Montenegro knockt Andersson und Schweden aus
Von Felix Götz
München - Deutschland ist in den Playoffs der WM-Quali gegen Bosnien und Herzegowina gerade noch einer Blamage entgangen ( BERICHT: WM-Ticket trotz Fiasko).
Schweden hatte weniger Glück. Der viermalige Weltmeister unterlag in Montenegro mit Kim Andersson und ist 2013 in Spanien nicht dabei.
Auch für Filip Jichas Tschechen ist der Traum von der WM-Teilnahme nach einer Pleite gegen Russland geplatzt.
Island gab sich derweil gegen die Niederlande keine Blöße.
SPORT1 gibt einen Überblick über alle Playoff-Duelle.
Montenegro - Schweden 20:18 (Hinspiel: 21:22)
Schon beim 22:21-Heimsieg taten sich die Schweden schwer, nach der 18:20-Pleite in Montenegro steigt die WM tatsächlich ohne die Skandinavier.
Das Team der Trainer Ola Lindgren und Staffan Olsson fand im Hexenkessel von Podgorica zu keiner Zeit seinen Rhythmus, was an der knallharten Abwehrarbeit der Gastgeber lag.
Kim Andersson wurde komplett aus dem Spiel genommen, der Rückraumspieler erzielte nur ein Tor. Nur Keeper Johan Sjöstrand hielt seine Mannschaft mit 18 gehaltenen Bällen in der Partie.
Bester Werfer des Spiels war Vasko Sevaljevic mit neun Treffern, bei Schweden war Niclas Ekberg mit fünf Toren am treffsichersten.
Tschechien - Russland 27:31 (Hinspiel: 22:23)
Nach dem starken Auftritt in Russland und der knappen 22:23-Niederlage hatten sich die Tschechen große Hoffnungen gemacht.
Doch vor heimischer Kulisse lief nichts mehr zusammen. Nach desaströsen ersten 30 Minuten lag Tschechien mit 10:18 zurück. Auch Filip Jicha konnte mit seinen sieben Toren das Blatt nicht wenden.
"Wir haben alles in zwanzig miserablen Minuten verspielt", brachte es der zukünftige Göppingen-Keeper Tomas Mrkva auf den Punkt.
Bärenstark spielte für Russland Sergej Gorbok, der neun Mal traf.
Portugal - Slowenien 26:27 (Hinspiel: 26:31)
Die Slowenen lösten das WM-Ticket souverän - mit zwei Siegen gegen Portugal.
Mit dem sicheren Gefühl des Fünf-Tore-Vorsprungs aus dem Hinspiel waren die Slowenen das klar bessere Team und führten meistens mit vier bis fünf Toren.
Überragender Slowene war Montpelliers Dragan Gajic mit zwölf Buden.
Norwegen - Ungarn 31:27 (Hinspiel: 21:27)
Ungarn konnte sich durch den Sechs-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel in Oslo eine 27:31-Niederlage leisten und ist dennoch qualifiziert.
Dabei war das Rückspiel nicht so spannend, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Die Norweger machten erst in den letzten zwei Minuten aus einem 27:26 ein 31:27.
"Wir haben das Spiel kontrolliert", freute sich Ungarns Coach Lajos Mocsai. Erfolgreichste Werfer waren die Norweger Kristian Kjelling und Bjarte Myrhol mit jeweils sieben Toren.
Niederlande - Island 24:32 (27:41)
Zwei Mal keine Probleme hatte Island mit den Niederlanden. Im Rückspiel hielten die Gastgeber nur in den ersten zehn Minuten mit, dann setzte sich die Qualität der Nordeuropäer durch.
Einen guten Eindruck bei den Niederländern machte dennoch Bobby Schagen vom Zweitligisten Nordhorn-Lingen. Der Rechtsaußen machte sechs Tore.
Für Island trafen Alexander Petersson, Kari Kristjan Kristjansson und Olafur Gustafsson jeweils fünf Mal.
Österreich - Mazedonien 30:27 (Hinspiel: 21:26)
Eine insgesamt gute Leistung beim 30:27 gegen Mazedonien genügte den Österreichern um Robert Weber (Magdeburg) und Viktor Szilagyi (Bergischer HC) nicht, um sich für die WM zu qualifizieren. Der Fünf-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel war zu viel.
Die Gastgeber leisteten sich einen schwachen Start in die zweite Hälfte und ließen Mazedonien auf vier Tore davonziehen - obwohl die Österreicher anschließend aufdrehten war das die Entscheidung.
Bester Werfer des Spiels war der Balinger Roland Schlinger mit sieben Treffern.
Polen - Litauen 26:22 (Hinspiel: 24:17)
Nach dem Aus der Fußball-Nationalmansnchaft am Vortag gab es immerhin für die Handball-Nationalmannschaft Erfreuliches. Durch den am Ende deutlichen 26:22-Erfolg in Kattowitz löste der Vize-Weltmeister das WM-Ticket für Spanien 2013.
Nach schwacher Anfangsphase rissen die Polen das Spiel an sich und ließen in der zweiten Hälfte keine Zweifel an der Qualifikation aufkommen, als sie fünf Minuten vor ENde auf 24:21 davonzogen. "Litauen gehört vielleicht nicht zu den Top 10, doch sie stehen gut in der Deckung und können jeden Fehler bestrafen", meinte Berlins Spielmacher Bartlomiej Jaszka.
Weißrussland - Slowakei 24:25 (Hinspiel: 26:24)
Weißrussland hat sich als gemeinsam mit Polen in der europäischen Gruppe das letzte Ticket für die WM in Spanien gesichert. Die Mannschaft von Trainer Juri Schewtsow kassierte zwar im Rückspiel eine 24:25-Pleite gegen die Slowakei im heimischen Minsk, die Ein-Tore-Niederlage reichte nach dem Sieg in der Slowakei am vergangenen Sonntag.