aus Europa kommen wird. Denn Katar und Tunesien sind wohl die einzigen beiden nicht-europäischen Teams, die eine Chance haben, zumindest das Achtelfinale zu erreichen.

Wann und wo wird gespielt?

Die 24. Handball-Weltmeisterschaft der Männer wird vom 15. Januar bis 1. Februar 2015 in Katar ausgetragen. Die Vorrunde beginnt am 15. Januar 2015 mit dem Eröffnungsspiel Katar gegen Brasilien.

Die einzelnen Gruppen spielten in Lusail Multipurpose Hall (Kapazität: 15.300 Zuschauer), Ali Bin Hamad Al Attiya Arena (Kapazität: 7.700 Zuschauer) und Duhail Sports Hall (Kapazität: 5.500 Zuschauer).

Die Spiele der Vorrunde finden bei den Gruppen A und B in allen drei Hallen statt. In der Gruppe C wird in der Duhail Sports Hall sowie der Ali Bin Hamad Al Attiya Arena gespielt. Die Spiele in deutschen Gruppe D werden in der Lusail Multipurpose Hall bzw. der Duhail Sports Hall ausgetragen.

Wie sieht der Modus aus?

An dem Turnier werden 24 Mannschaften teilnehmen. Automatisch qualifiziert sind Spanien als Weltmeister 2013 und Katar als Gastgeber. Die Vorrunde wird in vier Sechsergruppen gespielt.

Die Teams, die nach den Vorrundenspielen die Plätze 1 bis 4 in ihrer Gruppe belegen, qualifizierten sich für die Finalrunde. Die Mannschaften auf den Plätzen 5 und 6 spielen im President?s Cup weiter. In diesen Platzierungsspielen werden die Plätze von 17 bis 24 bestimmt.

Die besten vier Teams jeder Gruppe kommen ins Achtelfinale. Hier treffen die Gruppenersten einer Gruppe auf die Gruppenvierten einer anderen Gruppen und die Gruppenzweiten treffen auf die Gruppendritten.

Die K.o.-Phase wird mit dem Viertel- und Halbfinale fortgesetzt. Im Spiel um Platz 3 und im Finale fällt dann die Entscheidung über Gold, Silber und Bronze.

Wer gehört zur deutschen Gruppe?

Deutschland spielt in der Gruppe D gegen:

Saudi-Arabien

Argentinien

Polen

Dänemark

Russland

Wie stehen die Chancen?

Deutschland darf nur aufgrund einer "zugesteckten" Wild Card starten und ist in einer Gruppe mit Dänemark und Polen sicher nicht Favorit auf den Gruppensieg. Die jüngsten Tests gegen Island und Tschechien machen aber Hoffnung, dass Deutschland das Achtelfinale erreicht (1003860DIASHOW: Der deutsche WM-Kader).

Leicht wird es aber nicht, denn immerhin sind der WM-Zweite Dänemark, Deutschlands Play-off-Bezwinger Polen, der dreimalige Titelgewinner Russland und Panamerika-Champion Argentinien in der deutschen Gruppe. Der sechsmalige WM-Teilnehmer Saudi Arabien ersetzt zudem Vize-Asienmeister Bahrain, die ursprünglich ebenfalls in der deutschen Gruppe waren.

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar ist dennoch vom Weiterkommen der deutschen Mannschaft überzeugt: "Man sollte in der Vorrunde unter die ersten Drei kommen, um im Achtelfinale Frankreich aus dem Weg zu gehen. Dazu muss man Russland, Argentinien und Saudi-Arabien schlagen. Siege gegen Polen oder Dänemark wären natürlich eine Überraschung, dann aber nicht zwingend notwendig. Mögliche Gegner im Achtelfinale wie Schweden, Island oder Tschechien halte ich für machbar."

Wer ist im deutschen Kader?

Bundestrainer Dagur Sigurdsson wird mit 18 Spielern nach Katar reisen. Einen Tag vor dem ersten WM-Spiel gegen Polen muss Sigurdsson seinen Kader aber um mindestens zwei Mann reduzieren. Ob er direkt 16 Spieler nominiert oder nur 15 und damit einen Platz im Kader frei lässt, will der Isländer erst vor Ort entscheiden.

Der deutsche WM-Kader: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Andreas Wolff (HSG Wetzlar), Stefan Kneer (Rhein-Neckar Löwen), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Johannes Sellin (MT Melsungen), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (TBV Lemgo), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Steffen Weinhold (THW Kiel), Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Erik Schmidt (TSG Ludwigshafen-Friesenheim), Michael Kraus (Frisch Auf Göppingen), Michael Müller (MT Melsungen), Jens Schöngarth (TuS N-Lübbecke), Matthias Musche (SC Magdeburg), Fabian Böhm (HBW Balingen-Weilstetten), Paul Drux (Füchse Berlin)

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