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Martin Heuberger übernahm die DHB-Auswahl am 1. Juli 2011 von Heiner Brand © getty

Rund vier Wochen vor der WM will Bundestrainer Heuberger den Umbruch im Team weiter forcieren und formuliert ein klares Ziel.

München/Stuttgart - Martin Heuberger lächelt viel dieser Tage.

Ob beim öffentlichen Termin in Hamburg am Montag oder der Pressekonferenz in Stuttgart am Dienstag - der Bundestrainer gibt sich völlig entspannt.

Die Personalsorgen und der steigende Druck der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Spanien (11. bis 27. Januar 2013) lässt er sich nicht anmerken.

Heuberger bleibt sich treu und setzt den Weg der Verjüngung fort.

"Im Moment ist die Situation zwar ein bisschen schwieriger, aber genau darin liegt für mich auch ein gewisser Reiz, in Spanien trotzdem etwas zu bewegen und das Optimale rauszuholen", sagte Heuberger.

Ohne das "Optimale" näher zu definieren, gibt er das Achtelfinale als Minimalziel aus: "Wir müssen am Boden bleiben. Vom Titel zu träumen, wäre weit hergeholt."

Positive Signale von Smöre

Viel mehr als mit dem anstehenden Turnier, in dessen Vorrunde die deutschen Handballer auf Brasilien, Tunesien, Argentinien, Montenegro und Frankreich treffen, beschäftigt sich Heuberger zurzeit ohnehin mit seinem Personal.

Acht angeschlagene Spieler zählt der 48-Jährige, darunter Leistungsträger wie Holger Glandorf, Lars Kaufmann (beide Flensburg) und Sven-Sören Christophersen.

"Bei den beiden Flensburgern müssen wir den Heilungsverlauf abwarten. Bei Smöre habe ich dagegen schon positive Signale bekommen, dass er bereits vor Weihnachten wieder für die Füchse Berlin spielen wird", sagte Heuberger.

Junge Garde darf hoffen

Eine Woche bleibt ihm, um aus dem 28er-Aufgebot seinen endgültigen Kader aus 18 Spielern für die "heiße Vorbereitungsphase" zu bennenen.

"Ich werde den Umbruch weiter forcieren", sagte Heuberger am Dienstag vielsagend.

Spieler wie der Lemgoer Kreisläufer Hendrik Pekeler (21) oder die Rückraumleute Christian Dissinger (21) und Steffen Fäth (22) vom Überraschungsteam aus Wetzlar dürfen sich Hoffnungen auf eine Nominierung machen.

"Nichts ist unmöglich", betonte Heuberger, der zudem mit den Wetzlarer Außenspielern Kevin Schmidt und Tobias Reichmann (beide 24) plant.

Klein unterstützt junge Spieler

Unterstützung auf dem von ihm eingeschlagenen Weg bekommt der Schutterwälder von den erfahrenen Akteuren im Team.

"Wir haben junge Spieler, die wissen sollen, dass sie auch in der Nationalmannschaft ihren Teil dazu beitragen können, Spiele entscheiden zu können. Darin bestärken wir sie", sagte Linksaußen Dominik Klein.

Dem Kieler fällt nach dem Ausfall von Uwe Gensheimer (Achillessehnenriss) eine wichtige Rolle zu.

"Viel über Mimi diskutiert"

Doch auch die Rückkehr von Michael Kraus ist wieder ein Thema.

Der Spielmacher vom HSV Hamburg wurde von Heuberger in den vorläufigen Kader für das Turnier berufen.

"Er spielt in meinen Überlegungen eine Rolle", bestätigte Heuberger: "Aber insgesamt wird mir dieses Thema eigentlich zu hoch gehängt. Es wird sehr viel über Mimi diskutiert, aber wir haben noch viele andere Spieler, über die ich mir genauso Gedanken mache."

Zeitz kein Thema mehr

Ausdrücklich keinen Platz in seinen Gedankenspielen hat dagegen Christian Zeitz.

Nachdem sich Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar für den Kieler Linkshänder öffentlich stark gemacht hatte, erteilte Heuberger einer möglichen Rückkehr eine klare Absage.

"Ich werde nicht alle vier Wochen die Leute anrufen, die sich schonmal geäußert haben, dass sie nicht mehr für Deutschland spielen wollen. Diese Entscheidungen repektiere ich. Ich werde den Zeitzi glaube ich nicht mehr anrufen", so der Bundestrainer.

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